18.02.2021

Neustarthilfe: Antragstellung ist ab sofort möglich

Die Bundesregierung gibt den Startschuss für deinen Antrag auf Neustarthilfe. Auch kurzfristig Beschäftigte zählen zu den Begünstigten. Bis zu 7500 Euro können Soloselbstständige und Kreative ohne nennenswerte Fixkosten beantragen. Alles, was du über die verbesserte Neustarthilfe wissen musst.

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Die Neustarthilfe schafft wieder Raum für Kreativität

Verbesserte Neustarthilfe beantragen: Das sind die Konditionen

Soloselbständige in allen Wirtschaftszweigen, die im Zeitraum Januar bis Juni 2021 Corona-bedingt hohe Umsatzeinbußen verzeichnen, aber nur geringe betriebliche Fixkosten haben, können ab sofort die Neustarthilfe beantragen. 

Neustarthilfe und andere Corona-Hilfen: Was gilt?

Neustarthilfe darf zusätzlich beantragt werden zu

Neustarthilfe darf nicht gleichzeitig beantragt werden mit

Du musst dich also je nach individueller Vorsituation entscheiden, in welchem Programm deine Erfolgsaussichten im aktuellen Förderzeitraum Januar bis Juni 2021 am größten sind.

Wer kann die Förderung konkret beantragen?

Antragsberechtigt sind Soloselbständige folgender Branchen und Bereiche:

  • Personennahe Dienstleister (z.B. Kosmetikerinnen und Kosmetiker)
  • Künstler und Kreative (z.B. Musikerinnen, Gestalter, Fotografinnen)
  • Freiberufler im Gesundheitswesen (z.B. Therapeutinnen und Trainer)
  • Soloselbstständige in der Tourismusbranche (z.B. Stadtführerinnen und Reiseleiter)
  • Soloselbstständige im Bildungsbereich (z.B. Sprachlehrerinnen und Coaches) 

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass deine wirtschaftliche Tätigkeit im Förderzeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021 Corona-bedingt eingeschränkt ist.

Welche Voraussetzungen müssen Antragsteller weiterhin erfüllen?

  1. Selbstständig im Haupterwerb: Du übst deine selbstständige Tätigkeit als freiberuflich Tätige oder Gewerbetreibende im Haupterwerb aus.
  2. Keine Beschäftigten: Du beschäftigst weniger als eine Vollzeit-Angestellte oder einen Vollzeit-Angestellten.
  3. Deutsche Steuerpflicht: Du bist mit deiner Tätigkeit bei einem deutschen Finanzamt für steuerliche Zwecke erfasst.
  4. Keine Überbrückungshilfe III: Du hast bzw. planst nicht etwaige Fixkosten in der Überbrückungshilfe III geltend zu machen.
  5. Gründer unter Vorbehalt: Deine selbstständige Tätigkeit hast du vor dem 1. Mai 2020 aufgenommen.
  6. Befristet oder unständig mit klarem Zeitbezug: Soloselbstständige, die in kurz befristeten Beschäftigungsverhältnissen (mit Dauer von bis zu 14 zusammenhängenden Wochen) z.B. in den Darstellenden Künsten sowie in unständigen Beschäftigungsverhältnissen (mit Dauer von bis zu sieben aufeinanderfolgenden Kalendertagen) tätig sind, dürfen ebenfalls einen Antrag auf Neustarthilfe stellen. Dies ist jedoch nur gestattet, sofern du im Januar 2021 kein Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld bezogen hast.
  7. Erst natürliche Personen, dann Personen- und Kapitalgesellschaften: Aktuell können nur natürliche Personen einen Antrag auf Neustarthilfe stellen, die ihre selbständigen Umsätze als freiberuflich Tätige oder als Gewerbetreibende für die Berechnung der Neustarthilfe zugrunde legen. In einem zweiten, späteren Schritt soll das Antragsverfahren auch für Soloselbständige, die anteilige Umsätze aus Personengesellschaften für die Berechnung der Neustarthilfe zugrunde legen wollen, geöffnet werden. Gleiches gilt für alleinige Gesellschafterinnen oder alleinige Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft (d.h. Antragstellung durch juristische Personen).

Was und wie fördert die Neustarthilfe?

Der Förderzeitraum für die Neustarthilfe läuft von Januar bis Juni 2021. Die Neustarthilfe beträgt einmalig 50 Prozent eines sechsmonatigen Referenzumsatzes, der auf Basis deines Jahresumsatzes 2019 berechnet wird, maximal aber 7.500 Euro. Die Berechnung des Referenzumsatzes erläutern wir in unserem Beitrag zur Neustarthilfe.

Antragsteller, die erst seit Ende 2019 selbstständig sind, können als Referenz entweder die durchschnittlichen Monatsumsätze der beiden Vorkrisen-Monate Januar und Februar 2020 oder des dritten Quartals 2020 angeben. 

Steuerbarer Vorschuss unter Vorbehalt 

Die Neustarthilfe wird als steuerbarer Vorschuss in einer Summe ausgezahlt, bevor die tatsächlichen Umsätze im Förderzeitraum feststehen. Ab Juli 2021 wird deshalb auf Basis deiner tatsächlich realisierten Umsätze der Monate Januar bis Juni 2021 die akkurate Höhe der Neustarthilfe nachberechnet.

Verzeichnest du gleichbleibend Umsatzeinbußen von über 60 Prozent, darfst du die als Vorschuss gewährte Neustarthilfe in voller Höhe behalten. Läuft es besser als erwartet und deine Umsatzeinbußen fallen geringer aus, musst du die Neustarthilfe (anteilig) bis zum 30. Juni 2022 zurückzahlen.

In jedem Fall ist deine bis zum 31. Dezember 2021 zwingend zu erstellende Endabrechnung die Basis für deine Schlussrechnung.

Neustarthilfe: Dein Link zur Antragstellung

Am Dienstag ist die Antragstellung für Soloselbständige gestartet, die als natürliche Personen selbständig tätig sind. Antragstellungen für Soloselbständige, die als Personen- oder Kapitalgesellschaften organisiert sind, sollen "in Kürze" möglich sein. 

Du stellst deinen Antrag einmalig bis zum 31. August 2021. Hierfür registrierst du dich mit deinem ELSTER-Zertifikat im zentralen Antragsportal von ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de. Sei sorgsam, eine nachträgliche Änderung deiner Angaben ist nicht möglich. Die Auszahlung der Neustarthilfe soll in der Regel "wenige Tage nach Antragstellung" erfolgen.

Hier geht´s zum Direktantrag auf Neustarthilfe

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Redakteur für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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