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10.10.2011

Auslaufmodell Festnetzanschluss

Immer mehr Haushalte in der EU verzichten auf einen Festnetzanschluss. 27% der Haushalte besaßen Anfang 2011 ausschließlich einen Mobilfunkanschluss. Vier Jahre zuvor waren es noch 24%. Spitzenreiter sind Tschechien und Finnland. Dort wird in 81% bzw. 78% der Haushalte ausnahmslos das Handy genutzt. Das gab der Hightech-Verband Bitkom auf Basis aktueller Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat bekannt.

Immer mehr Haushalte in der EU verzichten auf einen Festnetzanschluss. 27% der Haushalte besaßen Anfang 2011 ausschließlich einen Mobilfunkanschluss. Vier Jahre zuvor waren es noch 24%. Spitzenreiter sind Tschechien und Finnland. Dort wird in 81% bzw. 78% der Haushalte ausnahmslos das Handy genutzt. Das gab der Hightech-Verband Bitkom auf Basis aktueller Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat bekannt. Demnach sei das Handy in der EU mittlerweile die am weitesten verbreitete Form des Telefonanschlusses.

Dennoch bleibt Deutschland dem Festnetz weitgehend treu. Nur 12% der Haushalte hierzulande telefonieren ausschließlich mit dem Handy, eine Steigerung um 1 Prozentpunkt gegenüber 2007. Damit liegt Deutschland am unteren Ende der EU-Rangliste. Zusätzlich zur gut ausgebauten Festnetz Industrie gibt es eine weitere Ursache für die anhaltend hohe Festnetzdichte in Deutschland: die Verbindung der Telefonanschlüsse mit schnellen Internetverbindungen per DSL. Telefon, Internetanschluss – und immer häufiger auch der Fernsehanschluss – werden in der Regel preiswert im Paket angeboten.

Besonders hoch ist der Anteil der Nur-Handy-Haushalte in den mittel- und osteuropäischen Ländern. Ein Grund dafür ist der im Vergleich zu Westeuropa schlechtere Ausbau des Festnetzes. Zudem wird der Datenverkehr im Mobilfunk dank UMTS und LTE immer schneller, daher setzen immer mehr junge Internet-Nutzer auf einen mobilen Anschluss. So hat die Zahl der Handybesitzer in Deutschland erstmals die Benchmark von 60 Millionen überschritten: 61 Millionen Deutsche telefonieren mobil. Das entspricht 87 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren. Derzeit werden die letzten weißen Flecken Deutschlands mit dem neuen, mobilen Superbreitband LTE erschlossen, Deutschland ist auf dem Weg zur Vollversorgung. Insbesondere Senioren haben deutlich aufgeholt. Inzwischen verfügen knapp drei Viertel (72 Prozent) der Bundesbürger ab 65 Jahren über einen Mobilfunkanschluss, vor einem Jahr waren es erst 61 Prozent. In der jungen und mittleren Altersgruppe besitzt demgegenüber fast jeder ein Handy.

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Verena Freese