26.03.2021

Click-and-Collect: Sieben Regeln und Erfolgsfaktoren

Der Lockdown beschleunigt die Digitalisierung im Einzelhandel. Mach das Beste aus Click-and-Collect, Social Shopping und deinem Online-Shop. Die erneute Verlängerung des Lockdown bis zum 18. April sorgt laut Schätzungen des Handelsverband Deutschland pro geschlossenem Verkaufstag für Verluste von bis zu 700 Millionen Euro. Investiere jetzt in ein flexibles Geschäftsmodell.

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Click-and-Collect und Shopping Trends 2021

Digitaler Einzelhandel: Click-and-Collect, Social Shopping & EU-Markenschutz

Nach einer aktuellen Schätzung des Handelsverband Deutschland (HDE) könnte der vom Lockdown betroffene Einzelhandel seit dem 16. Dezember zwischen 35 und 40 Milliarden Euro Umsatz verloren haben. Die erneute Verlängerung des Lockdown bis zum 18. April sorgt laut HDE pro geschlossenem Verkaufstag für weitere Verluste von bis zu 700 Millionen Euro. 

Die Inzidenz-Werte in Deutschland sind wieder steigend und es bleibt nach wie vor der Blick auf die Cluster im Öffnungsplan vom 3. März, der Händlern Orientierung gibt, wann sie unter welchen Bedingungen Kunden empfangen dürfen. Darüber hinaus muss in jedem Fall die gültige Landesverordnung hinzugezogen werden, denn im föderalen Flickenteppich herrschen deutliche Unterschiede in der Auslegung des MPK-Beschlusses.

Nachdem Tübingen bereits vor der MPK am vergangenen Montag ein Test-Projekt gestartet hatte, will nun auch das Saarland bereits nach Ostern mit ähnlichem Öffnungskonzept nachlegen. Bewohner, die erfolgreich negativ auf das Corona-Virus getestet wurden, dürfen sich demnach einen Tag lang frei im Einzelhandel, Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bewegen. Das soll den langsamen Einstieg zurück in einen normalen Geschäftsalltag zwischen Unternehmen und ihren Kunden erleichtern.

Digitalisierung für Händler bleibt Pflicht

Die weiterhin unsichere Perspektive für ein barrierefreies Shopping in deutschen Innenstädten zwingt Händler umso mehr zu einer Digitalisierung ihres Geschäftsmodells. Während der Krise wurde das bereits vielfach erfolgreich umgesetzt. Plattform-Anbieter wie eBay und Amazon unterstützten Händler z.B. mit kostenfreien Learnings und Freemium-Einstiegsangeboten. 

Spätestens seit Anfang März ist das Prinzip Click-and-Collect oder Click-and-Meet für kleine Händler eine weitere Option, um Kunden auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen zu erreichen. Unabhängig von dieser aktuellen Relevanz, ist das Prinzip "Bequem online aussuchen und vor Ort abholen" ein wesentliches Feature für zeitgemäße Einkaufserlebnisse.

Sieben Erfolgsfaktoren für dein Click and Collect

Click-and-Collect ist ein kundorientiertes Feature, holt das Maximum aus deinem Lagerbestand und schont in Zeiten des Lockdown deine Personalressourcen. Click-and-Collect als Teil des Bestellprozesses birgt umgekehrt für Kunden maximale Freiheit in der Option des Wareneinkaufs.

Mit Click-and-Collect sicherst du dir in Krisenzeiten eine trotz eingeschränktem Betrieb wichtige Umsatzquelle. Damit das reibungslos funktioniert, solltest du einige Grundregeln beachten:

  1. Dein Warenwirtschaftssystem muss in das Quick-and-Collect Bestellverfahren eingebunden sein, um zu gewährleisten, dass die Ware im Bestand auch vorrätig ist. Das Warenwirtschaftssystem muss entsprechend der Bestände laufend aktualisiert werden.
  2. Die Verfügbarkeit der Waren im lokalen Geschäft muss online ebenfalls angezeigt werden
  3. Biete die komplette Bandbreite an digitalen Zahlungsmöglichkeiten an (PSD-2-Richtlinien beachten).
  4. Optimiere dein Quick-and-Collect Bestellverfahren auf vielfältige Bestellungen sowohl im Online-Shop, per Telefon und via E-Mail.
  5. Bewirb Click & Collect und welche Produkte jeweils lieferbar sind durch z.B. Newsletter oder Social Ads.
  6. Gib den Auslieferungszeitpunkt deiner Waren bzw. das Abholfenster an. Ist das Produkt im Laden abholbereit, noch schneller, als die Online-Bestellung vor der Haustür, ist dies ein deutlicher Mehrwert für deine Kunden. Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist ebenfals ein entscheidendes Plus für den Gang zum lokalen Händler. Click-and-Collect ist deutlich umweltverträglicher als der Fußabdruck des versendeten Online-Pakets.
  7. Management ist alles: Dein Warenlager, Logistik und die persönliche Verfügbarkeit im Ladengeschäft müssen nahtlos ineinander laufen.

Trends im Einzelhandel: Social Shopping auf dem Vormarsch

Du bist bereits digital gut aufgestellt und Filiale und Online-Shop gehören für dein Unternehmen untrennbar zusammen? Händler, die ihre Umsätze im Online-Shop 2021 noch steigern wollen, sollten nicht müde werden ihre digitale Präsenz noch weiter auszubauen und vor allem auf neue Trends in sozialen Netzwerken zu reagieren.

Willst du auch 2021 sichtbar bleiben, ist das Setzen und Bespielen von einer Vielzahl an Kanälen essentiell für deinen wirtschaftlichen Erfolg. Dabei gilt es unterschiedliche Kanäle gezielt durch z.B. Crossposting miteinander zu verknüpfen. Das sichert dir noch mehr Reichweite.

Mehr Umsatz im Online-Shop erzielen

Wie du mittels kleiner Verbesserungen im Shop-Design, der Sortimentsauswahl und bei Servicedienstleistungen punkten kannst, haben wir in unseren 10 Tipps für mehr Umsatz in deinem Online-Shop zusammengefasst.

Mehr Hilfen und mehr Einzigartigkeit für Händler

Die Corona-Krise ist Digitalisierungsbeschleuniger für kleine und mittlere Unternehmen. Das spüren insbesondere Einzelhändler deutlich. Investitionen in Digitalisierung (z.B. in den Aufbau oder die Erweiterung eines Online-Shops, Eintrittskosten bei großen Plattformen) berücksichtigt die neue Überbrückungshilfe III als Teil förderfähiger Fixkosten für den gesamten Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 und bis zu einem Betrag von 20.000 Euro pro Monat. Wenn du einen Antrag auf Überbrückungshilfe III stellst, solltest du überlegen, welche konkreten Investitionen du in digitale Tools und Infrastruktur, aber auch Schulung deiner Mitarbeiter in den nächsten Monaten tätigen willst.

Seit dem 1. März 2021 unterstützt auch die Europäische Union kleine und mittlere Unternehmen, die auf internationalen Märkten eine Eigenmarke vertreiben wollen. Jedes KMU kann Erstattungen bis zu einer Höhe von maximal 1.500 EUR erhalten. Das Geld kannst du für die anteilige Erstattung der Anmeldegebühren im Rahmen einer Markenanmeldung verwenden oder du nutzt eine Vorabdiagnose im Förderprogramm der EU. 

Für Online-Händler gilt: Mit einer Unionsmarke des EUIPO sicherst du deiner Brand auf über 27 Märkten ein nachhaltiges Bewusstsein. Hier erfährst du die Konditionen der EU-Förderung für Markenanmeldungen.

Mehr Infos für Multichannel-Anbieter

Digital Engineering

Digitalisierungsförderung für kleine Unternehmen

Digitalisierung, ja klar aber wie? Finde innovative Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Digitalisierung in kleinen Unternehmen. Der wirtschaftliche Druck der Corona-Krise, fehlendes Know-how sowie Unklarheit darüber, welche Bereiche im Unternehmen ein hohes Digitalisierungspotenzial aufweisen, lähmen die Investitionstätigkeit kleiner Unternehmen. Davon lässt du dich nicht unterkriegen.

Markenschutz: EU fördert kleine Unternehmen und Online-Händler

Du willst deine Marke schützen? Erhalte 1500 EUR für die Markenanmeldung in Deutschland und allen Mitgliedsstaaten durch eine neue Förderung der EU. Der Schutz einer Eigenmarke verspricht dir mehr Unabhängigkeit und Exklusivität. Mach deine Brand jetzt zum Top-Seller auf über 27 Märkten.

Retourenmanagement oder So funktioniert Liebe auf den zweiten Blick

Kunden erwarten Gratis-Retouren, doch die tatsächlichen Kosten für Händler belaufen sich auf rund 15 EUR je Rücksendung. Es ist Zeit für mehr Vintage. Um mit großen Plattformen zu konkurrieren, müssen kleine Händler den hohen Ansprüchen ihrer Kunden gerecht werden. Nachhaltigkeit und Einfachheit schließen sich dabei nicht aus. Wir geben Tipps für smartes Retourenmanagement.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Redakteur für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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