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11.01.2019

Chainlink

Die digitale Verwaltung und dynamische Ausführung von komplexen Vertragsverbindlichkeiten zwischen unterschiedlichen Partnern ist seit Einführung der Ethereum-Blockchain und ihrer Smart Contracts auf stetem Weg zum Kernfeature einer vernetzten Economy 4.0. Die verlässliche Verknüpfung von vertragsdefinierenden Smart Contracts mit externen Datenquellen stellt jedoch immer noch ein Problem dar. Mithilfe eines dezentralen Oracle-Netzwerkes will das Unternehmen Chainlink diese Schnittstelle künftig abbilden.

Hinter Chainlink steht das 2016 gegründete StartUp Smart Contract. Dessen CEO Sergey Nazarov entwickelte bereits im Vorfeld P2P-Netzwerke und war Mitarbeiter bei FirstMark. Daneben zieren weitere illustre Namen das Advisory Board, wie z.B. Ari Juels, Professor für Informatik am Jacobs Institute der Cornell Tech und Co-Director der IC3 (Initiative for Cryptocurrencies and Contracts), Evan Chen, aktuell Director of Engineering bei Facebook oder Hudson Jameson, Community Manager bei Ethereum.

Die Sicherheitslücke der Smart Contracts schließen

Dass die Ethereum Smart Contracts kein "Allheilmittel" für digitale Abbildung von Vertragsverbindlichkeiten sind, wurde im Rahmen einer Langzeitstudie der Ethereum Smart Contracts bereits im vergangenen Jahr deutlich. Insbesondere der dezentrale Sicherheitsanspruch in der Ausführung von Smart Contracts kann mit aktuellen Methoden nicht gewährleistet werden. Sowohl das Einspeisen externer Datenquellen (offchain), als auch die Weitergabe von netzwerkinternen Daten (onchain) zum korrekten und vor allem dynamischen Ausführen von Smart Contracts sind aktuell noch nicht zuverlässig möglich.

Dabei benötigen insbesondere digitale Wertanlagen das Einbinden konstanter Newsfeeds etablierter Quellen (offchain, z.B. das Einbinden tagesaktueller Kurse aus entsprechenden Newsquellen in die Smart Contracts-Funktionalität – aka Kaufen/Verkaufen-Option gesetzt bei spezifischen eintretenden Margen). Digitale Versicherungspolicen wiederum benötigen exakte Daten über angebundene IOT-Devices mit möglichen Aussagen zum versicherten Ereignis (onchain, z.b. war die Tür verschlossen, als „eingebrochen“ wurde; war die Firewall online, als „gehacked“ wurde). Diese Übermittlung funktioniert verlässlich nur durch eine den single-point-of-failure ausschließende dezentrale Einbindung.

Das dezentrale Oracle – Netzwerk Chainlink als sichere Smart Contract-Schnittstelle

Chainlink selbst bildet ein dezentrales Netzwerk im dezentralen Netzwerk, indem es durch die Etablierung von durch Nodes betriebenen Oracles ein mehrteiliges Informationsschnittstellennetzwerk bildet, das ent-to-end verschlüsselt die sichere Konnektivität von Blockchaindaten mit externen Daten abbilden soll. Gestartet auf der Ethereum-Blockchain soll die Konnektivität mit anderen Ledgers künftig ebenfalls möglich sein (z.b. Hyperledger).

Als Incentive bei der Einrichtung solcher Nodes dient die interne Crypto-Währung LINK. Laut Coinmarketcap rankt diese zu Redaktionsschluss auf Platz 38 der Liste der Crypto-Währungen.

Prominente Abnehmer seiner Technologie hat SmartContract.com bereits vorzuweisen. Zusammen mit der SWIFT, dem weltweit führenden Anbieter für sichere Finanznachrichtendienstleistungen, erarbeitet man seit 2017 ein Swift-Smart-Oracle für internationale Finanztransfers.

Die Anwendungsbereiche kryptografisch verschlüsselter Datenfeeds aus der Schnittmenge von Smart Contracts und externen Datenquellen, API´s sowie prinzipiell kompatiblen anderen Blockchains sind jedoch nicht auf den Finanzsektor beschränkt, sondern bilden das gesamte Spektrum der Einsatzmöglichkeiten von Blockchain im Alltag ab.

Insofern bestehen für Chainlink gute Chancen sich als technologischer Multiplikator einer alltagstauglichen Crypto-Wirtschaft 2019 hervorzuheben.

Weiterführende Literatur zur Chainlink Oracle-Technologie und deren Wirkfeldern finden Sie auf link.smartcontract.com.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.