Franchise: das krisenfeste Geschäftsmodell

Franchise in Krisenzeiten scheint ein robustes, vorteilhaftes Geschäftsmodell mit schneller Anpassungsfähigkeit und echtem Netzwerkeffekt. Die aktuellen Zahlen des "Franchise Klima Index" belegen eine gute Stimmung und positive Aussichten für die Franchisebranche. Wie sich dies genau darstellt und ob du als Unternehmer im Franchise gut aufgehoben bist, fassen wir für dich zusammen.

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Franchise: das krisenfeste Geschäftsmodell

Fast Vorkrisenstimmung im Franchise

Die Digital Business University of Applied Sciences aus Berlin erfragt im Auftrag des deutschen Franchiseverbandes mit dem "FRANCHISE KLIMA INDEX" die Stimmungslage in den Franchisesystemen. Dabei wurden die Auswirkungen der nunmehr über ein Jahr andauernden Krise mit erhoben.

Vor der Krise beurteilten die teilnehmenden Franchiseunternehmen ihre Stimmung zu 20 Prozent als hervorragend und zu 56 Prozent mit gut. Aktuell sehen von den 105 wiederholt teilnehmenden Unternehmen 20 Prozent ihre Stimmung weiter als hervorragend, aber lediglich 44 Prozent bewerten diese noch als gut. Dabei beurteilten 17 Prozent der Franchiseunternehmen ihre Stimmung als sehr schlechter bzw. schlecht. Weitere 19 Prozent stuften diese als neutral ein.

Franchisenehmer etwas unzufriedener

Die Stimmung der Franchisenehmer war im Vergleich zum Vorkrisenzeitraum aktuell kritischer. Vor der Krise lag diese mit 69 Prozent bei hervorragend bis gut und 13 Prozent bei sehr schlecht bis schlecht sowie 18 Prozent bei neutral.

So fühlten sich aktuell 48 Prozent der Franchisenehmer in hervorragender bis guter Stimmung. Dagegen sehen 25 Prozent ihre Stimmung als sehr schlechter bis schlechter. Mit „neutral“ beurteilten 27 Prozent der Franchisepartner ihre aktuelle Stimmung.

Positivere Unternehmerstimmung als „Franchise“

Befragt nach der Krisensicherheit des Franchiseprinzips, schätzten 93 Prozent der Befragten dieses als besonders krisensicheres Geschäftsmodell ein. Im Gegensatz zu Ende 2020 sinkt dieser Wert um drei Prozentpunkte und bleibt somit stabil.

Von den befragten Franchiseunternehmen nahmen 60 Prozent die Krisenauswirkungen kaum oder sogar positiv wahr. Davon spürten 15 Prozent die Krise kaum. Spürbar positiv erlebten 23 Prozent der Unternehmen die politischen Entscheidungen. Stark positiv dagegen 14 Prozent und 8 Prozent sehr stark positiv.

Die anderen 40 Prozent erleben die Auswirkungen der Corona-Krise negativ. Davon spürbar negativ 23 Prozent, stark negativ 9 Prozent und sehr stark negativ Prozent.

Franchise als krisensicheres Geschäftsmodell

Der deutschen Franchiseverband sieht in den Ergebnissen der aktuellen Befragung eine robuste Belastbarkeit  des Geschäftsmodells „Franchise“. Als positiv wird auch der Netzwerkgedanke des Franchise in Krisenzeiten gesehen. Man sieht die Attraktivität des Geschäftsmodells durch die Krise gestärkt und blickt daher positiv in die Zukunft.

Unterschiede in den Franchisebranchen

Wie die einzelnen Branchen trotz Franchisemodell die Krise durchleben, wurde auch befragt. Der  deutsche Franchiseverband bewertet die Zahlen auch als deutlichen Indiz für den Vorteil eines Franchise. Insbesondere mittels einer durch das Franchise gegebenen Widerstands- und Innovationskraft dank einer besseren Anpassungsfähigkleit, sind auch stark von der Politik betroffenen Branchen gut durch die Krise gekommen.

Nachfolgend findest du die Ergebnisse, welche dich gerade als Franchiseanwärter interessieren können:

  • Handel: 33,3 Prozent bewerten die Auswirkungen der Krise negativ, 58,33 Prozent positiv und 8,33 Prozent neutral. 
  • Dienstleistungssektor: 41 Prozent bewerten die Auswirkungen negativ, 45 Prozent positiv, und 14Prozent neutral. 
  • Gastronomie, Freizeit- und Sport-Sektor: 42 Prozent bewerten die Auswirkungen negativ, 46 Prozent positiv und 12 Prozent neutral. 
  • Handwerk: Keine negativen Krisenfolgen spürbar. 43 Prozent eher positiv und 57 Prozent neutral.

Aufholjagt der Franchiseunternehmen

Wie auch die anderen Wirtschaftsbereiche hatten und haben die Franchiseunternehmen krisenbedingte Einbußen. Auch wenn die Krisenmassnahmen jetzt abflauen sollten, können diese nicht ohne Weiteres aufgeholt werden.

Weniger als sechs Monate, schätzen 43 Prozent der Franchiseunternehmen den Zeitraum, um ihre krisenbedingten Einbußen aufzuholen.  Etwa ein halbes Jahr, sehen 19 Prozent der Unternehmen dafür als nötig. Ein Jahr zum Aufholen sehen 15 Prozent der Unternehmer.  Von einem bis zwei Jahre schätzen 13 Prozent der Franchiser. Letztlich prognostizieren 10 Prozent der Unternehmen die Amortisation der Krisenfolgen auf über zwei Jahren.

Augrund der Zahlen betont auch der deutsche Franchiseverband die Wichtigkeit der Fortführung der staatlichen Krisenhilfen wie etwa die Überbrückungshilfen 3 Plus.

Zukunftsperspektive im Franchise

Wie entwickelt sich das Franchise künftig weiter? Entscheidende Punkte dafür sind die Franchisepartner-Gewinnung, die Betriebsanzahl und die Mitarbeiterentwicklung. So wurde der Wachstumsindex in der Rubrik Unternehmen bei 27 Prozent gemessen, einem Plus von fünf Prozentpunkten. Die Stimmungslage bei der Gewinnung neuer Partner ist um vier Prozentpunkte auf 21 Prozent gesunken. Positiver zeigte sich die Stimmungslage bei dem Index welcher das Beschäftigten-Wachstum bewertet. Dieser konnte um neun Prozentpunkte auf 14 Prozent zulegen.

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Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

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