7 Tipps für eine erfolgreiche Franchisepartnerschaft

Der Start in die Selbständigkeit kann mit einem am Markt erfolgreich agierenden Geschäftsmodell und der Unterstützung eines Franchisegebers wesentlich einfacher sein. Wie du diesen Wettbewerbsvorteil des Franchise für die Gründung deines eigenen Unternehmens nutzen kannst, haben wir dir in sieben knackigen und hilfreichen Tipps zusammengefasst.

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7 Tipps für eine erfolgreiche Franchisepartnerschaft

Tipp 1: Grundlagen des Franchising kennen

Wenn du dich schon immer selbst verwirklichen und deine Existenz in deine eigenen Hände nehmen wolltest, aber nicht so richtig weisst, wie du damit startest, lohnt es sich Franchise Wissen anzueignen. Denn die Erfolgsaussichten von selbständigen Franchisenehmern sind im Vergleich zu klassischen Existenzgründungen mit einer eigenen Geschäftsidee nachweislich höher.

Insbesondere in der Gründungsphase bis zu den ersten drei Jahren nach Gründung, machen sich die Vorteile als Franchisenehmer bemerkbar. Diese beruhen auf der Unterstützung durch den Franchisegeber. Dieser hat in der Regel ein am Markt etabliertes Geschäftsmodell entwickelt und stellt dieses selbständigen Partnern zur Verfügung.

Von diesem entwickelten Franchise-System kannst du als Gründer in allen Belangen der Gründung, von Standortauswahl, Bestandsschutzmaßssnahmen bis hin zu Marketingkonzept und Unternehmensführung profitieren.

Gleichzeitig musst du dir natürlich vor Augen führen, dass dieses vorgegebene Know-how weniger Handlungsspielraum in deiner Selbstständigkeit zulässt. In einem Franchising bist du im Grossen an die Vorgaben der Marke gebunden und zahlst mit deinem unternehmerischen Handeln auch darauf ein.

Als kreativer Gründer, der etwa als Gastronom die Zubereitung seiner Speisen gern individuell variieren möchte, aber via Vertrag an die Vorgaben des Franchisegebers und dessen Rezepturen gebunden ist, solltest du über eine Franchisepartnerschaft gut nachdenken.

Tipp 2: Das passende Franchise-System auswählen

Aufgrund der Fülle von Franchise-Systemen, kann man in Deutschland schnell den Überblick verlieren. Überlege daher genau, was du in deinem Berufsalltag konkret erreichen willst, welche persönlichen Qualifikationen dich dazu befähigen und welches Franchise-System zu dir passt.

Um die verschiedenen Franchise-Konzepte beurteilen zu können, musst du dich intensiv mit diesen beschäftigen. Recherchen im Internet, Markenratings, Rezensionen und der Besuch bestehender Franchise-Partner können die Zahlenangaben der verschiedenen Franchisegeber bestätigen oder in Frage stellen.

Zum Vergleich verschiedener Franchise-Systeme, gilt es insbesondere folgende Fragen zu beantworten:

  • Was für Start- und Folgeinvestitionen fallen an?
  • Welche Gebühren und laufenden Aufwendungen sind zu tätigen?
  • Wie sieht der Leistungskatalog des Franchisegebers aus?

Tipp 3: Franchise-Partner befragen

Auch im Franchise können diverse Risiken lauern. Diese liegen meist auf Seiten des Franchisepartner-Vertrages. Daher gilt es undurchsichtige Verträge, überhöhte Gebühren, unrealistische Gewinnversprechen im Vorfeld zu lokalisieren.

Neben dem Vergleich mit anderen Franchisegebern, ist der beste Weg Irritationen zu erkennen, bestehende Franchise-Partner zu befragen. So kannst du inkognito bestehende Franchisenehmer beobachten und ansprechen. Seriöse Franchisegeber, haben die Möglichkeit, sich mit bestehenden Franchisepartnern auszutauschen von Grund auf fest in ihrem Auswahlverfahren verankert.

In dem Gespräch mit den bestehenden Franchise-Partnern solltest du soviel wie möglich Informationen zum Franchisevertrag, Produkten, Lieferanten, Abläufen, zentralen Leistungen, Gewinnzonen und nicht zuletzt den Möglichkeiten der Einflussnahme auf vorgegebene Prozesse erfragen.

Tipp 4: Businessplan erstellen

Durch die Wahl eines Franchise-Systems kannst du viele Vorteile und gewisse Sicherheiten erhalten. Diese können deine unternehmerischen Risiken zwar minimieren, aber nie gänzlich tilgen.

Du bist auch als Franchisenehmer ein selbständiger Unternehmer und trägst dementsprechend unternehmerische Risiken. Deswegen gilt es auch bei der Gründung mit einem Franchising, das Konzept deines favorisierten Franchise-Systems mit deinen persönlichen Eigenschaften genau abzustimmen.

Dies passiert wie bei jedem anderen Gründer und Unternehmer auch, mittels der Erstellung eines Businessplan. Du musst zu den Angaben deines zukünftigen Franchisepartners  zusätzlich eine eigene Analyse zu Markt und Wettbewerb treffen sowie den Investitions- und Finanzierungsbedarf für deine Partnerschaft errechnen.

Die meisten Franchise-Verträge werden über einen Zeitraum von 10 Jahren geschlossen. Daher sollte deine Businessplanung etwas langfristiger als normal ausfallen.

Der selbst erstelle Businessplan macht dir die Durchführung und die Kennzahlen deiner Existenzgründung noch einmal bewusst und ist auch deine Vorlage für alle Verhandlungs- und Vertragspartner im Zuge deiner Gründung. Natürlich darf und sollte die Franchisezentrale bei der Erstellung deines Businessplans behilflich sein.

Tipp 5: Finanzen planen und Liquidität sparen

Insbesondere der Finanzplan im Rahmen deines Businessplans sollte laufende Gebührenzahlungen und sonstige Zahlungen im Rahmen deiner Franchisepartnerschaft wie für Marketing oder Buchhaltung, aber auch die individuellen Kosten deiner Lebenshaltung beinhalten. Anhand der Zahlen solltest du die Tragfähigkeit deines Vorhabens erkennen.

Ausserdem ermittelst du mit deinem Finanzplan, wie viel Eigenkapital dir zur Verfügung steht und wie viel davon du für die Gründung mit dem jeweiligen Franchise-System aufwenden musst. Dein Franchisegeber nennt dir in aller Regel den genauen Wert deiner zu tätigenden Anfangsinvestionen und die in der Folge eurer Franchise-Partnerschaft.

Prinzipiell gilt es bei der Finanzplanung, soviel wie möglich Eigenkapital sprich Liquidität zu sparen. Dies für unvorhergesehene Anlässe oder einen schleppenden Start. Dazu gilt es neben der Auswahl der Rechtsform auch alle mögliche Fördermittel, Zuschüsse und lukrative Gründungsdarlehen auszunutzen.

Entsprechend solltest du dich umfangreich über die möglichen Förderungen des Bundes, der Länder oder deiner Gemeinde informieren.

Tipp 6: Franchisevertrag juristisch prüfen lassen

Vereinbarungen im Franchising sind juristisch gesehen noch eine junge Vertragsart. Dieses zeigt sich unter anderem daran, dass es noch nicht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) oder Handelsgesetzbuch ausdrücklich geregelt ist. Eine umfangreiche Rechtssprechung definiert bislang massgebliche Streitpunkte.

Deswegen solltest du den Franchise-Vertrag genau prüfen und bei Unkenntniss oder Unverständnis prüfen lassen, bevor du ihn unterschreibst.

Besonders wichtig dabei ist auch, dass du eine eventuelle Finanzierungszusage für zu tätigende Investitionen abwartest, bevor du den Franchisevertrag unterschreibst. Dieser ist nach Unterschrift juristisch bindend. Ohne entsprechend definierte Rücktrittsklauseln, musst du sonst ernsthafte Konsequenzen befürchten.

Tipp 7: Mit dem Planen kommt das Machen

Wie du an den vorhergehenden Tipps erkennen konntest, beinhaltet auch die Vorbereitung einer Existenzgründung mit einem Franchise ein hohes Mass an Selbständigkeit. Die eigenständige Beschaffung von Informationen, die Beantragung von Fördermitteln, die Beschäftigung mit Themen wie Steuern und Buchhaltung, Bankabsagen, der Umgang mit Behörden oder zukünftigen Mitarbeitern zeichnen deine Tätigkeiten als Unternehmer vor.

Bist du ein Macher und lässt dich nicht von Gegenwind, behördlichen Missmut oder langwierigen Vorgängen einschüchtern? Dann bist du bereit für deinen erfolgreichen Lebensweg als Unternehmer und damit auch als Franchisepartner.

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Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

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