29.07.2019

Der neue BMWi Beratungszuschuss für KMU

Das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Zuständig für die Umsetzung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Gründer und KMU, sowie Unternehmen in Schwierigkeiten profitieren dabei ab sofort von einer Förderung externer Beratungsleistungen zu allen Fragen der Unternehmensführung. Was genau der Beratungszuschuss fördert und wie Sie sich bewerben können, fassen wir für Sie zusammen.

BMWi Beratungszuschuss

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
  • Das neue Förderprogramm fasst die bisherigen Programme „Förderung unternehmerischen Know-hows durch Unternehmensberatung“, „Gründercoaching Deutschland“, „Turn-Around-Beratung“ und „Runder Tisch“ zusammen.
  • Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
  • Der im Programm neu ausgegebene Beratungszuschuss zur "Förderung unternehmerischen Know-hows" unterstützt externe Beratungsleistungen in KMU.
  • Gefördert werden Beratungsleistungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Diesbezüglich qualifizierte Beraterinnen und Beratern bzw. Beratungsunternehmen werden hierfür extern engagiert.
  • Unternehmen in Schwierigkeiten erhalten den Beratungszuschuss ebenfalls zu allen Fragen der Wiederherstellung ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.

BMWi Beratungszuschuss – Wer kann die Förderung beantragen?

Der BMWi Beratungszuschuss fördert in 3 Kategorien:

  1. junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (Jungunternehmen)
  2. Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (Bestandsunternehmen)
  3. Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden – unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

Für alle Antragsteller gilt, dass sie der EU-Definition für Mittelständische Unternehmen entsprechen.

*Nicht antragsberechtigt sind in diesem Programm

  • Unternehmen sowie Angehörige der Freien Berufe, die in der Unternehmens-, Wirtschaftsberatung, Wirtschafts- oder Buchprüfung oder Steuerberatung bzw. als Rechtsanwalt, Notar, Insolvenzverwalter oder in ähnliche Weise beratend oder schulend tätig sind oder tätig werden wollen
  • Unternehmen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder die die Voraussetzungen für die Eröffnung eines solchen Verfahrens erfüllen
  • Unternehmen, die in einem Beteiligungsverhältnis zu Religionsgemeinschaften, juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder zu deren Eigenbetrieben stehen
  • Gemeinnützige Unternehmen und gemeinnützige Vereine sowie Stiftungen

Was fördert der BMWi Beratungszuschuss?

Es gibt 3 Beratungsschwerpunkte:

Allgemeine Beratungen

  • zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung

Spezielle Beratungen

Zusätzlich zu den Inhalten einer allgemeinen Beratung können Schwerpunktberatungen gefördert werden. Dazu zählen z.B.

  • Beratungen von Unternehmen, die von Frauen geführt werden
  • Beratungen von Unternehmen, die von MigrantInnen geführt werden
  • Beratungen von UnternehmerInnen mit anerkannter Behinderung
  • Beratungen zur besseren betrieblichen Integration von MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund,
  • Beratungen zur Arbeitsgestaltung für MitarbeiterInnen mit Behinderung,
  • Beratungen zur Fachkräftegewinnung und -sicherung,
  • Beratungen zur Gleichstellung und besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und solche
  • zur altersgerechten Gestaltung der Arbeit, zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Unternehmenssicherungsberatung

Unternehmen in Schwierigkeiten erhalten einen Beratungszuschuss zu allen Fragen der Wiederherstellung ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. (Zusätzlich kann eine weitere allgemeine Beratung zur Vertiefung der angestoßenen Maßnahmen gefördert werden.)

Die jeweilige Fördermaßnahme muss als Einzelberatung durchgeführt werden. Seminare oder Workshops werden in der Förderung allerdings nicht berücksichtigt.

Mehr Förderprogramme des BMWi für externe Beratungsleistungen

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Der Innovationsgutschein als Zuschuss für KMU

Innovationen sind für zirka ein Drittel des Wirtschaftswachstums verantwortlich. Rund 110.000 kleine und mittlere Unternehmen gehen jährlich mit neuen Produkten oder Prozessen an den Markt. Die Bundesregierung möchte, dass diese Zahl weiter steigt und hat zu diesem Zweck das Förderinstrument „Innovationsgutschein“ aufgesetzt sowie weitere länderspezifische innovationsfördernde Maßnahmen. Welche Maßnahmen KMU in ihrem jeweiligen Bundesland beantragen können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Wie hoch ist der BMWi Beratungszuschuss?

Die ausgezahlte Fördersumme wird anhand der Bemessungsgrundlage (=maximaler Höchstsatz) entlang der 3 Förderkategorien definiert. Generell gilt ein Fördersatz

für junge Unternehmen und Bestandsunternehmen

  • von 80% für die neuen Bundesländer (ohne Berlin und Leipzig)
  • von 60% für die Region Lüneburg
  • von 50% für die alten Bundesländer inklusive Berlin und Leipzig

für Unternehmen in Schwierigkeiten

  • von deutschlandweit 80%

Der maximale Höchstsatz für zu beantragende Mittel liegt

  • für junge Unternehmen bei 4000 EUR
  • für Bestandsunternehmen bei 3000 EUR
  • für Unternehmen in Schwierigkeiten bei 3000 EUR

Wo und Wie beantrage ich den BMWi Beratungszuschuss?

Die Antragstellung erfolgt online über die Antragsplattform des BAFA. Nach Vorabprüfung und Rückmeldung an den Antragsteller kann dieser bei positivem Bescheid ein qualifiziertes Beratungsunternehmen verbindlich beauftragen.

Jungunternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten, die einen Förderzuschuss für eine Unternehmensberatung beantragen möchten, müssen vor der Antragstellung ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner ihrer Wahl führen. Es muss sich um einen unter der Leitstelle registrierten regionalen Ansprechpartner handeln, der auf der „Liste Regionalpartner der Leitstelle“ aufgeführt ist.

Bestandsunternehmen können, müssen ein solches Gespräch aber nicht führen.

Nach Durchführung der Beratung muss ein Verwendungsnachweis innerhalb der 6-Monats-Frist ebenfalls online über die Antragsplattform des BAFA inklusive aller geforderten Nachweise eingereicht werden. Zunächst müssen Sie hier die Zahlung der Beratungskosten in voller Höhe nachweisen. Die Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses erfolgt dann nach abschließender Prüfung durch das BAFA.

BMWi Beratungszuschuss – Formulare, Downloads & Kontakt

Alle für den Antrag relevanten Formulare und Merkblätter nach Unternehmenskategorie hat das BAFA auf seiner Homepage zum Download bereit gestellt. Hier finden Sie u.a. auch nützliche Hinweise, wie Sie bereits im Vorfeld das richtige Beratungsunternehmen finden. 

Auskünfte zum Verfahren erteilt die Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes unter info@leitstelle.org. Die Förderung von Unternehmensberatungen liegt speziell in der Verantwortung von 

  • Frau Stephanie Deutz, Tel.: +49(0)221 362517, E-Mail: deutz@leitstelle.org
  • Frau Katharina Wiercinski, Tel.:+49(0)221 362517, E-Mail: wiercinski@leitstelle.org

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.