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Fehlendes Working Capital Management im Mittelstand

Trotz angegriffener Liquiditätspolster müssen mittelständische Unternehmen Investitionen tätigen und dabei meist in Vorleistung gehen. Die dazu notwendige Kreditaufnahme gestaltet sich jedoch oft problematisch. Ein professionelles Working Capital Management könnte in vielen Fällen die Finanzprobleme dauerhaft lösen. Eine Studie zeigt jedoch, dass gerade dies in vielen Unternehmen noch sehr ausbaufähig ist.

Trotz angegriffener Liquiditätspolster müssen mittelständische Unternehmen Investitionen tätigen und dabei meist in Vorleistung gehen. Die dazu notwendige Kreditaufnahme gestaltet sich jedoch oft problematisch. Ein professionelles Working Capital Management könnte in vielen Fällen die Finanzprobleme dauerhaft lösen. Eine Studie zeigt jedoch, dass gerade dies in vielen Unternehmen noch sehr ausbaufähig ist. In der von Roland Berger Strategy Consultants und Creditreform durchgeführten Befragung „Working Capital im Mittelstand“ wurde das Liquiditätsmanagement von 2.500 Unternehmen untersucht.

Das Ergebnis: Vor allem mittelständische Unternehmen haben noch nicht erkannt, dass die Mittel zur Sicherung der eigenen Liquidität im Unternehmen selbst liegen. Über alle Branchen bleiben hier rund 120 Mrd. Euro an Liquiditätsreserven ungenutzt. Working Capital Management ist das eigentliche Zauberwort. Dabei handelt es sich um das Management von Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten, was bereits ab Beginn der Unternehmensgründung professionell und konsequent umgesetzt werden sollte. Ziel ist es, das Kapital möglichst effizient einzusetzen, so dass wenig Kapital im Umlaufvermögen eingebunden ist. Dies kann erreicht werden, indem zum Beispiel optimierte Auftragsplanungen die Bestände niedrig halten oder ein automatisiertes Forderungsmanagement das Begleichen von Forderungen beschleunigt.

Auch die Kapitalbindungsdauer ist ein wichtiges Instrument im Working Capital Management. Je mehr diese verkürzt wird, desto öfter kann die externe Kreditaufnahme vermieden werden. In Sachen Working Capital Management sind große Unternehmen dem Mittelstand um Längen voraus. Roland Schwientek, Partner im Kompetenzzentrum Operations Strategy bei Roland Berger Strategy Consultants, stellt fest, dass große Konzerne ihr Liquiditätsmanagement heute mit klaren Verantwortlichen, Kennzahlen und Optimierungsinitiativen professionell betreiben, der klassische Mittelständler sich dagegen oft nur auf Umsatz- und Wachstumskennzahlen konzentriert. Die Liquiditätsreserven bleiben im Mittelstand daher weitestgehend ungenutzt.

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Kristin Lux