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15.01.2010

Die Reform des Insolvenzrechts wird weiter verzögert

Als im letzten Jahr die Wirtschaftskrise mit teilweise spektakulären Unternehmenspleiten durchs Land zog, wollte der damalige Wirtschaftsminister zu Guttenberg das Insolvenzrecht zeitnah reformieren. Leider ist bis heute keine Änderung eingetreten, was sich in diesem Jahr in einer weiter steigenden Zahl von Insolvenzen, verbunden mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, auswirken wird.

Als im letzten Jahr die Wirtschaftskrise mit teilweise spektakulären Unternehmenspleiten durchs Land zog, wollte der damalige Wirtschaftsminister zu Guttenberg das Insolvenzrecht zeitnah reformieren. Leider ist bis heute keine Änderung eingetreten, was sich in diesem Jahr in einer weiter steigenden Zahl von Insolvenzen, verbunden mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, auswirken wird.

Im neuen Koalitionsvertrag heißt es, dass "das Insolvenzrecht den Herausforderungen angepasst werden müsse" und das Justizministerium verkündet, dass man "zügig einen neuen Entwurf vorlegen möchte". Dabei braucht Deutschland keinen neuen Entwurf, sondern nur die schnellstmögliche Umsetzung der vorliegenden Reformvorschläge. Da sich spätestens im 2. Quartal 2010 ein Großteil der angeschlagenen Unternehmen refinanzieren muss und diese Refinanzierung nicht in jedem Fall gelingen wird, könnte ein bis dahin reformiertes Insolvenzrecht viele Unternehmen vor der Insolvenz retten.

Das Schlüsselbegriff heißt dabei "außergerichtliches Sanierungsverfahren". Dadurch müssen Unternehmen nicht zwingend in Insolvenz gehen und somit werden Unternehmen und Arbeitsplätze gerettet. Außerdem sollte das Insolvenzverfahren nach dem Vorbild des Chapter-11-Verfahrens erleichtert und modernisiert werden, damit die Verfahren planbarer werden und auch die Gläubiger mehr Einfluß auf das Insolvenzverfahren bekommen.

Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat seit 2001 erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung der Zielgruppe Gründer und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er damit Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern.
Sein Schwerpunkt der letzten Jahre lag auf unternehmenswelt.de, der mittlerweile größten Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern. Die nächsten Jahre will er sich mit seinem Team dem Aufbau der Zandura-Plattform widmen, welche Unternehmer in der Digitalisierung ihres unternehmerischen Alltags unterstützt.