12.11.2015

Traumbetten Shop Gründerin Melanie Reims im Interview

„Wenn man fest an eine Idee glaubt, einfach machen und ausprobieren. Scheitern gehört zum Leben dazu.“

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In ihrer Unternehmerstory erzählt Melanie Reims von ihrem Familienunternehmen und wie sie nach dem Prinzip „Learning by Doing“ fehlende Kenntnisse während und nach der Gründung kompensierte. Getreu dem Motto „selbst“ und „ständig“ eignete sie sich wichtiges unternehmerisches Know-How an und wurde so zum unternehmerischen Allrounder.

Traumbetten Shop Gründerin Melanie Reims im Interview

Hallo Frau Reims, stellen Sie sich und den Traumbetten Shop doch kurz vor!

Ich bin gelernte Industriekauffrau und mein Mann Dipl. Kaufmann. Wir haben einen Sohn und leben in Neu-Isenburg. Von dort aus betreibe ich auch unseren Online-Shop www.traumbetten-shop.de.

Nach der Geburt unseres Sohnes wollte ich nicht mehr in ein Angestelltenverhältnis zurück. Ich hatte im Einkauf eines mittelständischen Unternehmens in Frankfurt Niederrad gearbeitet. Als wir kurz nach der Geburt unser Haus in Neu-Isenburg bezogen haben, sind wir von Möbelhaus zu Möbelhaus gefahren, um uns entsprechend einzurichten. Überall gab es fast dasselbe und wir waren der Fahrerei satt. Da kamen wir drauf, uns mal im Internet umzuschauen. Speziell hatten wir nach einem Lederbett gesucht mit extra breitem Rand, dass wir in keinem Möbelhaus gefunden hatten. Im Internet sind wir dann fündig geworden. Ein deutscher Hersteller aus Hannover, dessen Produkte wir heute hauptsächlich anbieten, konnte unseren Wunsch erfüllen. Da es direkt der Hersteller war und wir bis dato kein Gewerbe hatten, kamen wir auf die Idee selbst einen Online Shop zu gründen. Schnell war das Gewerbe gegründet und der ganze Familienkreis hatte sich Produkte des Herstellers bestellt. Schließlich bekam unsere Familie die Produkte zum Einkaufspreis und wir konnten uns gleich ein Bild über die Qualität mehrerer Produkte machen. Von Matratzen über Lattenroste, Schlafsofas bis hin zu Betten war alles dabei und wir waren begeistert von dem Preis-/Leistungsverhältnis. Der Business Case wurde dann konkreter - mit dem Ziel uns schmal aufzustellen und den Preisvorteil an unsere Kunden weiterzugeben.

Wie hat sich Ihr Konzept von der ersten Idee bis heute verändert und was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen?

Eigentlich hat sich die Idee von der ersten Stunde bis heute nicht verändert. Der Grundgedanke, den Preisvorteil unseren Kunden weiter zu geben ist geblieben. Wir haben kein Lager, keine Werbekosten und keine Angestellten, sozusagen ein reines Familienunternehmen. Wir sind dadurch sehr unabhängig und halten unseren Verwaltungsaufwand äußerst klein. Diesen Preisvorteil bekommen unsere Kunden im Preis zu spüren. Wenn ein Kunde einen Artikel im Internet oder im stationären Handel günstiger findet, bekommt er den gleichen Preis, abzüglich 5%. Wir bieten eine echte Bestpreisgarantie. Ein Kunde hat es bisher tatsächlich geschafft, ein Bett im Internet günstiger zu finden. Der Konkurrent hatte noch ein Bett auf Lager, dass er zu sehr günstigen Konditionen ab verkaufen wollte. Wir bekamen eine Mail vom Kunden mit dem Hinweis auf das günstigere Bett. Wir haben Wort gehalten und den gleichen Preis, abzüglich 5% gegeben.

Des Weiteren achten wir bei unseren Produkten auf Qualität. Wir nehmen nur Hersteller auf, von deren Produkten wir selbst überzeugt sind und wir selbst auch in unsere Wohnung stellen würden.

Ein weiteres ganz besonderes Highlight ist unsere Auswahl an Stoffen und Farben mit denen Sie ihr Bett konfigurieren können. Sie können z.B. das Kopfteil und den Bettkorpus in unterschiedlichen Stoffen/Farben kombinieren. Somit gibt es bei uns 48.841 Kombinationsmöglichkeiten. Kein anderer Internetshop bietet diese Auswahl im Netz. Die meisten haben nur eine sehr geringe Auswahl an Farben und Stoffen.

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse konnten Sie in die Gründung einbringen? In welchen Bereichen gab es noch Nachholbedarf?

Naja, das Kaufmännische ist in unserer Familie schon gut ausgeprägt. Insofern konnten wir die Belange eines Unternehmens hinsichtlich kaufmännischer Führung einbringen. Das Internet kannten wir eigentlich nur aus dem privaten Gebrauch. Das heißt die größte Lernkurve mussten wir dort erlernen, teilweise auch Lehrgeld bezahlen. Ich kann mich an eine Abmahnung erinnern, wo wir den Artikel nicht mit einem korrekten Wort beschrieben haben. Das ist eine Entwicklung die mir gar nicht gefällt.

Ein Thema mit dem ich mich stark auseinandersetze, ist SEO (Suchmaschinen Optimierung). Was nützt es, wenn man den schönsten Laden mit Produkten hat und keiner findet ihn! D.h. bei Google für bestimmte Key-Wörter gefunden zu werden ist äußerst wichtig. Dafür muss man seine Seite immer auf dem laufenden halten und gute Texte, Artikelbeschreibungen etc. verfassen. Denn mit dem aktuellen Update von Google wurde der Content eines Shops sehr relevant für das Ranking der Suchmaschinen.

Das scheinen beste Voraussetzungen zu sein. Vor allem fehlende kaufmännische Kenntnisse stellen für viele Gründer immer wieder große Hürden dar. In welchen Bereichen mussten Sie sich externe Hilfe suchen? Wurden Sie auf dem Weg in die Selbständigkeit unterstützt?

Mein Mann ist bestens kaufmännisch ausgebildet, somit hatte und habe ich immer eine exzellente Beratung. Nichtsdestotrotz habe ich ein Gründercoaching wahrgenommen, was sich aber speziell um SEO Maßnahmen drehte. Des Weiteren habe ich natürlich eine professionelle Agentur beauftragt unseren Online Auftritt zu designen und zu programmieren. Damit konnte ich loslegen. Mir half natürlich meine kaufmännische Ausbildung und meine Zeit als Angestellte im Zentral-Einkauf. Aber dennoch gibt es viele Dinge die man bei einer Selbständigkeit berücksichtigen muss. Da ist auch viel learning by doing angesagt. Wie heißt es so schön "selbst" und „ständig".

Wie haben Freunde und Familie auf das Projekt Selbständigkeit reagiert?

Sie haben sehr positiv darauf reagiert und mir immer Mut gemacht. Schließlich wussten Sie alle, dass ich in kein Angestelltenverhältnis mehr möchte. Ich wollte mein eigenes "Ding" machen. Freunde und Familie waren dann auch gleich meine ersten Kunden. So konnte ich ein ehrliches Feedback auf die Betten, Matratzen & Co. bekommen. Schließlich musste ich mich komplett neu in das Thema Schlafsysteme einarbeiten. Es gibt so viele unterschiedliche Materialien, jeder Mensch ist anders gebaut und hat andere Schlafgewohnheiten. Somit kann man nicht die gleiche Matratze für jeden Menschen empfehlen. Der Eine hat Bandscheibenprobleme, der Andere ist Allergiker, der Eine schläft auf dem Bauch der Andere auf der Seite, der Eine bei offenem, der Andere bei geschlossenem Fenster usw.. Man muss sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen, um die beste Abstimmung für eine Person zu entwickeln. Durch Freunde und meine Familie habe ich besonders viel gelernt, denn wir haben auch viel ausprobiert und das ist immer der beste Weg. Theoretisches Wissen hilft da nur bedingt weiter.

Welche Gründe spielten für die Entscheidung, nicht mehr in einem Angestelltenverhältnis arbeiten zu wollen, eine Rolle? Warum lieber selbständig als angestellt?

Im Wesentlichen gab es zwei Gründe. Zum einen das Geleistete selbst am Erfolg messen zu können. In großen Unternehmen sieht man seinen Wertbeitrag nicht mehr. Da drehen so viele Rädchen, dass man sich fragt und was trage ich jetzt zum Erfolg bei? Zum Anderen wollte ich mehr Flexibilität, da ich auf jeden Fall für meinen Sohn da sein wollte und dafür musste ich mir die Zeit selbst einteilen können, wann ich was arbeite. Arbeitszeitmodelle in Unternehmen geben das oft nicht her, zumindest damals nicht bei meinem alten Arbeitgeber.

Traumbetten Shop, wo geht der Weg hin? Wie sehen Ihre Ziele für 2016 aus?

Wir wollen uns im Produktangebot um Betten, Matratzen & Co. erweitern. Neue Hersteller finden, die zu uns passen. Die ein sehr gutes Preis-/Leistungsangebot darstellen mit einer Qualität , die uns überzeugt. Vor allem im Bereich Boxspringbetten wollen wir weiter wachsen, da wir persönlich davon überzeugt sind, dass dieses Bett den meisten Menschen die beste Wohlfühlatmosphäre im Schlafbereich bietet.

Aber wir müssen auch im Ausbau unseres Online-Auftritts immer am Ball bleiben. So steht als nächstes das Mobile-Shopping mit dem Smartphone auf dem Plan. Für unseren Shop ist das nicht trivial, da wir die größte Stoffauswahl im Netz anbieten und es schwierig sein wird, dies auf einem mobilen Gerät darzustellen. Die Herausforderungen wachsen, aber wir wachsen mit.

Eine letzte Frage zum Schluss. Rückblickend: Was sind die 3 wichtigsten Tipps, die Sie anderen Unternehmern mit auf den Weg geben möchten?

Immer etwas schwierig Jemanden einen guten Rat zu geben, da jedes Geschäft und jeder Mensch unterschiedlich ist. Dennoch werde ich mal versuchen die Tipps so allgemeingültig wie möglich zu verfassen.

  1. Wenn man eine Idee hat und fest an sie glaubt, einfach machen und ausprobieren. Scheitern gehört zum Leben dazu. Also keine Angst.
  2. Aus Fehlern lernen und sie so schnell wie möglich abschalten, z.B. Abmahnungen.
  3. Offen für Neues sein - anhören kostet erst mal nichts. Dann genau Nutzen und Risiko abwägen, ob es am Ende wirtschaftlich sinnvoll ist.

Vielen Dank für das nette Interview, Frau Reims.

Hier gelangen Sie zum Unternehmensprofil von Traumbetten Shop

So erreichen Sie Traumbetten Shop

www.traumbetten-shop.de

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Über den Autor

Janine Friebel

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