10.08.2012

Arbeitslosenversicherung für Selbstständige zu teuer

Durch Ursula von der Leyens Gesetz haben sich die Regelbeiträge verdoppelt

Die Zahl der Existenzgründer und Selbstständigen, die eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung für Selbständige beantragt haben, ging zwischen dem ersten Halbjahr 2010 und dem zweiten Halbjahr 2011 um mehr als die Hälfte zurück. Das meldet das Portal gruendungszuschuss.de. Grund: Durch ein von Ursula von der Leyen initiiertes Gesetz haben sich die Regelbeiträge zum Jahresbeginn 2011 und 2012 verdoppelt.

Die Zahl der Existenzgründer und Selbstständigen, die eine Aufnahme in die Arbeitslosenversicherung für Selbständige beantragt haben, ging zwischen dem ersten Halbjahr 2010 und dem zweiten Halbjahr 2011 um mehr als die Hälfte zurück, von fast 60.000 auf knapp über 27.000. Das meldet das Portal gruendungszuschuss.de.

Als Grund für den starken Rückgang nennt gruendungszuschuss.de: „Ende 2010 betrug der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für Selbständige monatlich 18 Euro (neue Bundesländer: 15 Euro). Durch ein von Ursula von der Leyen initiiertes Gesetz haben sich die Regelbeiträge zum Jahresbeginn 2011 und 2012 jeweils verdoppelt, sodass sie inzwischen 79 (67) Euro pro Monat betragen! Die Erhöhungen wurden bereits im zweiten Halbjahr 2010 bekannt, woraufhin viele Gründer schon damals auf einen Beitritt verzichteten.“

Der hohe Beitrag steht nach Einschätzung vieler Experten in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen, denn der erworbene Arbeitslosengeldanspruch liegt bei vielen Gründern nur geringfügig über dem, was sie auch an Arbeitslosengeld II erhalten würden. Vor allem Gründer, die nicht über Abitur oder einen Hochschulabschluss verfügen, profitieren nur in unzureichendem Maße, denn sie erhalten bei gleichem Beitragssatz weniger Arbeitslosengeld.

Demnach empfiehlt es sich für alle Gründer, welche noch Mitglied in der Versicherung sind, gründlich abzuwägen, ob das Risiko einer Arbeitslosigkeit den Beitrag rechtfertigt. Dazu muss man sich zunächst einmal informieren, wie viel Arbeitslosengeld Sie im Leistungsfall überhaupt erhalten würden. Eine reguläre Kündigung der Versicherung ist zwar erst nach fünf Jahren möglich, jedoch wird, wer die Beitragszahlungen einstellt, nach drei Monaten automatisch aus der Versicherung ausgeschlossen. Der Versicherungsschutz besteht trotzdem noch bis zu zwölf Monate fort.

Über den Autor

Verena Freese

Ähnliche News für Gründer und Unternehmer
27.12.2018

Selbstständig machen als Subunternehmer?

Vorteile und Fallstricke rund um die Existenzgründung als Subunternehmer

Selbstständig machen als Subunternehmer?

Aufträge als Subunternehmer auszuführen ist in der Bau- und anderen Branchen sehr üblich. Wir erklären, wie das Subunternehmer-Sein funktioniert und welche Vorteile es hat. Außerdem zeigen wir, welche Kosten Subunternehmen haben und wie man mit Hauptauftraggebern umgeht, die wegen angeblicher Mängel nicht zahlen.

02.01.2017

Unternehmernews der Woche 1/2017

Unternehmerstories 2016, kostenfreie Vorlagen für Unternehmer, Neuregelungen ab Januar 2017 uvm.

Unternehmernews der Woche 1/2017

Als erstes wünschen wir unseren Mitgliedern, Partnern und Lesern ein erfolgreiches, herausforderndes und aufregendes Jahr 2017! Passend dazu haben wir wieder die wichtigsten News für Unternehmer und Gründer zusammengefasst. Unter anderem geben wir Ihnen einen umfangreichen Überblick über neue Gesetze und Bestimmungen, die Sie ab Januar 2017 erwarten werden. Alles andere lesen Sie hier.

27.12.2016

Unternehmernews der Woche 51/2016

Franchiseübernahme Joey's Pizza, KfW-Unternehmerkredit im Fördermittelcheck uvm.

Unternehmernews der Woche 51/2016

Wir hoffen Sie konnten die Weihnachtstage nutzen, konnten etwas Kraft tanken und sind nun bereit mit den wöchentlichen Unternehmernews bestens informiert ins neue Jahr zu starten. Wir haben die wichtigsten Informationen wieder für Sie zusammengefasst und wünschen Ihnen, unseren Lesern, Mitgliedern und Partnern einen grandiosen Rutsch ins neue Jahr.

unternehmenswelt