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12.08.2010

Pflegebranche als Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft

Wer eine zukünftige Existenzgründung anstrebt, sich aber nicht im Bereich IT-Dienstleistung, im Baugewerbe oder im Handel selbstständig machen möchte, sondern über eine Gründung im sozialen Bereich nachdenkt, könnte in der Pflegebranche seine Zukunft finden. Eine Studie macht deutlich, dass die Pflegebranche bereits jetzt zum Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft gehört und viel Potenzial birgt.

Wer eine zukünftige Existenzgründung anstrebt, sich aber nicht im Bereich IT-Dienstleistung, im Baugewerbe oder im Handel selbstständig machen möchte, sondern über eine Gründung im sozialen Bereich nachdenkt, könnte in der Pflegebranche seine Zukunft finden. Eine Studie macht deutlich, dass die Pflegebranche bereits jetzt zum Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft gehört und viel Potenzial birgt. Die Studie des Wifor-Instituts der TU Darmstadt beweist, dass die Pflegebranche zwischen 1996 und 2008 einen Anstieg der Bruttowertschöpfung um mehr als 50% aufweisen konnte.

Das durchschnittliche Wachstum der Branche von 5,7% pro Jahr zeigt ihre Bedeutung: die Pflegewirtschaft wächst im Durchschnitt dreimal so stark wie die deutsche Gesamtwirtschaft und fast doppelt so stark wie die Gesundheitswirtschaft. Von der Wirtschaftskrise gab es in der Branche demnach nicht viel zu spüren, denn der Arbeitsmarkt der Pflegewirtschaft ist wenig konjunkturabhängig. Die Branche wirke eher als Stabilisator in Krisenzeiten, so das Wifor-Institut. Natürlich zeigt sich der Boom der Pflegebranche vor allem in der Beschäftigungsentwickung - diese nimmt eine steigende Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft, vor allem für den Arbeitsmarkt, ein. Den Ergebnissen der Studie zufolge, stieg die Zahl der Beschäftigten zwischen 1996 und 2008 um 50%, durchschnittlich 3,7% pro Jahr.

In der Pflegebranche entstehen demnach so viele Jobs wie in kaum einem anderen Wirtschaftssektor. Die Pflegewirtschaft stellt im Durchschnitt sechsmal mehr Erwerbstätige ein als die Gesamtwirtschaft. Allein 2008 habe die Pflegebranche rund 1,12 Millionen Menschen beschäftigt, so das Wifor-Institut. Beim Blick auf die Bevölkerungspyramide zeigt sich jedoch, was der Branche bald zum Verhängnis werden könnte: die Tatsache, dass es in Zukunft immer mehr pflegebedürftige Menschen geben wird, es aber bereits jetzt einen Fachkräftemangel in der Pflege gibt, verlange nach Lösungen, so Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. Es herrsche bereits jetzt ein Pflegenotstand und die Sicherstellung der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen sei in Gefahr, so Meurer.

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Kristin Lux