26.06.2021

DIW Wirtschaftsprognose für Unternehmer

Was dich als Unternehmer erwartet, hat jetzt das Institut für Wirtschaftsforschung aus Berlin veröffentlicht - die Lockerungen der Krisenpolitik sind ein Anfang, bedeuten für viele Unternehmen aber auch das Ende - wie es um deine Gewinne steht und was die Erholung der Weltwirtschaft damit zu tun hat, haben wir für dich zusammengefasst.

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Wirtschaftswachstum etwas höher prognostiziert

Die deutschen Unternehmen nehmen durch die aktuellen Lockerungen in der Krisenpolitik wieder Fahrt auf. Dies bestätigte das Deutsche nun das Institut für Wirtschaftsforschung e.V. aus Berlin.

Durch die sinkenden Infektionszahlen hofft die Wirtschaft wieder auf eine Normalisierung ihres Geschäftsbetriebes, insbesondere die stark reglementierten Dienstleister etwa in der Kultur- und Veranstaltungsbranche oder die Reiseveranstalter.

Die deutschen Industrieunternehmen, welche besser durch die vergangenen Monate kamen, werden stattdessen durch die sich zuspitzende Ressourcenknappheit und anderen Vorleistungsgütern gebremst.

Die Konjunkturforscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus Berlin prognostizieren mit 3,2 Prozent für dieses und 4,3 Prozent für nächstes Jahr ein etwas höheres Wirtschaftswachstum als noch im Frühjahr.

Krisenfolgen hängen noch lange nach

Die Konjunkturforscher mahnen gleichzeitig mit der aufgehellten Wirtschaftsprognose, dass wir von einer Bewältigung der Krisenfolgen noch weit entfernt sind und jederzeit auch mit Rückschlägen zu rechnen ist.

„Bis zum Jahresende werden seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland rund 230 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren gegangen sein. Bezieht man mit ein, dass die Wirtschaftsleistung ohne die Pandemie in diesem Zeitraum wahrscheinlich um etwa zweieinhalb Prozent gewachsen wäre, summiert sich der Gesamtschaden sogar auf etwa 350 Milliarden Euro – rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.“ DIW

Stattdessen mussten Schulden gemacht werden, welche noch nachfolgende Generationen begleichen werden.

Wirtschafliche Zukunft

Der wirtschaftliche Fortschritt bleibt vorerst durch die Krisenpolitik bestimmt. So gehen die Konjunkturforscher davon aus, dass die Infektionszahlen durch die schrittweisen Öffnungen sowie durch neue Virusmutationen zumindest regional und vorübergehend wieder steigen können.

Damit wären dann auch wieder mit politischen Einschränkungen für die deutschen Unternehmen zu rechnen. Hinzu kommt, dass zunehmend Krisenfolgen eine Rolle spielen, die nicht unmittelbar auf das Infektionsgeschehen zurückzuführen sind. Als Szenarien werden folgende Punkte genannt: 

"Zum einen ist die Förderung und Produktion wichtiger Rohstoffe in der Pandemie heruntergefahren worden, weshalb die nun rasch anziehende Nachfrage nicht direkt bedient werden kann.
Zum anderen hat sich die Nachfrage teils drastisch verschoben. So sind beispielsweise im Zuge des Digitalisierungsschubs Halbleiter in der Elektroindustrie sehr gefragt und fehlen nun in der Automobilproduktion." DIW

Wirtschaftsboomer

Vor allem die deutsche Exportwirtschaft profitiert von der weltwirtschaftlichen Entwicklung, auch wenn nur kurzfristig. Insbesondere der Wirtschaftsaufschwung in den USA  treibt die deutschen Exportunternehmen an und tröstet über die schwächelnde Erholung in einigen Schwellenländern hinweg. 

Neben weltweit aufflammenden Infektionsherden wie etwa in Indien sehen die berliner Forscher des Institut für Wirtschaftsforschung e.V. die Weltwirtschaft durch den Rohstoffmangel eingebremst.

Kleine Unternehmen in Gefahr

Dies kann auch für die deutschen Unternehmen zur Falle werden. Wenn Preise und Produktionskosten für die Unternehmen steigen, werden die Gewinnmargen gedrückt. Gerade als kleines Unternehmen kannst du dich kaum gegen derartige Entwicklungen absichern. Dazu kommt, dass die Eigenkapitaldecke vieler Unternehmen durch die Krise schon bedrohlich geschrumpft ist und Insolvenzen drohen.

Durch die dünne Eigenkapitaldecke und die sinkenden Gewinne nimmt auch die Investitionstätigkeit der Unternehmen ab, was deren Innovationskraft und damit die künftige Wettbewerbsfähigkeit sinken lässt.

Mehr Insolvenzen und Pleiten

Die Konjunkturforscher aus Berlin rechnen für die kommenden Monate mit mehr Insolvenzen und Geschäftsaufgaben. Im vergangenen Jahr wurde im Zuge der Krisenpolitik die Insolvenzmeldepflicht ausgesetzt, worauf die Anzahl der eröffneten Insolvenzverfahren für eine Rezession untypisch gering ausgefallen ist. Das Institut für Wirtschaftsforschung rechnet daher in den nächsten Monaten damit, dass viele Unternehmen dann doch noch den Weg in die Insolvenz antreten müssen.

Krisenhilfen sollen weiterlaufen

Auch die Wirtschaftsforscher des Institut für Wirtschaftsforschung e.V. warnen vor einer zu schnellen Beendigung der Wirtschaftshilfen zugunsten ausgeglichener Staatshaushalte.

Trotz Staatsschulden von knapp 161 Milliarden Euro allein in diesem Jahr, könnten die deutschen Unternehmen die Folgen der Krisenpolitik, die strukturelle Veränderungen wie die demografische Wende und der Umbau zu einer klimaschonenderen Wirtschaft nicht allein bewältigen.

„Staatliche Impulse für privatwirtschaftliche Aktivitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung und öffentliche Bildungsinvestitionen sind wichtig, um das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft zu erhöhen. Die beschlossenen Schritte im Rahmen des Zukunftspakets können angesichts der immensen Herausforderungen nur ein erster Schritt gewesen sein.“ DIW

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Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

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