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04.07.2019

Deutscher Gründerpreis 2019

German Bionic Systems GmbH aus Augsburg (StartUp), Boxine GmbH aus Düsseldorf (Aufsteiger), Alfred Theodor Ritter (Lebenswerk) und das Team Luvaq von der Internatsschule Schloss Hansenberg, Geisenheim (Schüler) sind die diesjährigen Gewinner des deutschen Gründerpreises. Am 2. Juli wurde die Auszeichnung unter den Augen der Initiatoren von STERN, Sparkassen, ZDF und Porsche im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin verliehen. Wir stellen Ihnen die Preisträger vor.

Alle Preisträger mit Pokal zur Preisverleihung

Die Preisträger v.re.n.li. Boxine GmbH (Aufsteiger), Team Luvaq Internatsschule Hansenberg (Schüler), Alfred Theodor Ritter (Lebenswerk), German Bionic Systems GmbH (StartUp) - Bild: Franziska Krug

Der Deutsche Gründerpreis ist die wichtigste Auszeichnung für Unternehmer in Deutschland. Mut zur Selbständigkeit und Unternehmertum sollen mit ihm honoriert und nachhaltig gefördert werden. Seit 2002 wird der Deutsche Gründerpreis von den Initiatoren STERN, Sparkassen, ZDF und Porsche ausgelobt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt. Renommierte Mitglieder aus Kuratorium und Expertennetzwerk stehen den Preisträgern in allen unternehmerischen Belangen Rat gebend zur Seite.

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Deutscher Gründerpreis

Seit 2002 honoriert der Deutsche Gründerpreis als wichtigste unternehmerische Auszeichnung in Deutschland herausragende Gründer und innovative Geschäftsideen. Er wird in den Kategorien StartUp, Aufsteiger, Lebenswerk und in einem besonderen Wettbewerb für Schüler verliehen. Wir versammeln alle Informationen zum Auswahlverfahren und den Vergabekriterien für ambitionierte Preisträger.

Am 2. Juli war es endlich soweit. Die sechs Finalisten, jeweils drei in den Kategorien StartUp und Aufsteiger, hofften anlässlich der Preisverleihung im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin allesamt auf den Gründerpreis-Pokal. Ohnehin dürfen sich Finalisten und Preisträger in den bezeichneten Kategorien über eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Porsche Consulting GmbH freuen. Darüber hinaus zählen ein Medientraining und Zugang zum Alumni-Netzwerk des Deutschen Gründerpreises zu den Vorteilen. Weiterhin übernimmt das Kuratorium des Deutschen Gründerpreises Patenschaften für die Gewinner.

German Bionic Systems wurde erst 2017 von Robotics-Experte Dr.-Ing. Peter Heiligensetzer und seinem Cousin Telematik- und Netzwerk-Spezialist Armin G. Schmidt gegründet. Ihre innovative Geschäftsidee leitet sich ursprünglich aus der Orthopädie ab. Hightech-Prothesen für Menschen mit Behinderungen waren die Ausgangsreferenz für die futuristischen Exoskelette von Heiligensetzer und Schmidt, die schweres Heben in der industriellen Anwendung erleichtern sollen. Mit dem Ziel diese Ansätze aus der medizinischen Forschung für die Industrie 4.0 nutzbar machen, entwickelten die Gründer ihre Exoskelette für den Einsatz in der Industrie, z.B. zum Montieren von Autoreifen, Heben von Koffern oder Paketen.

Innerhalb der mindestens 25.000 Euro teuren High-Tech-Geräte registrieren Sensoren die Bewegungsmodi seiner Träger. Sobald man sich vornüber beugt, werden kleine Motoren zugeschaltet und die Gewichtslast neutralisiert. Dies funktioniert bis zu einem Gewicht von 25kg. Belastungen von Rücken und Gelenken werden dadurch erheblich reduziert. Einzige Herausforderung in der Adaption der neuen Technologie sind jeweils im Vorfeld sicher zu stellende Kohärenz von interner Software des Exoskeletts mit den bereits bestehenden Systemen.

„Ein sehr interessantes, marktreifes Produkt mit hohem Innovationsgrad und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, das einen Zukunftsmarkt besetzt“, befanden die Juroren.

Durch den Einsatz der Exoskelette lassen sich nicht nur Rückenschmerzen vermeiden, sondern außerdem Arbeitsunfälle reduzieren. In Zeiten von demografischem Wandel und Fachkräftemangel ist der Einsatz von Exoskeletten damit zugleich eine Investition in die betriebliche Gesundheitsvorsorge.

Aktuell beschäftigt das Unternehmen 50 Mitarbeiter und hat eine Umsatzprognose für 2019 in Höhe von 5 Mio EUR vorgelegt. Innerhalb nur eines Jahres, unterstützt durch Investoren aus Europa und Asien, gelang es den Gründern ihre Idee zu einem marktreifen Produkt zu entwickeln, das in dieser Form bislang einzigartig ist. Nach Markteintritt in der DACH-Region und Japan, soll die Expansion in weitere europäische Märkte und nach Korea folgen.

Der Grafiker Patric Faßbender und der Ingenieur Marcus Stahl sind die Gründer der Boxine GmbH. Als Eltern wussten sie aus eigener Erfahrung um den Kampf im Kinderzimmer mit allabendlich ruckelnden CD´s in anachronistischen Playern. Für dieses Problem musste es doch eine Lösung geben? Und die fanden sie auch. Seit 2016 gibt es die patentierten Tonies, Abspielgeräte als kuschelige Würfel jeweils konnektierbar mit unterschiedlichen Aufsatzpuppen für das perfekte Hörspiel. Die Puppen kommen z.B. als die Drei Fragezeichen, Benjamin Blümchen oder Räuber Hotzenplotz und liefern das jeweils passende Hörspiel. Die Unterhaltungselektronik für Kinder ab drei Jahren kostet rund 100 EUR komplett - 80 Euro zahlt man für die Box und je 15 EUR für eine Figur.

Unterstützt von „Family and Friends“ kündigten Faßbender und Stahl ihre Jobs und widmeten sich dreieinhalb Jahre lang ausschließlich der Entwicklung ihrer Idee. Der Durchbruch kam 2016 im Weihnachtsgeschäft mit Verkauf von 30.000 Starterboxen. Daraufhin machte das Unternehmen innerhalb der ersten vier Monate 2,2 Millionen Euro Umsatz. Bereits 2017 war Boxine profitabel und erwirtschaftete im Jahr 2018 stattliche 60 Millionen EUR Umsatz.

Die „überzeugende Idee“ und die „hervorragende Umsetzung“ der Gründer überzeugten die Jury. Beeindruckt zeigte sie sich außerdem, wie es den Gründern gelungen ist „in kurzer Zeit eine Marke zu etablieren“, denn der Spielwarenmarkt ist schwierig und wettbewerbsintensiv. Damit sich Boxine hier weiterhin durchsetzen kann, werden sowohl Portfolio als auch Märkte weiter ausdifferenziert. Tonies mit Aufnahmemöglichkeiten für eigene Inhalte gibt es bereits, Angebote für Kinder ab 10 Jahren sollen folgen. Expansionen in weitere europäische Märkte, in die USA und gen China sind außerdem geplant.

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Wer hat sie nicht schon mal geknackt – quadratisch, praktisch, gut, oder? Doch obwohl vermutlich jeder die Ritter Sport-Schokolade kennt, ist Alfred Theodor Ritter, der heutige Miteigentümer der Alfred Ritter GmbH & Co. KG sowie Enkel des Unternehmensgründers Alfred Eugen Ritter nicht ganz so berühmt.

Alfred Theodor Ritter ist von Hause aus Psychologe und es sah zunächst nicht so aus, als ob er die Geschicke des Familienunternehmens übernehmen würde. Erst ab 1982, acht Jahre nach dem Tod des Vaters, wurde er Vorsitzender des Beirats und im Zuge interner Umstrukturierungen und Krisenmanagement übernahm Ritter schließlich auch die operative Leitung des Unternehmens 2004: „So ein Unternehmen ist wie ein Familienmitglied, das kann man nicht hängen lassen, wenn es ihm schlecht geht.“ erklärte er diesen Schritt folgerichtig.

Ritter, der als Familienunternehmer „nicht in Quartalsbilanzen, sondern in Generationen“ denkt, verfolgt diesen Grundsatz bei Ritter Sport buchstäblich. Seit mehr als 30 Jahren produziert Ritter Sport mit Ökostrom. Die Schokoladenverpackungen sind seit 1991 aus recyclingfähigem Polypropylen hergestellt. Seit 2002 ist das hauseigene Blockheizkraftwerk in Betrieb. Als Mitglied der Initiative ZNU goes Zero, ins Leben gerufen vom Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung, hat sich Ritter Sport außerdem verpflichtet bis 2022 klimaneutral zu wirtschaften. Mehrfach wurde Ritter Sport als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet.

Die Jury ehrte nun genau dieses Engagement:

„Alfred Theodor Ritter ist ein in jeder Hinsicht vorbildlicher Unternehmer, dem es schon sehr früh gelungen ist, verantwortliches Handeln, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg miteinander zu verknüpfen.“

Alfred Theodor Ritter hat sein Familienunternehmen erfolgreich aus der Krise geführt. Heute hat Ritter Sport in Deutschland einen Marktanteil von rund 20%, wird in über 100 Ländern verkauft und erwirtschaftet einen Umsatz von 489 Millionen Euro. Doch auch über das Familienunternehmen hinaus hat Alfred Theodor Ritter beeindruckende unternehmerische Erfolge erzielen können. Er gründete mehrere Firmen im Bereich der Umwelttechnik und produzierte den „Hotzenblitz“, eines der ersten Elektroautos Deutschlands. Seit 1990 unterstützt der Unternehmer zudem Kakaobauern in Nicaragua u.a. seit 2013 mit dem Bau einer eigenen Kakaoplantage, die inzwischen rund 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Grüne Unternehmen und ihre Bedeutung innerhalb der Unternehmerlandschaft

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Grüne Unternehmen in Deutschland

Das Streben nach nicht ausschließlich finanziellem Profit, sondern zusätzlich nach sozialem oder ökologischem Mehrwert kennzeichnet Grüne oder im Allgemeinen nachhaltige Unternehmen. Wie viele Grüne Unternehmen gibt es in Deutschland und aus welchen Branchen kommen Sie? Wo liegen Wachstumsmärkte für Grüne Unternehmer? Mit welchen Herausforderungen sehen sich Grüne Gründer aktuell am stärksten konfrontiert? - Der Green Startup Monitor kennt die Antworten zum aktuellen Status Quo.

In der Kategorie Schüler wurden die zehn besten Teams bereits am 25. Juni 2019 im Rahmen einer bundesweiten Siegerehrung im Verlagshaus Gruner + Jahr in Hamburg ausgezeichnet. Teilnehmen konnten im Vorfeld Jugendliche ab 16 Jahren.

Die Teams der Plätze 1-5 gewannen eine Teilnahme am „Future Camp“, ein individuell auf sie zugeschnittenes, viertägiges Management- und Persönlichkeitstraining auf Schloss Kröchlendorff in der Uckermark. Über Praktika bei Unternehmen, die bereits den Deutschen Gründerpreis erhalten haben, durften sich die Plätze 6-10 freuen.

Sieger im Existenzgründerplanspiel wurde das Team Luvaq von der Internatsschule Hansenberg. Eine mobile Wasseraufbereitungsanlage der Schüler in Eigenbau konnte die Jury überzeugen. Dabei handelt es sich konkret um einen 20 Liter fassenden Behälter namens CleanCan aus Meeresplastik. In diesem Behälter befindet sich ein manuell rotierbarer UVC-Stab, der verunreinigtes Wasser mit einer kurzwelligen Frequenz von 265 nm in wenigen Minuten aufbereiten kann. 2,2 Milliarden Menschen weltweit müssen laut einem Fortschrittsbericht der Vereinten Nationen auf eine sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser verzichten. Der Einsatz von CleanCan kann insbesondere diesen Menschen in Krisengebieten (Cholera-Gefahr) und allgemein infrastrukturell schwachen Regionen zugute kommen.

Der Deutsche Gründerpreis hat auch in diesem Jahr die Bandbreite unternehmerischer Persönlichkeiten, innovativer Konzepte und rasanter Geschäftsentwicklungen in Deutschland aufgezeigt. Wie man diese Kompetenzen in einen generationenübergreifenden Dienst stellen kann, wurde in der Person Alfred Theodor Ritter eindrucksvoll sichtbar. Dass die nächste Generation mit nachhaltigem Erfinder- und Unternehmergeist bereits in den Startlöchern steht, demonstrierten die einfallsreichen Schüler-Teams im Existenzgründer-Planspiel. „Made in Germany“ zeigt sich wieder als patentierte Wertarbeit.

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Bei den Nominierungen für den Deutschen Gründerpreis 2018 ist jede Menge smarte Technologie im Spiel. In den Kategorien „Startup“ und „Aufsteiger“ sind insgesamt sechs Finalisten nominiert. Ein erfolgreicher Markteintritt der jungen Startups sowie außerordentliches Wachstum der Aufsteiger qualifizieren für eine Chance auf den Deutschen Gründerpreis.

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Regelmäßig stellen wir Ihnen ausgewählte und interessante Unternehmen vor. Im Interview berichten die Gründer über wichtige Meilensteine, aber auch darüber, wie sie mit Schwierigkeiten fertig wurden. Profitieren Sie von einem Blick hinter die Kulissen und lesen Sie hier authentische Erfahrungsberichte kleiner und mittlerer Unternehmen aus zahlreichen Branchen.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.