21.11.2017

Konzepte gegen den Krankenstand

Was Sie als Unternehmer für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun können – und für sich selbst

Rückenschmerzen – das ist die häufigste Einzeldiagnose bei Fehlzeiten der Mitarbeiter! Mit regelmäßigen Fitness-Übungen und gesunder Lebensführung ließe sich einiges tun. Doch wird das betriebliche Gesundheitsmanagement hierzulande noch vernachlässigt. Wie Sie Ihren Mitarbeitern den Rücken stärken, lesen Sie hier!

Betriebliche Gesundheit als unternehmerischen Faktor begreifen

Gesunde Mitarbeiter leisten mehr in ihrem Unternehmen

Die Gesundheit der Belegschaft ist für jeden Unternehmer das größte Kapital: mit ihr steht und fällt der Erfolg des Betriebes. Denn ohne Mitarbeiter, kein Unternehmen – so einfach ist das. Einige Ausfälle lassen sich meist kompensieren, aber jedes Unternehmen hat eine 'kritischen Masse', ab der die Krankenstände keinen geregelten Betrieb mehr zulassen. Die Krankenstände führen zum Fachkräftemangel, der Fachkräftemangel führt zu sinkender Produktivität und macht sich im schlimmsten Falle auch in der Qualität der Waren und Dienstleistungen bemerkbar. Gleichzeit bedeutet dies: Weniger Umsatz, sinkende Einnahmen und dazu noch die Ausgaben für das Krankengeld. Aus unternehmerischer Sicht sollte man nicht warten bis es soweit ist, sondern aktiv etwas für die betriebliche Gesundheit der Belegschaft tun – und dann gleich mit gutem Beispiel voran gehen.

Gegen Mangel- und Fehlbelastungen, für eine gesunde Lebensführung

Mit einfachen Übungen kann man typisdchen Schmerzen am Arbeitsplatz vorbeugen

Aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland wird das Lebensalter der Beschäftigten auch immer höher. Bei vielen Global Playern wie Audi und Daimler ist ein Drittel der Belegschaft über 50 Jahre alt. Dies bringt fast zwangsläufig einen erhöhten Krankenstand mit sich – mit Rückenschmerzen als massiven Fehlzeitenverursacher.

Das man dem Vorbeugen kann, zeigen zunehmend Unternehmer, die für das Ursache-Wirkung-Prinzip sensibilisiert sind und einiges tun, das heißt verlockende Gesundheitsangebote für die Mitarbeiter machen. Mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement gehen sie gegen Mangel- und Fehlbelastungen am Arbeitsplatz vor und sorgen zudem für eine gesunde Lebensführung: Mit Gymnastik am Fließband oder im Büro, mit Rückenschulen vor Ort, mit Ruhezonen in speziellen Wohlfühlräumen, mit Fitness auf dem Werksgelände oder in Kooperation mit ausgesuchten Fitness-Centern und begleitenden Trainern und Ärzten, mit Ernährungsberatungen, Betriebssportvereinen uvam. BMW geht sogar soweit Führungskräfte und 'Gesundheitsbotschafter' zu schulen, damit diese mit gutem Beispiel voran gehen. Denn vielen Unternehmen mangelt es in Bezug auf betrieblicher Gesundheitsvorsorge genau daran: an guten Vorbilder. Auch was die Einhaltung von Pausen anbetrifft: Im vermeintlichen Fleiß oder dem täglichen Druck des Tagesgeschäfts tun es viele Angestellte ihrem Vorgesetzten gleich und lassen zum Beispiel die Mittagspause einfach ausfallen.

Tipps & Anregungen für ein betriebliches Gesundheitsmanagement

Es scheint im wahrsten Sinne des Wortes Bewegung ins Spiel respektive Arbeit zu kommen, denn: Die TK (Techniker Krankenkasse) hat in ihrem Gesundheitsreport 2016 einen Rückgang der Fehlzeiten durch Muskel-Skelett-Erkrankungen um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Wichtigste Voraussetzung, um die Mitarbeiter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ins Boot zu holen: die Angebote müssen niedrigschwellig und auf die jeweiligen Altersgruppen zugeschnitten sein.

Hier ein paar Tipps und Anregungen von Unternehmenswelt an Unternehmer und Gründer:

  • Wasser statt Limo und Früchte statt Kekse auf den Besprechungstisch
  • Vielleicht mal eine Rückenschule statt einer Vertriebsoffensive starten?
  • Überlegen Sie, ob in die Ecke anstatt des Süßigkeitenautomats ein Indoor-Fahrrad passt – und/oder ein Kicker
  • Gestalten Sie die Rumpelkammer Ihres Betriebes als Ruhe- und Chillout-Raum - am besten zusammen mit Ihren Mitarbeitern. Das sorgt für Spaß und stärkt die Bindung zum Unternehmen
  • Checken Sie Ihre Budgets, ob es noch Mittel für Raucherentwöhnung, Stressmanagement und Entspannungstraining geben kann
  • Oder machen Sie es japanischen Unternehmen gleich: gewähren Sie Ihrer nichtrauchenden Belegschaft sechs Tage mehr Urlaub im Jahr. So werden die Rauchpausen der Arbeitskollegen kompensiert und weitere Anreize geschaffen, um mit dem nachweislich gesundheitsschädigenden Rauchen aufzuhören

Die gute Nachricht zuletzt: Krankenkassen verfügen über Fördergelder zur Gesundheitsvorsorge in Betrieben! Rufen Sie an und lassen Sie sich aufklären. Denn auch die Finanzämter gewähren einen 500-Euro-Steuerfreibetrag für Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Quelle: Berliner Morgenpost, 20.11.2017

Über den Autor

Marcos López

Marcos López

Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Redakteur und freier Autor. Er ist in Zürich geboren, wächst in Madrid und in der Nähe von Frankfurt am Main auf, bevor er vor der Wende nach Berlin kommt. Hier moderiert er im Hörfunk, schreibt für diverse Stadtmagazine und wird auch als DJ und Produzent bekannt. Von den Neuen Medien und Sozialen Netzwerken fasziniert, gestaltet er Beiträge für Print, Web und TV.

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