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27.04.2012

Sicheres Einkommen als Arbeitnehmer bevorzugt

Im Jahr 2011 konnten wir in Deutschland rund 835.000 Gründungen im Voll- und Nebenerwerb verzeichnen - dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Jahr 2010 um 101.000 bzw. um 11% und hat signifikante Auswirkungen auf die Gründerquote. Der Anteil der Gründer zwischen 18 und 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung lag im Jahr 2011 nur noch bei 1,6% (2010: 1,8%).

Im Jahr 2011 gab es in Deutschland rund 835.000 Gründer im Voll- und Nebenerwerb verzeichnen - dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Jahr 2010 um 101.000 bzw. um 11% und hat signifikante Auswirkungen auf die Gründerquote. Der Anteil der Gründer zwischen 18 und 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung lag im Jahr 2011 nur noch bei 1,6% (2010: 1,8%). Das sind Ergebnisse des aktuellen KfW-Gründungsmonitors.

Mitverantwortlich für die geringeren Gründungsaktivitäten ist ein aktuell sehr entspannter Arbeitsmarkt mit attraktiven Angeboten gerade für junge Menschen. Viele entscheiden sich somit lieber für ein gutes und vor allem sicheres Gehalt als Arbeitnehmer statt eine Unternehmensgründung zu wagen. Trotz des Rückgangs wurden nahezu ein halbe Million Vollzeitstellen geschaffen. "Das unterstreicht die große Bedeutung von Gründungen für den Arbeitsmarkt", stellt Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe fest.

Die Struktur der Gründungsfinanzierung hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert: Zwei Drittel aller Gründer benötigen finanzielle Mittel für ihr Gründungsvorhaben. Von diesen griffen wiederum zwei Drittel auf eigene Mittel zurück. Diejenigen, die für ihren Start externe Finanzierungen verwendeten, nutzten am häufigsten Bankdarlehen. Bedingt durch die restriktiven Taktiken der Agenturen in Bezug auf Gründungszuschuss und Einstiegsgeld, klagen viele Existenzgründer über Probleme bei der Mittelbeschaffung.

Für 2012 erwartet Experten zum Einen nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,2% – nach 3,1% im Jahr 2011, schwächere Konjunktur und eine im Vergleich zu 2011 geringere Entspannung des Arbeitsmarktes. Dies würde für sich genommen zu einer Stabilisierung der Gründungsaktivität führen. Aber die restriktivere Ausgestaltung des Gründungszuschusses und ihre Anwendung seit Beginn diesen Jahres könnte diese Entwicklung überlagern und dazu führen, dass die Gründerzahl weiter sinkt. Wir von unternehmenswelt können nur immer wieder an die Gründer appelieren: Lasst euch nicht von den Aussagen der Agenturen abschrecken, bleibt hartnäckig, wenn es um die Beantragung von Gürndungszuschuss und Einstiegsgeld geht!

Über den Autor

Verena Freese