05.04.2018

Unternehmerstory mit Thorsten Pütsch von der Agentur neuehelden

„Der beste Marketingkanal für das Beratungsgeschäft ist die Empfehlung, also die Qualität der Leistung.“ Wir stellen Ihnen den Gründer vor.

Nach 20 Jahren als Angestellter in der Medienindustrie und beim Fernsehen gründete Thorsten Pütsch innerhalb eines halben Jahres seine Agentur neuehelden. Mit ihr unterstützt er Stiftungen und NGOs dabei, durch Markenarbeit ihre Wirkung und Sichtbarkeit zu erhöhen. Nicht zuletzt seine Erfahrung als Führungskraft war nützlich, um sein eigenes Unternehmen zu planen und zu gestalten.

Hallo Herr Pütsch, wir freuen uns sehr über die Möglichkeit eines Interviews mit Ihnen zu Ihrem Unternehmen. Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen „neuehelden“ doch bitte kurz vor!

Hallo Herr Pütsch, wir freuen uns sehr über die Möglichkeit eines Interviews mit Ihnen zu Ihrem Unternehmen. Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen „neuehelden“ doch bitte kurz vor!

neuehelden ist eine Agentur für nachhaltiges Marketing. Ich berate Stiftungen und nachhaltige Organisationen und Unternehmen mit nachhaltigen Zielen. Der Schwerpunkt der Beratung liegt dabei auf Markenführung, Positionierung und Medienarbeit. Aber natürlich entwickeln wir auch Ideen und Konzepte für einzelne Projekte und Kampagnen.

Was bedeutet für Sie nachhaltiges Marketing? Wie haben Sie Ihre Zielgruppe für Ihre Beratungen bestimmt?

Ich habe mich mit den neuenhelden auf den Nachhaltigkeitsmarkt spezialisiert. Das kann soziale, ökologische oder ökonomische Nachhaltigkeit sein. Entscheidend ist die Haltung des Kunden zu seiner Umwelt, seinem Produkt und der Gesellschaft, in der wir leben. Oft fehlt es gerade im Nachhaltigkeitsmarkt an strategischer Erfahrung in der Markenführung und der Kommunikation.

Was sagen Ihre Kunden zum Angebot?

Die Reaktionen sind sehr positiv. Ich habe ja viele Jahre in der Medienindustrie und beim Fernsehen gearbeitet und bringe eine klassische unternehmerische Denkweise mit, die gerade den Organisationen und Stiftungen fehlt, die ich berate. Wenn beide Welten zusammenkommen, werden Gewohnheiten hinterfragt und es entstehen neue Ideen und überraschende Lösungen.

Wie kamen Sie auf die Idee zu gründen? Und wie lange hat der Prozess gedauert, bis sie den Schritt dann tatsächlich gewagt haben?

Die Gründung der neuenhelden war die Konsequenz aus vielen Gesprächen, die ich im Vorfeld mit Stiftungen und NGOs geführt habe. Ich habe sie gefragt, was braucht ihr? Welche Herausforderungen habt ihr? Die Antworten kreisten oft um die Themen Wirkung, Sichtbarkeit und Fundraising. Also geht es im Kern um die Marke, um die richtige Positionierung am Markt. Nur so kann ich als Stiftung oder NGO meine Wirkung und meine Relevanz nachhaltig steigern. Als mir das klar war, ging die eigentliche Gründung sehr schnell und innerhalb eines halben Jahres ging ich mit den neuenhelden online.

Wie haben Familie und Freunde auf das Projekt Selbstständigkeit reagiert?

Viele meiner Freunde und ehemaligen Kollegen haben sich gemeldet und mir gratuliert. Einige haben sich sogar spontan beworben.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich Ihren Traum finanziert?

Ich habe darauf geachtet, die Kosten zu Beginn so gering wie möglich zu halten. Mein Kapital ist meine Erfahrung, mein Kopf und mein Netzwerk. Die größte Herausforderung lag sicher darin, die ersten Kunden zu gewinnen und sie davon zu überzeugen, dass ich ihnen helfen kann, ihre Ziele zu erreichen. Markenarbeit klingt erst einmal abstrakt und verspricht nicht sofort Effekte. Wer seine Marke aber klar positioniert, übrigens nach innen wie nach außen, der profitiert langfristig davon am Markt durch Glaubwürdigkeit, Stringenz und Relevanz.

Wer hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt? Haben Sie eine Gründungsberatung in Anspruch genommen?

Natürlich habe ich mich im Vorfeld gründlich informiert und mich auch beraten lassen. Wenn man zwanzig Jahre angestellt auf Unternehmensseite gearbeitet hat, dann hält man sich nicht automatisch für einen geborenen Gründer. Und doch hilft die Denkweise als Unternehmer und Führungskraft ungemein, um sein eigenes Unternehmen zu planen und zu gestalten.

Haben Sie vor dem Start einen Businessplan erstellt?

Ja, schon allein, um mir selber zu beweisen, dass die Idee trägt und funktioniert.

Wie machen Sie auf sich und Ihr Unternehmen aufmerksam? Welche Marketingkanäle spielen für Sie die größte Rolle?

Der beste Kanal für das Beratungsgeschäft ist tatsächlich die Empfehlung, also die Qualität der Leistung. In meinem Fall hilft darüber hinaus natürlich auch die Spezialisierung. Ich biete eine Kompetenz, die im Nachhaltigkeitsmarkt nachgefragt und selten als professionelle Beratungsleistung angeboten wird.

Welche Eigenschaften sollten Gründerinnen und Gründer Ihrer Meinung nach unbedingt mitbringen?

Mut und Zuversicht.

Gibt es ein Buch oder Blog/Podcast etc., welche Sie als Unternehmer inspiriert haben und Sie unseren Lesern empfehlen können?

Großen Spaß macht mir gerade der Podcast „Hotel Matze“ von Matze Hielscher. Er spricht auf so unkomplizierte und offene Art und Weise mit seinen Gästen, dass man sich gar nicht satthören kann.

Auf welche Tools könnten Sie im Arbeitsalltag nicht verzichten?

Auf meine Kaffeemaschine.

Bei welchem Startup/Unternehmen würden Sie gern mal einen Tag hinter die Kulissen schauen?

Ich würde gerne mal bei der Robert Bosch Stiftung hinter die Kulissen schauen. Ich halte die Stiftung für herausragend, was die Themenfelder und Initiativen betrifft. Ich hätte da aber noch ein paar Ideen für die Kommunikation…

Was haben Sie sich für die nächsten Monate vorgenommen?

Möglichst viele Stiftungen und nachhaltige Organisationen bei ihrer wichtigen Arbeit mit guter Markenarbeit unterstützen und so die neuen Helden unserer Gesellschaft stärken.

Vielen Dank für das spannende Interview!

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Über den Autor

Ulrike Schult

Ulrike Schult

Die Autorin ist als Redakteurin im Team von unternehmenswelt.de tätig. Zuvor beriet Ulrike Schult in Leipzig Studierende zum Einstieg ins Berufsleben und organisiert momentan unter anderem an der Fachhochschule ein überfachliches Qualifizierungsprogramm für Doktoranden aus den Ingenieurswissenschaften und anderen Bereichen.

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