17.10.2019

Unternehmensnachfolge: So gelingt Ihr Unternehmensverkauf

3 Regeln für steuerliche Vorteile und maximale Rendite

Das Portal für Gründer und Unternehmer

  • Unterstützung bei Ihrer Finanzierung
  • Zugang zu kostenfreien Tools & Vorlagen
  • Kontakt zu mehr als 500.000 anderen Unternehmern

Insbesondere in der Gastronomie- und Hotellerie-Branche steht gegenwärtig in vielen Teilen Deutschlands ein Generationenwechsel inhabergeführter Unternehmen bevor. Doch dass die jüngere Generation in der Familie den Betrieb übernimmt, ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Unternehmer müssen sich zusehends mit alternativen Formen der Fortführung Ihres Gewerbes auseinandersetzen. Damit Sie beim Verkauf des eigenen Betriebs an externe Unternehmer oder Finanzinvestoren die maximale Rendite erzielen, gilt es einige Regeln zu beachten. Welche das sind, erfahren Sie in unserer Checkliste zum Unternehmensverkauf.

Unternehmensnachfolge absichern

Unternehmensverkauf: 3 Grundregeln für maximale Rendite

1. Planen Sie genügend Zeit für die Nachfolge respektive Übernahme ein.

Sowohl rechtlich, strategisch als auch steuerlich ist der Übernahmeprozess langwieriger als andere Verkaufsverfahren. Als Unternehmer sollten Sie ein bis drei Jahre für eine erfolgreiche Übernahme einkalkuieren. Für volle steuerliche Ausnutzung bedarf eines Transformationsprozesses von mindestens 5 Jahren.

2. Transaktionsberatung konsultieren

Der Prozess der Übernahme und insbesondere der Rechtsformenwechsel zur Nutzung steuerlicher Vorteile bedarf einer genauen strategischen Planung und Vorbereitung. Ein auf die Käufersuche und die Führung der Vertragsverhandlungen spezialisierter Dienstleister kann Sie hierbei unterstützen.

3. Rechtsformwechsel vornehmen und steuerliche Vorteile sichern

Durch einen Rechtsformwechsel von einer GmbH in ein Personenunternehmen vor dem avisierten Unternehmensverkauf erreichen Sie steuerliche Vorteile, durch die sich der Unternehmenswert erhöht.

Unternehmensnachfolge: Die Vorteile des Rechtsformwechsels

  • eine künftig günstigere Besteuerung entnommener Gewinne
  • eine bessere steuerliche Nutzung von Verlusten
  • die volle Abziehbarkeit von Refinanzierungsaufwendungen des Gesellschafters aus dem Erwerb des Unternehmens
  • prinzipiell höhere steuerliche Flexibilität bei der Überführung oder Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter
  • es fällt z.B. keine Gewerbesteuer beim Verkauf an, wenn der Unternehmer seinen Betrieb zuvor in eine GmbH & Co. KG umgewandelt hat (bei der Kapitalgesellschaft und der Veräußerung von Wirtschaftsgütern in Form eines Asset-Deals ist dies nicht der Fall); diese Regelung gilt allerdings mit § 18 Abs. 4 UmwStG. nur, sofern der Verkauf mindestens 5 Jahre nach dem Rechtsformenwechsel erfolgt
  • der gezahlte Kaufpreis kann außerdem vom Käufer ganz konkret in sogenanntes Abschreibungsvolumen transformiert werden und etwaige Refinanzierungsaufwendungen in vollem Umfang als Betriebsausgaben oder Sonderbetriebsausgaben geltend gemacht werden

Alle genannten steuerlichen Vorteile erhöhen in Summe den Unternehmenswert des zu verkaufenden Betriebes und sollten auch bei Ihrer Preiskalkulation beachtet werden.

Unternehmensnachfolge: Wie wandle ich die Rechtsform um?

Ein Rechtsformwechsel von der Kapitalgesellschaft zur Personengesellschaft erfolgt nach dem Veräußerer-Umwandlungsmodell.

Sie können die GmbH umwandeln in

Für Sie als Unternehmer entstehen durch den Wechsel keine Kosten. Die Umwandlung gilt als steuerneutral und es kommt zu keiner Aufdeckung etwaiger stiller Reserven, welche eine Besteuerung verlangten.

Unternehemensnachfolge und Rechtsformwechsel: Fazit

Durch das Veräußerer-Umwandlungsmodell können Unternehmer zur Vorbereitung eines Unternehmensverkaufs eine Umwandlung von der Kapitalgesellschaft in ein Personenunternehmen vornehmen. Dadurch kann der Käufer den zu zahlenden Kaufpreis steuerlich absetzen. Etwaige Finanzierungskosten können ebenfalls vollständig als Betriebsausgaben oder Sonderbetriebsausgaben geltend gemacht werden. Für den Verkäufer entstehen dadurch keinerlei Kosten, im Gegenteil, durch die steuerlichen Vorteile erhöht sich der Unternehmenswert und Ihr Betrieb wird für Käufer zusätzlich attraktiv.

Das könnte Sie außerdem interessieren

Rechtsformen für Unternehmen |  unternehmenswelt.de
Rechtsformen für Unternehmen | unternehmenswelt.de
Je nach Rechtsform, in der Sie Ihr Unternehmen gründen, unterscheiden sich Gründungskosten, Anmeldeformalitäten, Mindestkapital, Haftung, Besteuerung, innere Organisation, Buchführung und Kapitalbeschaffung
Fördermittel für Existenzgründer & Unternehmer
Fördermittel für Existenzgründer & Unternehmer
Die Fördermittel-Landschaft in Deutschland bietet Gründern und Unternehmern mit über 1.000 Förderprogrammen zahlreiche Möglichkeiten, um Ihre Vorhaben zu realisieren. Wir unterstützten Sie dabei den notwendigen Überblick nicht zu verlieren. Regelmäßig stellen wir neue und ausgewählte Förderprogramme im Fördermittelcheck vor und berichten über die wichtigsten Neuerungen in unseren Fördermittel-News.
Unternehmernews für Unternehmer und  Gründer
Unternehmernews für Unternehmer und Gründer
Wir fassen die wichtigsten Themen und gesetzlichen Neuerungen für Unternehmer zusammen und ermöglichen Einblicke hinter die Kulissen erfolgreicher Firmen. Mit unternehmenswelt.de bleiben Sie up-to-date. Wir zeigen Ihnen was aktuell passiert und was Sie auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Entrepreneur weiterbringt.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.

Ähnliche News für Gründer und Unternehmer
18.12.2017

Unternehmernews der Woche 51/2017

Diese Woche: Franchise-Interview mit Fußballfabrik, Unternehmensnachfolge optimal geplant, Deutscher Startup Monitor 2017 und weitere Kurznachrichten

Unternehmernews der Woche 51/2017

In der Weihnachtswoche beleuchten wir die Broschüre des BMWi zur Unternehmensnachfolge, interviewen zum Thema Franchise die Fußballfabrik des ehemaligen Profis Ingo Anderbrügge, fassen die Ergebnisse des Deutschen Startup Monitor 2017 zusammen und runden das Wochenpaket mit Kurznachrichten ab.

14.12.2017

Unternehmensnachfolge optimal geplant

Topaktuelle Broschüre des BMWi bietet einen konkreten Fahrplan zur erfolgreichen Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge optimal geplant

Unternehmenswelt berichtete kürzlich über die Schwierigkeiten deutscher Unternehmen, geeignete Nachfolger zu finden. Kurz vor Weihnachten beschert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die KMU mit einer Publikation, die den Fahrplan zur Lösung anbietet: "Unternehmensnachfolge – die optimale Planung".

05.12.2017

Existensgründung durch Unternehmensnachfolge

Diese Form der Gründung bietet viele Vorteile, doch schließen fast 6.000 Betriebe jährlich, da kein passender Nachfolger gefunden wird

Existensgründung durch Unternehmensnachfolge

Existenzgründung durch Franchise oder mit der eigenen Geschäftsidee? Jährlich stehen tausende zukünftiger Unternehmer vor dieser Frage. Es gilt: Chancen und Risiken abzuwägen, Eigenkapital aufzubringen, Gründungszuschuss zu beantragen, Fördermittel zu akquirieren und Fremdkapital zu erschließen. Gibt es einen dritten Weg? Ja. Die Unternehmensnachfolge!

unternehmenswelt