Überbrückungshilfe 4 kann beantragt werden

Die Überbrückungshilfe 4 ist mit ihren neuen Förderregelungen noch komplexer geworden und kann ab sofort über einen prüfenden Dritten beantragt werden. Die teils nur für Januar beantragbaren oder bis maximal März 2022 verlängerten Hilfen enthalten für verschiedene Branchen unterschiedliche Regelungen. Gleichzeitig ist die Neustarthilfe ausgelaufen.

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Überbrückungshilfe 4 kann beantragt werden

Neuerungen bei den Überbrückungshilfen 4

Seit Juni 2020 gibt es sie, die Überbrückungshilfen. Mit der Überbrückungshilfe konnten und können Unternehmen einen Teil ihrer Fixkosten aufgrund der politischen Markteinschränkungen zurückfordern. Diese Ausgleichszahlungen wurden mehrfach verlängert.

Eigentlich war die sogenannte Überbrückungshilfe 3 Plus, welche seit Juni 2021 lief, schon die Überbrückungshilfe 4. Diese Ausgleichszahlungen liefen im Dezember vergangenen Jahres aus. Die neue Bundesregierung hatte in einer ihrer ersten Amtshandlungen deshalb die Überbrückungshilfe IV ins Leben gerufen.

Unternehmer und Freiberufler aller Branchen mit einem Jahresumsatz bis zu 750 Millionen Euro im Jahr 2020 können die Überbrückungshilfen 4 beantragen. Diese Umsatzgrenze entfällt für von politisch angeordneten Schliessungen direkt betroffene Unternehmen sowie Unternehmen der Pyrotechnikbranche, des Großhandels und der Reisebranche.

Junge Unternehmen die von den politischen Beschränkungen betroffen sind, können ihren bei der erstmaligen steuerlichen Erfassung durch ihr zuständiges Finanzamt im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ angegebenen geschätzten Jahresumsatz 2021 angeben.

Die aktuelle Überbrückungshilfe IV steht nur Unternehmen zu, welche einen krisenbedingten Umsatzeinbruch verkraften müssen. Diese Unternehmer bekommen einen Teil ihrer fixen Betriebskosten erstattet, nicht jedoch ihren Gewinnverlust bzw. das Geld zur Absicherung ihrer Existenz.

Die förderfähigen fixen Betriebskosten bekommen Unternehmen mit über 70 Prozent Umsatzausfall nur noch zu 90 Prozent erstattet. Bei den Überbrückungshilfen 3 Plus waren dies noch 100 Prozent. Mit Umsatzeinbruchen von 70 bis 50 Prozent erhältst du 60 Prozent deiner förderfähigen Betriebskosten zurück. Bei 50 bis 30 Prozent Einbruch deines Umsatzes erhältst du von den förderfähigen Fixkosten nur 40 Prozent wieder.

Unternehmen, die wegen krisenbedingter Unwirtschaftlichkeit freiwillig geschlossen haben, können zeitlich befristet vom 1. bis 31. Januar 2022 Überbrückungshilfe IV beantragen.

Ansonsten können Unternehmen den Corona-Schutzschirm in Form der Überbrückungshilfen 4 noch bis 31. März 2022 über prüfende Dritte der steuerberatenden Berufe beantragen. Die Kosten dafür, sind nach wie vor aus eigener Tasche zu zahlen.

Neustarthilfen per 31.12.2021 beendet

Unternehmer die aufgrund fehlender Umsätze und Gewinne ihre Existenz nicht absichern konnten, wurden schon mit Beginn der Krise im März 2020 ins Hartz4 gedrängt. Erst nach öffentlichkeitswirksamen Protesten insbesondere von Künstlern, Missbrauchsfällen der Überbrückungshilfen und der nicht endend wollenden politischen Eingriffe in die Märkte, führte man fast ein Jahr nach Beginn der Krise im Februar 2021 die sogenannte Neustarthilfe ein.

Mit der Neustarthilfe erhielt man rückwirkend ab Januar 2021 einen Vorschuss als Ausgleich zum politisch verhinderten Geschäft. Dieser war gedeckelt und man muss ihn zurückzahlen, wenn der Umsatzeinbruch weniger als 60 Prozent zum Referenzzeitraum beträgt.

Wie auch bei der Überbrückungshilfe wurden an der Neustarthilfe letztes Jahr mehrere Verlängerungen und Veränderungen vorgenommen. Die Neustarthilfe ist im Dezember 2021 ausgelaufen.

Für die Monate September bis Dezember 2021 können die Neustarthilfen noch als Direktantrag oder über prüfende Dritte der steuerberatenden Berufe bis März 2022 angefragt werden. Als Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft geht dies ausschliesslich über einen solchen prüfenden Dritten.

Hilfe und Beratung bei der Beatragung ein Muss

Die Regelungen der Überbrückungshilfen sind von Mal zu Mal komplexer geworden. Mit den aktuellen Regelungen für junge Unternehmen, Unternehmen der Advents- und Weihnachtsmärkte, der Reisebranche oder der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft ist die Überbrückungshilfe 4 noch unübersichtlicher geworden.

Wer seit Beginn der Krise auf die Überbrückungshilfen setzt, muss maximale Förderhöhen beachten. Ausserdem muss eine Schlussabrechnung abgegeben werden. Wird dabei oder gar später festgestellt, das die Zahlung der Überbrückungshilfen nicht korrekt war, kann es zu empfindlichen Rückzahlungen kommen. Deshalb empfehlen wir vor Beantragung eine Beratung von einem spezialisierten Fördermittelexperten und den Abschluss einer Strafrechtsschutzversicherung für Fördermittel.

Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte im Sommer letzten Jahres schon massive Hilfsgeld Rückzahlungen. Demnach hatten Unternehmer freiwillige Rückzahlungen von Hilfen in Höhe von 911 Millionen Euro vorgenommen. Hinzu kamen nochmal rund 322 Millionen Euro an Rückzahlungen, die von den Ländern eingefordert wurden. Davon waren rund 30.000 Unternehmen betroffen.

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Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

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