19.05.2021

Digital-Gipfel-Event: Wirtschaft digital 2030?

Künstliche Intelligenz, GAIA-X oder Blockchain, die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Unternehmen ist gekoppelt an digitale Schlüsseltechnologien. Ambitionierte Ziele der Bundesregierung im Rahmen der Agenda "Wirtschaft digital 2030" treffen auf reale Hemmnisse in der Corona-Krise. Digitalverband Bitkom fordert eine Ausweitung des Förderprogramms "Digital Jetzt!".

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Künstliche Intelligenz braucht mehr Schwung in der unternehmerischen Praxis

Digitalisierung braucht mehr Schwung in der unternehmerischen Praxis

Auf Einladung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier fand am Dienstag das virtuelle Digital-Gipfel-Event „Ausblick: Wirtschaft digital 2030“ statt. Die Vorsitzenden der zehn Gipfel-Plattformen diskutierten hier mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgewählte digitale Zukunftsthemen und Handlungsfelder. Zentrales Thema: Die Stärkung digitaler Schlüsseltechnologien am Standort Deutschland sowie mehr Vertrauensbildung für wettbewerbskritische Komponenten wie Künstliche Intelligenz:

Corona zeigt: Wir dürfen bei der Digitalisierung keine Zeit verlieren. Wir müssen noch mehr in Zukunftstechnologien investieren und zugleich Vertrauen und Akzeptanz stärken. Bei der Künstlichen Intelligenz haben wir eine gute Ausgangsposition, die wir jetzt ausbauen müssen. Mit Hilfe von KI können wir Mobilität intelligent gestalten und Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen reduzieren.

- Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)

Das BMWi arbeite derzeit an verschiedenen Projekten, um digitale Zukunftstechnologien und das Vertrauen in sie zu stärken, unter ihnen z.B. GAIA-X, eine europaweite Dateninfrastruktur für ein florierendes, vitales Ökosystem für Datenanwendungen, KI und neue intelligente Services. Die Bundesregierung betonte erneut die Bedeutung der Digitalisierung für den Innovationsstandort und das deutsche Gemeinwesen.

Bitkom Studie: 50% der Unternehmen sind digitale Nachzügler

Kritischer kommentiert Digitalverband Bitkom den Digitalisierungsgrad mittelständischer Unternehmen in Deutschland. In der Corona-Pandemie habe sich der Graben zwischen digitalen Vorreitern und digitalen Nachzüglern weiter vertieft. Jeder Vierte fühle sich digital abgehängt:

  • 25 Prozent der Menschen in Deutschland sehen die Digitalisierung als Gefahr an.
  • In rund der Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen wurden zwar während der Corona-Krise längst überfällige Digitalisierungsvorhaben angeschoben, in etwas mehr als der Hälfte (52 Prozent) wurden gleichzeitig Digitalisierungsprojekte wegen Corona auf Eis gelegt.
  • Schätzten sich 46 Prozent der Unternehmen bei der Digitalisierung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen als Vorreiter ein, sind immer noch 50 Prozent in einem Aufholprozess begriffen.

Last not least lediglich 8 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen bereits Künstliche Intelligenz in ihrem Geschäftsalltag, weitere 30 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz für die Zukunft. Dem gegenüber steht ein deutliches Bewusstsein für die Relevanz Künstlicher Intelligenz: In einer Bitkom-Studie aus April 2021 sagten deshalb mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen: KI ist die wichtigste Zukunftstechnologie.

Die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz ziehen sich durch alle Branchen: Ärzten kann sie helfen, Röntgen- und CT-Bilder zu analysieren, sie bildet die Grundlage für das autonome Fahren und revolutioniert die Produktion in Fabrikhallen. Jetzt muss es darum gehen, KI mit noch mehr Schwung in die unternehmerische Praxis zu bringen.

- Bitkom Präsident Achim Berg

Digital Jetzt: Weniger Bürokratie, mehr Fördermittel

Digital-Verband Bitkom spricht sich deshalb aktiv gegen ein Übermaß an Regulierung und für mehr Freiräume aus, um neue digitale Technologien entwickeln und in der Praxis erproben zu können. Insbesondere Künstliche Intelligenz müsse gestärkt werden. Zugleich schlug Berg vor, das Investitionsprogramm „Digital jetzt!“ massiv auszubauen. 

"Digital Jetzt!" fördert digitale Vorhaben mit anteiligen nicht rückzahlbaren Zuschüssen bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal 100.000 Euro. Gefördert werden u.a. neue Geschäftsmodelle, intelligente Arbeits- und Produktionsprozesse, eine effektivere Kundengewinnung oder eine bessere Vernetzung, zum Beispiel mit Lieferanten. 

Sämtlich Mittelständische Unternehmen aus allen Branchen (inklusive Handwerksbetriebe und freie Berufe) können einen Antrag auf Förderung für ein "Digital Jetzt" Investitionsvorhaben stellen.

"Digital Jetzt" besteht im Kern aus zwei Fördermodulen:

  • Fördermodul 1 - "Investition in digitale Technologien": Hier erhältst du Zuschüsse für Investitionen in Soft- und Hardware, insbesondere für die interne und externe Vernetzung deines Unternehmens. Das können Datengetriebene Geschäftsmodelle sein, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Big Data, Sensorik, 3D-Druck sowie Investitionen in IT-Sicherheit und Datenschutz.
  • Fördermodul 2 - "Investition in die Qualifizierung der Mitarbeitenden": In diesem Modul sind Ausgaben für die digitale Qualifizierung deiner Mitarbeiter förderfähig.

Wichtig: Für alle bis zum 30.06.2021 eingehenden Anträge gelten als Antwort auf die Corona-Krise höhere Förderquoten.

Digital Jetzt: Förderantrag stellen

Registriere dich zunächst online über https://www.digitaljetzt-portal.de/ und nimm an den monatlichen Losverfahren teil. Die nächste Ziehung findet am 15. Juli 2021 statt. Teilnahmezeitraum hierfür ist der 16. Mai 2021 08:00 Uhr - 14. Juli 2021 16:00 Uhr. Anschließend finden weitere dem Verfahren analoge monatliche Auslosungen statt. Das Förderbudget für die nächste Ziehung am 15. Juli und sämtliche hierauf bewilligten Anträge beträgt Stand Redaktionsschluss: 12.000.000 EUR.

Digitalisierung praktisch gestalten

Digital Engineering

Digitalisierungsförderung für kleine Unternehmen

Digitalisierung, ja klar aber wie? Finde innovative Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Digitalisierung in kleinen Unternehmen. Der wirtschaftliche Druck der Corona-Krise, fehlendes Know-how sowie Unklarheit darüber, welche Bereiche im Unternehmen ein hohes Digitalisierungspotenzial aufweisen, lähmen die Investitionstätigkeit kleiner Unternehmen. Davon lässt du dich nicht unterkriegen.

7 Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung in kleinen Unternehmen

Damit die digitale Transformation gelingen kann, bedarf es eines Strukturwandels in kleinen Unternehmen. Diese sieben Faktoren sind erfolgskritisch. Selten zuvor wurde die Widerstandsfähigkeit etablierter Geschäftsmodelle härter geprüft, als in der Corona-Krise. Wer dessen ungeachtet einen unverfälschten Blick durch das Brennglas wagt, hat gute Chancen für eine erfolgreiche Metamorphose.

Digital Jetzt: Neue Investitionsförderung für KMU

Mit "Digital Jetzt" sicherst du dir finanzielle Zuschüsse bis zu 100.000 Euro für die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Ob für Investitionen in Hard- und Software, Datenschutz oder die Qualifizierung deiner Mitarbeiter, "Digital Jetzt" stellt dir die notwendigen Ressourcen bereit. Wir erklären Förderrichtlinien und Bewerbungsverfahren.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Redakteur für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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