29.06.2017

Unternehmerstory mit Horst Engels von Fashion-WohnTrend

„Bedenkt jedes Risiko ehe Ihr startet, selbst das Risiko das Ihr nicht auf dem Schirm habt.“

Bodenbeläge, Wandgestaltung, Sichtschutz - all das bietet Horst Engels mit Fashion-WohnTrend. Bei ihm stehen Beratung und Servicegedanke an erster Stelle. Wir haben uns mit dem Unternehmer getroffen. Im Interview erzählt er uns seine spannende Unternehmerstory.

Horst Engels, Gründer von Fashion-WohnTrend

Hallo Herr Engels, stellen Sie sich und Fashion-WohnTrend doch kurz vor!

Ich bin 1972 geboren und gelernter Maler und Lackierer mit Bodenleger Kenntnissen. Zudem kann ich auf mehr als 20 Jahre Onlinehandel, Hosting und diverse andere Erfahrungen und kleinere Schulungen aus diversen Bereichen zurück greifen.

Da mir der Onlinehandel eines Tages nicht mehr genug war, entstand das jetzige neue Projekt auf Oldschool Art mit dem Namen Fashion-WohnTrend. Fashion-WohnTrend ist ein hauptsächlich stationärer Handel zu den Bereichen Bodenbeläge, Wandgestaltung und Sichtschutz. Da man aber nur stationär doch ein wenig schlechter lebt, wird in Kürze der stationäre Handel um drei Onlineshops, in den oben genannten Bereichen aufgeteilt, erweitert.

Fashion-WohnTrend soll einfach anders sein, denn mich persönlich hat der Umgang der in den meisten Fällen heute mit dem Kunden abläuft sehr geärgert, und genau an diesem Punkt setze ich mit meiner sehr anderen Art an und gebe dem Kunden endlich wieder das Gefühl, König zu sein.

Wie ist die Idee zu Fashion-WohnTrend entstanden?

Fashion-WohnTrend geht fast 3 1⁄2 Jahre zurück, nach dem ich mit meiner Frau unser Haus von innen neu gestalten wollte und als Maler auch nicht gerade unbewandert in dem Bereich bin, besuchten wir diverse Baumärkte und Fachhändler. Was mir aber sauer aufgestossen ist, war das eigentlich Baumarkt sowie Fachhändler gar kein Personal mehr sein eigen nannte, was sich auch mit der Materie auskannte. Selbst im Internet mit dem Halbwissen vieler Menschen in Foren und Facebook Gruppen hatte ich mehr erfahren können als in jedem der besagten Läden.

Für mich stand fest ich musste in diesem Bereich etwas anbieten was gewiss kein Neuland ist aber zumindest für die Kunden die mich dann besucht haben, einen Mehrwert bietet.

Ich begann also neben meinem Gewerbe im Onlinehandel in einem Baumarkt im Bereich Farben und Lacke sowie Bodenbeläge zu arbeiten. Dort lernte ich den Typ Kunden kennen, den ich auch erhofft habe anzutreffen. Ich konnte dort dann schnell so weit es mir möglich war auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und erkannte auch schnell, das was ich gerne mit dem Kunden anstellen wollte, kam gut an. Ich baute also selbst in einem Baumarkt einen Kundenstamm auf der nur wegen mir in den Baumarkt kam und konnte mir einiges an Wissen zu Lieferanten, Bestellungen und Kundenabläufen aneignen.

Als ich im Baumarkt nicht mehr weiter kam, bewarb ich mich bei einem benachbarten Fachhandel im Bereich Boden Wandgestaltung und Sichtschutz. Dort wurde ich wegen meines Wissens auch gleich vom Fleck weg Marktleiter. Ich konnte mir dort noch einiges zusätzlich aneignen, was in einem Baumarkt nicht möglich gewesen wäre. Jedoch auch hier kam ich schnell an die Grenzen zwischen Kunden, meiner Person und dem Chef. Man hätte meiner Meinung nach mehr auf die Kunden eingehen können, was aber gar nicht gewollt war. Also war hier der Punkt, wo ich auch in einem Fachmarkt nicht weiter kam. Da mir viele Baumarkt Kunden in den Fachmarkt gefolgt sind, da sie meine besondere Art der Beratung genauso wie meine Mühe um den Kunden dankten, machte ich meinen Abschied mit dem Wissen um meinen eigenen Weg auch öffentlich bekannt. Ich verließ also den Fachmarkt und setzte mich 6 Monate an mein Konzept zur Ausarbeitung mit meinem zugewonnenen Wissen.

Mit einer Handvoll - meiner Meinung nach der besten Lieferanten, Werbepartner und vieles mehr - ging ich dann am 24.4.2017 an den stationären Start. Leider nicht ganz ohne Pannen und Ausfall der Onlineshops, aber welcher Start verläuft schon rund.

Wie unterscheidet sich Fashion-WohnTrend von anderen Anbietern für Bodenbeläge und Wandgestaltung?

Die Produkte sind im Grossen und Ganzen immer gleich und ich kann das Rad nicht neu erfinden, jedoch besteht meine Mischung der Produkte zu 100 Prozent genau aus dem was der Kunde haben möchte. Mein Motto ist zu dem, dass es nichts gibt was wir dem Kunden nicht besorgen können und darauf lege nicht nur ich großen Wert, sondern auch meine Lieferanten.

Ein weiterer Punkt bleibt, die etwas andere Art der Beratung was mir vom Start an weg schon viele Wiederkommer beschert hat. Ich kann zu 100 Prozent behaupten, dass Kunden die bei mir gekauft haben, mich weiter empfehlen und auch selber immer wieder zu mir zurück kommen. Selbst bei Produkten die ich nicht im Sortiment habe kommen Anfragen mit irgendwelchen Angeboten, ob ich das nicht auch besorgen kann.

Durch meine ehemaligen Baumarkt und Fachhandel Stammkunden ist vom Tag der Eröffnungsfeier bis Heute Fashion-WohnTrend ein Erfolg.

Logo von Fashion-WohnTrend

Wann haben Sie sich dazu entschlossen ein Unternehmen zu gründen und was haben Sie davor beruflich gemacht?

Wie bereits erwähnt bin ich gelernter Maler und Lackierer mit Bodenleger Kenntnissen. Da mich das 1997 nicht mehr zufrieden stellte habe ich in diversen Bereichen online gearbeitet. Meist jedoch mit Onlineshops, Hostingangeboten, Amazon, Alando (heute besser bekannt als eBay), Hood und vielen anderen. Jedoch persönlich fehlte mir der reale Kundenkontakt, also das Mensch zu Mensch, und natürlich der besagte Punkt das es Fachmärkte gibt ohne Fachberatung.

Wie machen Sie auf Fashion-WohnTrend aufmerksam? Welche Marketingmethode spielt für Sie die größte Rolle?

Mein Slogan ist „unsere Werbung machen Sie“. Und ganz ehrlich, ich bräuchte zum aktuellen Stand nicht mehr Werbung. Jedoch setze ich aktuell noch auf kleine lokale Hefte in denen ich Anzeigen schalte. In den lokalen Discountern habe ich die Kassentrenner Werbeflächen gebucht und einige Plakate. Sehr Oldschool, ich weiß, aber ich mache es, damit ich jeden möglichen regionalen Kunden von mir überzeugen kann. Social Media Werbung und Internet Werbung mache ich selbst ,auf meine plumpe Art, die manchen Mitbewerber die Augen rollen lässt - aber gut das er mit den Augen rollt und es nicht nach macht ;)

Wenn Sie für Fashion-WohnTrend einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?

Schnellstmöglich eine weitere Filiale, die ich mit meiner Frau in einem etwa 50 Kilometer entfernten Ort aufmachen möchte. Jedoch brauche ich dann einen Menschen wie ich es bin. Ich müsste mich Clonen damit ich dort den Verkauf und die Beratung so garantieren kann, wie ich es mache und mir selbst wünsche.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Meine allergrößte Herausforderung war es nach über 15 Jahren Selbstständigkeit im World Wide Web, wieder für andere Firmen zu arbeiten und die Füße still zu halten. Man hat ja gewisse Ideen in seinem Kopf, die man dann aber nicht unbedingt alle seinen Chefs frei Haus liefern möchte. Es war an vielen Tagen schwer einfach mal den Mund zu halten, wenn einiges nicht so lief wie es sollte und man wusste innerlich wie man es ändern könnte.

Finanzieren musste ich mich nicht unbedingt, das hätte eigentlich auch nur meine Internetfirma machen können. Jedoch fand ich den Weg über die NBank als zusätzliche Sicherheit dann passender. Mehr Geld als Schutz im Nacken, wenn doch mal etwas schief laufen sollte.

Bei welchem Unternehmen würden Sie gern mal einen Tag hinter die Kulissen schauen und warum?

Wenn mich überhaupt noch eine Sache interessieren würde dann wäre es die Grundplatten Produktion vom Designboden in China. Dort würde ich sehr gerne einmal rein schauen, ohne Zensur und doppelten Boden. Da dieser Bodenbelag immer trendiger wird, ist es immer nicht schlecht dem Kunden auch die Produktion erklären zu können. In anderen Bereichen kenne ich alles von der Produktion über Verkauf bis zur Verarbeitung. Da fehlt mir das Wissen und das ärgert mich. Es ist ein Punkt wo ich eventuell einen Kunden nicht 100% zufrieden stellen kann.

Fashion-WohnTrend, wo geht die Reise hin? Wie sehen Ihre Pläne für die nächsten 12 Monate aus?

Pläne, ich bin halt nicht nur Realist sondern auch Träumer. Sollen wir jetzt von meinen Träumen sprechen oder von dem was Real ist.

Real ist es Fakt, ich bin mehr als sehr gut angenommen worden. Wenn es so weiter läuft ist das nächste Beratungsbüro auf jeden Fall in 12 Monaten machbar. Die passenden Angestellten dazu habe ich im Notfall schon zusammen, denn die wollen da weg wo sie aktuell sind. Mehr kann und will ich gerade zu meinem Real nicht sagen.

Eine letzte Frage zum Schluss: Was sind die 3 wichtigsten Tipps, die Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben möchten? Wie bringt man ein Unternehmen erfolgreich an den Start?

Ich habe immer das Gefühl das viele blauäugig in eine Selbstständigkeit gehen. Nach dem Motto ich mach mal, das klappt schon. Ich habe mit meiner Frau und Freunden mehr als 3 Jahre an dem Konzept gearbeitet. Ich habe Dinge hinterfragt an meinen eigenen Ideen und Konzepten gearbeitet, so dass sogar Banker und Angestellte der IHK die Augen verdreht haben und gesagt haben, mein Gott welches Risiko haben Sie eigentlich nicht bedacht. Daher sind meine 3 Tipps an Gründer:

  1. Bedenkt jedes Risiko ehe Ihr startet, selbst das Risiko das Ihr nicht auf dem Schirm habt und kalkuliert es mit ein.
  2. Plant Euer Projekt und macht keinen Sturzflug, eine längere Planung (nicht unbedingt 3 Jahre wie ich), bringt meistens noch die ein oder andere Gefahr oder bessere Idee auf den Schirm.
  3. Lasst Eure Mitbewerber nicht außer Acht! Was kann man besser machen oder kann man vielleicht sogar zusammen statt gegeneinander arbeiten?

Vielen Dank für das nette Interview und weiterhin viel Erfolg mit Fashion-WohnTrend, Herr Engels.

So können Sie Fashion-WohnTrend erreichen

www.fashion-wohntrend.de

Die Unternehmerstories auf unternehmenswelt.de berichten regelmäßig über unternehmerische Erfahrungen. Voraussetzung für einen Bericht über ein Unternehmen ist die kostenfreie Mitgliedschaft auf unternehmenswelt.de, dem Business-Netzwerk für Gründer und junge Unternehmen und die Bereitschaft, gemachte Erfahrungen mit anderen Unternehmern zu teilen. Sie haben Interesse, dass auch Ihre Unternehmerstory veröffentlicht wird? Dann senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff "Unternehmerstory" an service@unternehmenswelt.de. Wir melden uns anschließend bei Ihnen!

Über den Autor

Janine Friebel

Janine Friebel

Janine Friebel wurde 1983 geboren und studierte in Magdeburg Internationales Management. Als Key Account Managerin einer Leipziger Online Marketing Agentur hat sie über mehrere Jahre zahlreiche Kunden im Online Marketing betreut und beraten. Jetzt verantwortet sie das Marketing für die Zandura GmbH und kümmert sich um die Vermarktung der Inhalte auf unternehmenswelt.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Businessplan erstellen: Kostenfreie Vorlage inkl. Finanzplan
Businessplan erstellen: Kostenfreie Vorlage inkl. Finanzplan
Der Businessplan legt den Grundstein für Ihre Gründung. Mit dem kostenfreien Businessplantool erstellen Sie Ihren Businessplan einfach und sicher selbst. Schritt für Schritt begleiten wir Sie auf den folgenden Seiten auf dem Weg zu Ihrem Businessplan.
Kostenfreier Fördermittelcheck für Unternehmer
Kostenfreier Fördermittelcheck für Unternehmer
Das Angebot an Fördermitteln ist umfangreich und für viele Unternehmer kaum noch zu überblicken. Mit dem kostenfreien Fördermittelcheck von Unternehmenswelt haben Sie die Möglichkeit das passende Förderprogramm für Ihr Vorhaben zu finden - zugeschnitten auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens.
Ähnliche News für Gründer und Unternehmer
05.06.2019

Unternehmerstory mit Kristina Venus

„Wo Vertrauen ist, da ist die Wahrscheinlichkeit am Größten, dass aus Interessenten Kunden werden."

Unternehmerstory mit Kristina Venus

Kristina Venus ist Kamera-Coach, Schauspielerin und Regisseurin. Sie produziert gemeinsam mit ihren Kunden hochwertige Online-Videos und unterstützt sie für mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein vor der Kamera. Wieso ihre Arbeit vor und hinter der Kamera für sie nicht nur Beruf, sondern Berufung ist, verrät sie uns in ihrer ganz persönlichen Unternehmerstory.

22.05.2019

Unternehmerstory mit Telsche Peters von Toscabio

„Es gehört sicher eine gewisse mentale Stärke und Standfestigkeit zur Selbstständigkeit.“

Unternehmerstory mit Telsche Peters von Toscabio

Telsche Peters importiert und vertreibt qualitativ hochwertige italienische Weine, Olivenöle Extra Nativ und Feinkost. Im Interview erzählt sie uns von den Herausforderungen geschäftlicher Kooperationen und wie Musiker Sting in das Bild passt. Die Einzelheiten und andere spannende Einblicke hinter die Kulissen von Toscabio lesen Sie in unserer aktuellen Unternehmerstory.

15.05.2019

Unternehmerstory mit Viola Baumgärtner von omaMa-Shop

„Wir haben zwei sehr sehr harte Zeiten durchgemacht, von beiden haben wir uns noch nicht erholt.“

Unternehmerstory mit Viola Baumgärtner von omaMa-Shop

Viola Baumgärtner und ihr Team verkaufen über den omaMa-Shop personalisierte Geschenkideen und Erinnerungen zur Taufe, Geburt und Hochzeit. Im Interview erzählt Sie uns von den harten Rückschlägen, die Sie und Ihr Team im letzten Jahr einstecken mussten. Die Einzelheiten und wie Sie für Ihr Unternehmen kämpft, erzählt Sie uns in Ihrer Unternehmerstory.

unternehmenswelt