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20.06.2020

Innovationsreport 2020: Quantensprung Digitalisierung

Ohne verbesserte Rahmenbedingungen kein Digital Made in Germany. Zu diesem Schluss kommt der vom DIHK im Juni veröffentlichte Innovationsreport 2020. Wo liegen Hemmnisse für die Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen und warum begreifen viele die Krise dennoch als Chance?

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Deutsche Unternehmen setzen an zum Quantensprung Digitalisierung

Innovationsreport: Ohne verbesserte Rahmenbedingungen kein Digital Made in Germany

 "Alle Daten, alle Projekte, alle Clouds - Made in Germnay". Das was deutsche Telekom Chef Tim Höttges zur Präsentation der Corona Warn App in dieser Woche stolz verkündete, bleibt einstweilen (noch) die Ausnahme.

Dennoch herrscht unter deutschen Unternehmen zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder mehr Innovationsbereitschaft. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Innovationsreport 2020. Er gibt Auskunft zu den Innovationsvorhaben von insgesamt 1.800 Industriebetrieben und industrienahen Dienstleistern, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag diesbezüglich befragt hat.

Knapp die Hälfte der Unternehmer wollten demnach in den kommenden zwölf Monaten ihre Innovationsaktivitäten ausweiten. Aufgrund des wirtschaftlichen Einbruchs und der Liquiditätsengpässe stünden viele der Pläne allerdings derzeit auf der Kippe. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben warnt in diesem Zusammenhang: "Wir dürfen die Zukunft des Innovationsstandorts Deutschland nicht verspielen. Neue Ideen und Produkte 'made in Germany' können helfen, die Krise schneller hinter uns zu lassen." 

Der DIHK lobt ausdrücklich die Initiativen des Konjunkturpakets, das im Rahmen eines Zukunftspakts zusätzlich insgesamt 50 Milliarden bereitstellt für u.a. Investitionen in ein "flächendeckendes 5G-Netz" sowie die Umsetzung der "nationalen Wasserstoffstrategie". Das Zukunftsthema Künstliche Intelligenz fördert die Bundesregierung mit einer Etaterhöhung von bislang drei auf nun fünf Milliarden Euro. Unternehmen und Initiativen, die im Bereich Quantentechnologie tätig sind, können auf weitere 2 Milliarden Euro Innovationsförderung bauen. 

Innovationshebel Steuerliche Forschungszulage kennen

Noch weitgehend unbekannt dürfte vielen Unternehmern indes die Möglichkeit der steuerlichen Forschnungsförderung sein, die im Rahmen des Konjunkturpakets noch einmal verdoppelt wurde. Sie referiert im Kern auf das seit dem 1.1.2020 geltende Gesetz zur steuerlichen Forschungsförderung. Erhielten innovative Unternehmen bis zuletzt maximal 500.000 EUR Förderung für Innovationsvorhaben, wurde dieser Betrag im Rahmen des Konjunkturpakets noch einmal verdoppelt auf 1 Million Euro. Förderfähig sind Vorhaben im Bereich der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung und der experimentellen Entwicklung. 

Jedes Unternehmen mit Sitz in Deutschland und hier bestehender Steuerpflicht kann die Forschungszulage beantragen. Du solltest hier schnell und gut vorbereitet agieren. Experten gehen davon aus, dass bei einem durchschnittlichen Förderbetrag von 100.000 EUR für ein mittelständisches Unternehmen die Steuermittel jährlich gerade für 12.500 Unternehmen ausreichten, ohne dass große Konzerne berücksichtigt würden. Bei rund 50.000 Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung aktiv sind, ergäbe das eine Erfolgschance von 25 %. 

Kleine und mittlere Unternehmen wüssten bislang noch unzureichend von diesem neuen Innovationshebel: "Die geplante Erhöhung der steuerlichen Forschungsförderung ist bereits ein wichtiger Hebel für mehr Innovation, allerdings müssen wir noch daran arbeiten, diese unter den Unternehmen bekannter zu machen. Bei kleineren Betrieben ist noch nicht einmal jedes vierte Unternehmen mit der neuen Fördermöglichkeit vertraut", sieht sich DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben in der Verantwortung.

Was hemmt die Innovationskraft in Deutschland?

Als Innovationshemmnis Nummer eins nannten die befragten Unternehmen zu hohe bürokratische Hürden. Knapp zwei Drittel der Firmen beklagten zu hohe gesetzliche Auflagen, die Ressourcen binden statt für Innovation zur Verfügung zu stehen. Dies seien im Einzelnen vor allem komplexe Zulassungs- und Genehmigungsverfahren ebenso wie das Ausbremsen von Klimaschutz in den Unternehmen durch kleinteilige Dokumentationspflichten.

Als Bremsklotz Nummer zwei wurden zu große Lücken in der digitalen Infrastruktur beklagt. Eine schlechte Internetverbindung oder Funklöcher störten mehr als die Hälfte der Betriebe in ihren Innovationsaktivitäten. 

Die Umfrage zur Innovationsbereitschaft hat der DIHK unter insgesamt 1.800 Industriebetrieben und industrienahen Dienstleistern in der Zeit vom 10. Februar bis 23. März durchgeführt, als sich die Corona-Epidemie allmählich ausbreitete. 

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.