12.03.2021

Relevant bleiben: Innovationsmanagement mit VUCA

Die Corona-Krise hat viele Geschäftsmodelle völlig unvermittelt in ihren Grundfesten erschüttert. VUCA-Führungskräfte sind weit weniger überrascht. Wer sich im Alltag konstant aus der eigenen Komfortzone bewegt, schwierige Szenarien einkalkuliert und schon heute über den Rand von morgen blickt, kommt gelassener durch die Krise. So kannst du das VUCA-Modell anwenden.

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Die goldenen Regeln der Veränderung: VUCA-Modell anwenden

Auch 2021 bleibt für Unternehmer vieles im Ungefähren. Bis Ostern befindet sich Deutschland im Teil-Lockdown und für viele Branchen bringt der Stufenplan der Bundesregierung nur eine vage Perspektive. Selten zuvor waren Durchhaltevermögen, Kreativität und Resilienz als Führungskompetenzen stärker gefragt. 

Unterbrochene Lieferketten, veränderte Nachfrage und über allem die Ungewissheit, ob Kunden, die zwischenzeitlich nicht oder nur unzureichend erreicht werden konnten, bleiben bzw. wiederkommen. Unternehmen, die in solchen Ausnahmezeiten mit Weitblick geführt werden bzw. auf eine schnelle Anpassungsfähigkeit trainiert sind, kommen besser zurecht als Konkurrenzbetriebe, in denen die Devise "Weiter So!" regiert. Hier zahlt sich aus, wer schon früh auf die Goldene Regel der Veränderung setzt.

Sicher war ein Ereignis, wie die Corona-Pandemie auf gesellschaftlicher Ebene schwerlich vorhersehbar. Trotzdem gibt es Unternehmen, die besser darauf vorbereitet waren als andere. Wer nicht nur aufgrund eines starken Leidendrucks Veränderungen vollzieht, sondern dies als Handlungsmaxime begreift für den Mut regelmäßig Neues zu wagen, der ist schneller in der Lage auf extreme Veränderungen in den äußeren Rahmenbedingungen zu reagieren.

Vorbereitung ist alles: Das Beste hoffen, das Schlimmste einkalkulieren

Unternehmer, die den Markt, Mitbewerber und Käuferschichten regelmäßig beobachten und dies auch abseits gut laufender Alltagsgeschäfte praktizieren, sind seltener überrascht von gravierenden Veränderungen. In der Corona-Krise nutzen sie die beschleunigte Digitalisierung für eine Anpassung ihres Geschäftsmodells, planen Investitionen oder bilden Mitarbeiter weiter. Das gelingt ihnen, weil sie nach der Devise "Das Beste hoffen, das Schlimmste einkalkulieren" handeln. Was für gewisse Berufsgruppen wie Piloten, Ärzte oder das Militär im Alltag selbstverständlich ist, funktioniert branchenübergreifend als proaktiver Führungsstil.

Je bewusster du dir im Alltag darüber bist, dass und wie unvorhergesehene Ereignisse dein Unternehmen gefährden könnten, umso stärker kümmerst du dich um Ersatzszenarien zur Vermeidung genau dieser Worst-Case-Fälle. Das bedeutet z.B. das Bewusstsein, neue Trends zu erkennen und schlank und schnell darauf zu reagieren. 

Eine solch ausgeprägte Anpassungsfähigkeit und ein Vorbereiten auf unterschiedlichste Szenarien ist kennzeichnend für VUCA-Unternehmen und deren Führungskräfte.  Mit dem VUCA-Modell hast du ein Tool, das dich an die wesentlichen Elemente sich verändernder Rahmenbedingungen und Herausforderungen im Unternehmensalltag kurz und präzise erinnert.

VUCA-Modell: Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity

Das VUCA-Modell ist ein englisches Akronym und steht sinngemäß für die folgenden Prinzipien:

  1. Volatility: Volatilität
  2. Uncertainty: Unsicherheit
  3. Complexity: Komplexität
  4. Ambiguity: Mehrdeutigkeit

Das VUCA-Modell beschreibt die Parameter großer Prozessumwältzungen und wie du den einzelnen Phänomenen als Führungskraft gerecht werden kannst. 

1. Volatilität (Volatility): Schwankungen der äußeren Welt abfedern

Volatility (Volatilität) beschreibt die Schwankungen und die Schnelllebigkeit einer modernen und digitalisierten Geschäftswelt. Hier gilt es, das Wichtige vom Nichtigen zu filtern und gleichzeitig auf kommende Trends schnell reagieren zu können. Fördermittel für die Digitalisierung des eigenen Unternehmens und eine entsprechende Schulung und Einbindung aller Mitarbeiter stehen insbesondere KMU als Krisenhilfe der Bundesregierung zur Verfügung.

2. Unsicherheit (Uncertainty): Bedingte Planbarkeit von Ereignissen antizipieren

Wer hätte 2019 beim Eintritt in die "nächsten goldenen 20er" gedacht, dass mehr als ein Jahr später die Welt immer noch in einem nie dagewesenen Schlummerzustand verharrt. Das beherrschende Thema weiterhin ein hartnäckiges Virus, das sich von Lockdown zu Lockdown hangelt. VUCA-Manager beeindruckt das weniger, denn sie sind sich darüber bewusst, dass Dinge nur bedingt planbar sind. Sie haben immer einen Plan B und nicht weniger wichtig, sie strahlen die nötige Ruhe aus, die ein Team in Krisenzeiten von ihnen erwartet. 

3. Komplexität (Complexity): Unübersichtliche Details in Sinnzusammenhang stellen

Besonders in kleinen inhabergeführten Unternehmen können Chefs häufig nicht ihrer strategischen Kernkompetenz folgen, um das Unternehmen durch neue Investitionen in Technologie, Kooperationen oder Know-how weiterzuentwickeln. Zu häufig sind sie als Mikromanager in alle Bereiche verantwortlich eingebunden. Das behindert nicht nur die Unternehmensfortentwicklung, sondern demotiviert Mitarbeiter bzw. lässt Potenziale ungenutzt. Du kannst nicht alles allein handeln.

VUCA-Führungskräfte wissen, wie sie Verantwortlichkeiten ausbalancieren und fördern dadurch gleichzeitig Organisationstalent, Durchsetzungsvermögen und Belastbarkeit unter ihren Beschäftigten. Mit der SMART-Methode hast du ein weiteres Tool, um deine Projektarbeit zu optimieren und neue Vertriebsziele noch schneller zu erreichen.

4. Mehrdeutigkeit (Ambiguity): Weniger falsch, mehr anders

Think outside the box! Dieser schon als Gassenhauer taugliche Aufruf ist gleichbleibend relevant für alle Unternehmen, die als solche wahrgenommen werden wollen. Das "Warum" und das "Wie" eines Sachverhalts stehen dabei im Vordergrund. Kommuniziere alle geplanten Veränderungen transparent und sei umgekehrt offen für alternative bzw. ergänzende Vorschläge und Hinweise. Arbeite mit Change-Management Modellen, um nachhaltige Veränderungsprozesse einzuleiten. Richte dich auch immer an den Bedürfnissen deines Gegenübers aus, sei es im Team oder auf Seite deiner Kunden. Kommunikation ist alles. 

VUCA-Modell Fazit: Relevant bleiben

Beim VUCA-Modell geht es um die Fragen: Ist mein Geschäftsmodell immer noch relevant? Habe ich eine Antwort auf die Trends von morgen? Welche Wertschöpfungskonfigurationen könnten sich in Zukunft in meiner Branche durchsetzen? VUCA-Manager antizipieren sich selbst in dieser künftigen Welt und ihre Rolle darin. Sie finden dabei auch kluge Antworten auf eher unwahrscheinliche Fragen und Fallbeispiele.

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Redakteur für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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