30.11.2018

Die Crypto-Währung Lisk - dApps in Zeiten von DSGVO

Mit Sidechains nach Maß auf den Fersen von Ethereum

2016 gestartet tritt die synonym bezeichnete Blockchain Application Platform Lisk besonders durch ihre Dezentralität hervor. In der prinzipiellen Anwendungsvielfalt ähnlich der Ethereum – Blockchain haben Nutzer die Möglichkeit eigene Projekte auf der Blockchain zu realisieren.

Durch die universelle JavaScript Codierung der Lisk-Anwendungen profitiert das Unternehmen dabei allerdings von einem prinzipiell leichteren Marktzugang als Ethereum, das in seiner eigenen Sprache Solidity geschrieben ist. Durch die vollständige Abwicklung dieser Projekte auf jeweils eigenen Sidechains bleibt Lisk außerdem dynamischer. Ob Lisk dadurch zum neuen ICO Magneten werden kann, soll uns im Folgenden beschäftigen. 

Lisk – Wertstellung

Zu Redaktionsschluss notiert 1 LSK bei 1,43 USD. Innerhalb der Crypto-Währungen rangiert Lisk aktuell gemäß seiner Marktkapitalisierung auf Platz 34. LSK Token können via Umweg durch Ersterwerb von BTC oder ETH und schließlich auf z.b. der Binance Börse entsprechend eingetauscht werden. Ein stattliches Startkapital generierte das Unternehmen via ICO und konnte hier 14.000 BTC akquirieren.

Lisk – eine kurze Geschichte des Coin

Der aus Aachen stammende CEO Max Kordek, sowie Vice President & CTO, Entwickler Oliver Beddow haben bereits vor Lisk am mittlerweile aufgegebenen Projekt Crypti zusammengearbeitet und sich 2016 mit Lisk in Berlin erneut zusammengeschlossen. Nichts weniger als „the leading blockchain application and sidechain platform in the world“ hat man sich hier als das zu erreichende Unternehmensziel gesetzt. Darüber hinaus soll die im Schweizer Crypto-Valley Zug beheimatete Kompetenzen und Ressourcen zur Weiterentwicklung des Projektes künftig bündeln.

Lisk – technologische Besonderheiten

  • Mainchain mit beliebig vielen Sidechains als jeweilige forks möglich
  • Universalcode JavaScript für alle Anwendungen
  • Delegated Proof of Stake Mechanismus
  • Möglichkeit der eigenen Token – Erstellung auf den Sidechains
  • Sidechain Development Kit (SDK) - Lisk Commander, Lisk Elements, Lisk Core & Lisk Hub
  • Blockchain Application Platform als Blockchain Service Platform (Möglichkeit der Interaktion einzelner Sidechains und gegenseitiger Nutzung)

Höhere Skalierbarkeit durch unabhängig operierende Sidechains sollen das Lisk Netzwerk z.B. gegenüber seinem Konkurrenten Ethereum um größere Dynamik auszeichnen. Die Möglichkeit sein eigenes Blockchainprojekt nach Anleitung des Sidechain Development Kit auf Lisk zu positionieren, ist in universellem JavaScript zudem für eine große Nutzergruppe attraktiv. Rechenintensives Mining entfällt durch die Verwendung eines Delegated Proof of Stake – Algorithmus anhand dessen 101 Master Nodes im Netzwerk bestimmt werden.

Die Module Lisk Commander, Lisk Elements, Lisk Core, Lisk Hub und Lisk Mobile sind die zentralen Lisk – Anwendungsbausteine für Entwickler und Betreiber von Sidechains auf Lisk.

Der Lisk Commander bildet dabei das Call-Level-Interface (CLI) für den Zugriff auf die Lisk-Mainchain. Lisk Elements dient Entwicklern als zentrale JavaScript-Bibliothek im Zusammenhang mit allen Lisk-internen Modulen. LiskCore bietet „advanced technical users“ die Möglichkeit z.b. Einblick in die Daten der Mainchain zu erhalten. LiskHub dient u.a. als Verwaltungstool. In Zukunft soll es außerdem eine dezentrale Börse hosten, als auch Plattform für ICO´s sein. LiskMobile ermöglicht als Mobile Wallet einfache Geldsendungen und Kontostandsanzeigen. Zusätzliche Features bietet die Desktop-Wallet Lisk Hub.

Lisk – Anwendungsmöglichkeiten

Prinzipiell der Ethereum-Funktionalität vergleichbar lassen sich auf Lisk eigene Projekte realisieren. Der große Vorteil gegenüber Ethereum ist jedoch die Losgelöstheit der operierenden Sidechain, die nicht lediglich durch eine Schnittstellensystematik an die Mainchain angedockt ist, sondern unabhängig von dieser arbeitet. Damit ist das Netzwerk schneller. Gleichzeitig können die einzelnen Sidechains durchaus aufeinander zugreifen und gestalten dadurch eine zweite Ebene der direkten Nutzbarkeit. Dienste können abgerufen und durch die universelle Verwendung von JavaScript im gesamten Lisk-Netzwerk jeweils nutzbar gemacht werden. Damit wird Lisk zu einer quasi 'Programmierbibliothek'.

Allgemein stellen Netzwerkdienste, z.B. seitenübergreifende Identifizierung von Nutzern im Internet oder dezentrale Serverdienste für Dateien und Dokumente in kryptografisch verschlüsselten Cloud-Architekturen einen Anwendungsbereich dar.

Ein in diesem Sinne Lisk - praktisch hochaktuelles Projekt ist Madano, das noch bis zum 31.12.2018 einen offenen ICO fährt. Von der BaFin zertifiziert arbeitet das Berliner StartUp Madano auf Basis der Lisk-Blockchain und möchte Nutzern die Möglichkeit geben, aus der Verwendung ihrer Daten Kapital zu schlagen. „The worlds biggest decentralised pool of information“ fungiert dabei als Schnittstelle zwischen Anbietern und Interessenten mit jeweiliger Fälligkeit bzw Vergütung der Dienstleistungen mit Madana – internen PAX – Token. In Zeiten von DSGVO - basierter Maximalkontrolle ist dies ein lukrativer Ausblick für ein liberaleres Anwenden dieser in einer Infrastruktur 4.0 und ein sehr breitenwirksamer Marktansatz für die Lisk - Blockchain:

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