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16.08.2010

Mittelstand will einstellen, kann aber nicht

Die Nachrichten könnten nicht besser sein: die Krise ist überwunden, die Konjunktur erholt sich, die Auftragslage wird stabil und mehr Personal wird gebraucht - vor allem im Mittelstand. Doch genau hier besteht das Problem: die KMU versprechen 100.000 neue Jobs in der Zukunft, doch besetzen können sie diese nicht. Eine Umfrage zeigt nun, wie sich der Fachkräftemangel in Deutschland zu verschärfen droht.

Die Nachrichten könnten nicht besser sein: die Krise ist überwunden, die Konjunktur erholt sich, die Auftragslage wird stabil und mehr Personal wird gebraucht - vor allem im Mittelstand. Doch genau hier besteht das Problem: die KMU versprechen 100.000 neue Jobs in der Zukunft, doch besetzen können sie diese nicht. Eine Umfrage zeigt nun, wie sich der Fachkräftemangel in Deutschland zu verschärfen droht.

Eine von den Wirtschaftsverbänden Die Familienunternehmer und Die Jungen Unternehmer exklusiv für die Wirtschaftswoche durchgeführte Umfrage macht das Dilemma deutlich: 34% der Unternehmen können derzeit freie Stellen nicht besetzen, obwohl es eigentlich genügend Bedarf gibt. Die Gründe sind schnell genannt: bei 66% der vakanten Stellen sind die Interessenten nicht ausreichend qualifiziert. Und noch schlimmer: für 26% der freien Stellen gibt es überhaupt keine Bewerber. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass 8% der 450 befragten Unternehmer im ersten Halbjahr 2010 Aufträge ablehnen mussten, weil sie keine geeigneten Mitarbeiter finden konnten, so die Wirtschaftswoche. Der Fachkräftemangel ist vor allem für die kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Problem.

Schließlich ist es im Moment ihr Ziel, die durch die Krise verursachten Auftragsrückgänge wieder aufzuholen - ohne genügend Personal wohl kaum möglich. Und auch für Unternehmen, die in der Unternehmensgründung stecken, ist es notwendig, von Anfang an auch auf qualifizierte Fachkräfte bauen zu können. Eine Lösung des Problems besteht in dem weltweiten Anwerben von Fachkräften, so die BJU-Vorsitzende Marie-Christine Ostermann gegenüber der Zeitung. Dazu wäre es jedoch notwendig, das Mindesteinkommen, welches Hochqualifizierte aus Nicht-EU-Staaten für eine Arbeitserlaubnis nachweisen müssen, von 65.000 Euro auf 40.000 zu senken, so Ostermann.

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Kristin Lux