25.10.2010

Fehlendes Working Capital Management im Mittelstand

Studie zeigt: Unternehmen verfügen über ungenutzte Liquiditätsreserven

Ihr Kostenfreies Unternehmensprofil

  • Finden Sie Kunden und Geschäftspartner
  • Präsentieren Sie Ihre Produkte und Dienste
  • Exklusiv für Gründer und Unternehmer

Trotz angegriffener Liquiditätspolster müssen mittelständische Unternehmen Investitionen tätigen und dabei meist in Vorleistung gehen. Die dazu notwendige Kreditaufnahme gestaltet sich jedoch oft problematisch. Ein professionelles Working Capital Management könnte in vielen Fällen die Finanzprobleme dauerhaft lösen. Eine Studie zeigt jedoch, dass gerade dies in vielen Unternehmen noch sehr ausbaufähig ist.

Trotz angegriffener Liquiditätspolster müssen mittelständische Unternehmen Investitionen tätigen und dabei meist in Vorleistung gehen. Die dazu notwendige Kreditaufnahme gestaltet sich jedoch oft problematisch. Ein professionelles Working Capital Management könnte in vielen Fällen die Finanzprobleme dauerhaft lösen. Eine Studie zeigt jedoch, dass gerade dies in vielen Unternehmen noch sehr ausbaufähig ist. In der von Roland Berger Strategy Consultants und Creditreform durchgeführten Befragung „Working Capital im Mittelstand“ wurde das Liquiditätsmanagement von 2.500 Unternehmen untersucht.

Das Ergebnis: Vor allem mittelständische Unternehmen haben noch nicht erkannt, dass die Mittel zur Sicherung der eigenen Liquidität im Unternehmen selbst liegen. Über alle Branchen bleiben hier rund 120 Mrd. Euro an Liquiditätsreserven ungenutzt. Working Capital Management ist das eigentliche Zauberwort. Dabei handelt es sich um das Management von Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten, was bereits ab Beginn der Unternehmensgründung professionell und konsequent umgesetzt werden sollte. Ziel ist es, das Kapital möglichst effizient einzusetzen, so dass wenig Kapital im Umlaufvermögen eingebunden ist. Dies kann erreicht werden, indem zum Beispiel optimierte Auftragsplanungen die Bestände niedrig halten oder ein automatisiertes Forderungsmanagement das Begleichen von Forderungen beschleunigt.

Auch die Kapitalbindungsdauer ist ein wichtiges Instrument im Working Capital Management. Je mehr diese verkürzt wird, desto öfter kann die externe Kreditaufnahme vermieden werden. In Sachen Working Capital Management sind große Unternehmen dem Mittelstand um Längen voraus. Roland Schwientek, Partner im Kompetenzzentrum Operations Strategy bei Roland Berger Strategy Consultants, stellt fest, dass große Konzerne ihr Liquiditätsmanagement heute mit klaren Verantwortlichen, Kennzahlen und Optimierungsinitiativen professionell betreiben, der klassische Mittelständler sich dagegen oft nur auf Umsatz- und Wachstumskennzahlen konzentriert. Die Liquiditätsreserven bleiben im Mittelstand daher weitestgehend ungenutzt.

Über den Autor

Kristin Lux

Ähnliche News für Gründer und Unternehmer
27.04.2018

Was kleine Unternehmen über die DSGVO wissen müssen

Welche Daten sind betroffen? Was müssen IT-Verantwortliche in kleinen Unternehmen tun?

Was kleine Unternehmen über die DSGVO wissen müssen

Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) soll personenbezogene Daten von Kunden und Mitarbeitern besser schützen. Ab 25. Mai gilt sie EU-weit ohne Ausnahme und sieht sowohl für die großen Internetkonzerne als auch kleine Unternehmen empfindliche Strafen vor, wenn sie nicht eingehalten wird.

13.04.2018

Handwerk und Arbeitgeber fordern flexibleres Arbeitszeitgesetz

Zeitgemäßere Regelungen abseits vom Acht-Stunden-Tag zugunsten größerer Wettbewerbsfähigkeit gefordert

Handwerk und Arbeitgeber fordern flexibleres Arbeitszeitgesetz

Acht-Stunden-Tage und dazwischen elfstündige Ruhezeiten – das ist für die wenigsten Selbständigen die Regel. Aber auch wenn gesetzliche Regelungen zur Arbeitszeit nicht für Sie selbst als Unternehmer gelten, so kommt das Arbeitszeitgesetz dann ins Spiel, wenn Sie Angestellte haben. Arbeitgebervertreter fordern die Novellierung des Arbeitszeitgesetzes in Richtung größerer Flexibilität.

11.04.2018

Trüberes Geschäftsklima im März 2018

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: US-Strafzölle sorgen für schlechte Stimmung

Trüberes Geschäftsklima im März 2018

Obwohl viele Mittelständler, die in die USA exportieren, trotz Trumps protektionistischer Politik nicht viel zu befürchten haben, trübt sich das Geschäftsklima im Mittelstand im März. Beim verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel kühlt sich die Stimmung ab, während mittelständische Bauunternehmen wegen des Aufschwungs in der Branche positiv gestimmt sind.

unternehmenswelt