28.03.2019

News zur beschlossenen EU-Urheberrechtsreform, Amazon-Gründerin-Erfolgsstory, harte Zeiten für Streaming-Anbieter u.v.m.

Wir fassen für Sie die wichtigsten wochenaktuellen News aus E-Commerce, Online Marketing, Digitaler Wirtschaft & Startup-Szene zusammen.

Wir berichten wie Annemarie Schuster mit ihrem Amazon-Onlineshop Jeff Bezos glücklich macht, setzen uns mit den Vor- und Nachteilen zur beschlossenen Urheberrechtsreform auseinander, erfahren, was ein Pinfluencer tut und warum Netflix aktuell im House of Cards auf wackligen Beinen steht. Dies und mehr in den Online News der Woche.

Start-Up´s & Co

Erfolgreich Gründen im Online-Handel - Annemarie Schuster und ihr Start-Up Siaura Material - von der Produktionsstätte Wohnzimmertisch zur 1. Million Jahresumsatz in 7 Jahren

Als Annemarie Schuster 2011 unerwartet schwanger wird, ändert sie ihr Leben radikal. Die studierte Informatikerin kehrt der IT-und Medienbranche den Rücken und verlässt die Großstadt Berlin gen beschauliches Mainz. Hier noch in Elternzeit startet sie vom heimischen Wohnzimmertisch 2013 aus mit dem Verkauf von Bastelartikeln zunächst auf Dawanda (mittlerweile migriert zu Etsy), ab 2014 auf Ebay und schließlich 2015 auf Amazon. Einen Teil der Waren verschickt Schuster selbst, einen Teil überlässt sie Amazon: „Als wir das Fulfillment teilweise abgegeben haben, ging es bei uns richtig durch die Decke. Wir hatten zehnmal mehr Verkäufe als bei Ebay. Weil man so den Kunden Amazon Prime anbieten kann, erzielt man einen besseren Trust und bekommt bessere Rankings. Damit gewinnt man auch eher die Buybox.“ Mittlerweile beschäftigt Schuster 11 Mitarbeiter am eigenen Firmensitz und steuert die 1. Million Jahresumsatz an. Damit ist sie zweifellos auch für Jeff Bezos ein Amazon-Topperformer. Tipps und Tricks auf dem Weg zum erfolgreichen Onlinehändler, sowie ganz persönliche Einblicke, verrät Schuster aktuell auf Gründerszene.

Das nächste deutsche Einhorn kommt aus Indien – Wie Naren Shaam sein Start-Up Omio (Ex-GoEuro) als Ex-Pat in Berlin gründete und in einer Stadt, in der er niemanden kannte, zum Milliardenschweren Tech-Unternehmen führt

„Fast alle, die ich gefragt habe, fanden die Idee schlecht.“ Naaren Shaam ließ sich dennoch nicht aufhalten und gründete 2013 sein damals noch unter dem Namen GoEuro firmierendes Online-Vergleichsportal für internationale Transportmittel und -wege. Mittlerweile hat die Plattform, an die niemand, außer Shaam zu glauben schien, 27 Mio. Nutzer monatlich und beschäftigt 300 Mitarbeiter am Berliner Standort. Kürzlich umbenannt in Omio soll die Plattform nach millionenschweren Fundings von u.a. Goldman Sachs aktuell knapp eine Milliarde USD wert sein. Welche Eigenschaften Shaam für den Gründungserfolg verantwortlich macht und warum gerade Deutschland für ihn zur beruflichen und privaten Heimat wurde, berichtet er im Portrait auf Gründerszene.

Start-Up Finanzierung 2019 - neues Crowdfundingsiegel soll Transparenz am Markt stärken

Der Bundesverband Crowdfunding will die Transparenz für Geber und Nehmer im Rahmen von Online-Finanzierungsvorhaben weiter stärken. Zu diesem Zweck soll zukünftig das erste Transparenzsiegel für Schwarmfinanzierungen auf dem europäischen Markt an Plattformen vergeben werden, die die Vorgaben erfüllen und Mitglieder im Bundesverband sind. Hintergründe und Ziele des Transparenzsiegels als künftiges Aushängeschild und eine Kriterienliste zur Vergabe finden Sie hier und hier.

E-Commerce

Bereits im Suchergebnis Direktkauf-Option? - Google Shopping Actions kommen im Testbetrieb auf europäischen Markt

Google baut seine Multi-Target-Strategie am Kunden auf der Google-Suchergebnisseite weiter aus. In Kooperation mit großen europäischen Handelsketten und national bekannten kleineren Ketten testet man aktuell die Einführung eines neuen Shopping Features zum Direktkauf unter Google Shopping. Damit greift Google Amazon an, das sich seinerseits zur Suchmaschine für Produkte entwickelt hat bzw. hier in jedem Falle auf den ersten Plätzen ranked. Alle Einzelheiten fasst t3n zusammen.

UPS startet B2B – Blockchain Plattform für effizienteren Lieferverkehr

Besonders kleinere Unternehmen sollen von ihr profitieren. Inxeption Zippy, die neue B2B-Blockchain von Logistikriese UPS, soll Transaktionen zwischen Großhändlern und ihren Abnehmern erleichtern und sensible Informationen (z.B. vereinbarte Preise) besser schützen. Wie BTC-Echo berichtet soll die Plattform vom Lagerzustand bis zur Auslieferung Händlern außerdem stets volle Einsicht über die Produktkette bieten. Dass branchenweit innerhalb der Logistikdienstleister großer Bedarf an Blockchainlösungen für interne Verwaltung und Abrechnung besteht, zeigte bereits das Hermes-Versandbarometer im letzten Jahr an.

Die neue Apple Card im Vergleich der Online-Payment Anbieter – funktionale Bandbreite, Incentives und eine aktuelle Studie zu den Top-Payment-Favoriten im D-A-CH Raum

Als „die bedeutendste Änderung in der 50jährigen Geschichte der Kreditkarte" stellte Apple-CEO Tim Cook Anfang der Woche die neue Apple Card vor. Mit Partner Mastercard und Goldman Sachs soll diese im Sommer 2019 zunächst auf dem US-Markt starten. Weitere Expansionen sind geplant. Man kann die Karte via iPhone gebührenfrei bestellen und erhält darauf hin ein ungeprägtes Schmuckstück aus dem ultraharten Leichtmetall Titan. Und dies ist es denn auch in erster Linie – ansehnliches Incentive für Apple-Kunden, die bei Kauf von Apple-Produkten über die Karte zudem mit bis zu 3% Bonusgutschrift je Umsatz bei maximaler Deckelung belohnt werden können. Dies und ein laut eigener Aussage fälschungssicheres Transaktionsverfahren sind exemplarische Besonderheiten der Apple Card, die sich nun im Meer der Anbieter beweisen muss. Funktionale Details und fällige Gebühren in der Anwendung kennt Manager Magazin. Ob sich die Apple Card oder ihr mobiler Anknüpfungspunkt Apple Pay künftig als Zahlfunktion im Online Handel durchsetzen können, wird sich durch einige Nutzergruppen entscheiden. Aktuell liegt die Frequenz der Verwendung von Kreditkarten im Onlinegeschäft auf Rang 4 hinter führend Rechnung, PayPal-Verfahren auf Platz 2 und Lastschrift auf Platz 3. Die Gruppe der Smart Consumer, eine als besonders mobil-affin definierte Zielgruppe, könnte diese Folge künftig allerdings umkehren. Mehr dazu weiß internetworld.de.

Online Marketing

Quo Vadis Online Marketing? - Fusionen und Trends 2019

Die Transaktionsaktivitäten und Trends von Digitalagenturen und Marketingdienstleistern im Zeitraum Juli 2016-Dezember2018 untersucht eine aktuelle Studie des M&A-Beratungsunternehmen Hampleton Partners. Demnach verzeichnet die Branche seit 2017 deutliche Wachstumspotenziale, die sich in großvolumigen Fusionen und Übernahmen ausdrücken und inhaltliche Trends erkennen lassen: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Erfassung von Echtzeitinformationen und zielgerichtetem Marketing, Chatbots und Voice Interfaces zur Kundenbindung oder die Zusammenführung von Marketing und E-Commerce-Suites zeichnen sich hier exemplarisch ab und sind Richtung gebend für jegliche unternehmerische Online-Präsenz. Alle Zahlen und Fakten versammelt Adzine.

Die EU – Urheberrechtsreform ist beschlossen! - Die wichtigsten Ergebnisse zu den umstrittenen Artikeln 11 (15) und 13 (17)

Knapp mehrheitlich entgegen dem Sinne weiterer Diskussionsoptionen wurde am 26. März der Kompromissvorschlag über die im Vorfeld umstrittene EU-Urheberrechtsreform in Straßburg nurmehr angenommen. Die abschließende Bestätigung aller Mitgliedsstaaten zur gefundenen Einigung soll am 9.April final erfolgen. Während die Pro-Verhandlungsführer einzelne Urheber wie Journalisten und Kreativschaffende hinsichtlich angemessener Vergütung gegenüber großen Tech-Konzernen nun besser geschützt sehen, halten Kritiker die Freiheit der Meinungsäußerung im Internet durch nun wahrscheinlich zum Einsatz kommende undifferenzierte Uploadfilter für stark gefährdet. Eine Zusammenfassung der abgestimmten Ergebnisse präsentiert u.a. die Süddeutsche. Originalstimmen aus Straßburg und eine Genealogie der Ereignisse im Vorfeld der Abstimmung finden sie auf Phoenix.

Sind sie ein Pinfluencer? - Pharmaindustrie entdeckt neue Form von Marketing

Die Pharmaindustrie entdeckt Social Media für sich. Auf Kanälen wie Facebook oder Twitter und geringer noch auf Instagram bezahlt sie User für Medikamenten-Postings, Empfehlungen und Interaktion mit ihren Followern. Die Agentur wegohealth.com bringt zu diesem Zweck Patienten-Influencer kurz Pinfluencer mit Pharmakonzernen in Verbindung. Das lukrative Geschäft, das bislang auf dem US-Markt konzentriert ist, könnte trotz zwingend einzuhaltender nicht unerheblicher Vorschriftenkataloge für entsprechende Postings auch für europäische User mit Affinität zu Gesundheitsthemen relevant werden. Was es dabei grundlegend zu beachten gilt, weiß BASIC thinking.

Digitale Wirtschaft

Wie Digitalisierung gelingen kann am Beispiel eines der traditionsreichsten deutschen Unternehmen – OTTO CEO Alexander Birken im Interview

„Kulturwandel 4.0“ nannte 2015 das seit 1949 bestehende deutsche Familienunternehmen OTTO sein digitales Unternehmensprogramm zum angestrebten strukturellen und ideellen Wandel. Nicht technologische Umwälzungen seien die große Herausforderung gewesen, sondern das Auflösen von starren Hierarchieclustern zugunsten flacher dynamisch agierender Vernetzungstechnologien. Dabei will OTTO geschätzte Werte wie Mitbestimmung, gewerkschaftliche Partizipation und Tarifbindung nicht aufgeben. Einen Auszug aus dem aktuellen Interview mit OTTO CEO Alexander Birken finden Sie hier. Die Kernprinzipien des OTTO Kulturwandel-Programms als beispielhaft für gelebte Digitalisierung in deutschen Unternehmen aus der Mitte für die Mitte fasst OTTO hier zusammen.

Netflix unter Druck – Auflösung der Marketingabteilung in Verbindung mit neuer Konkurrenz von Apple und Disney?

In den letzten Monaten hat Streaming Anbieter Netflix verschiedene Schlüssel-Executives im Bereich Marketing an seine aufziehende Konkurrenz von u.a. Disney+ verloren. Eine vollständige Umstrukturierung des Unternehmens zeichnet sich unter dem Druck der Mitbewerber mittlerweile ab. JP Morgan prognostizierte allein für die 2019 geplante Disney+-Streamingplattform mit ihrem Portfolio aus Disney- und Hollywood-Klassikern bis zu 160 Mio. Abonnenten gegenüber Netflix´ aktuell 140 Mio. Nutzern. Auch soll das Angebot für Lizenznehmer wie Netflix, Sky oder Amazon Prime deutlich verringert werden, wenn Disney-Filme und Disney-assoziierte Lucas Arts- oder 21st Century Fox-Produktionen nur noch via Disney+ verfügbar sein sollen. Ebenfalls Warner will mit eigenem Kanal 2019 an den Streaming-Start ohne jedoch sein Angebot von anderen Plattformen zu verbannen. Vorerst. Wie sich der Streaming-Markt aktuell deutlich umstrukturiert, berichtet golem.de.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Als freie Texterin fokussiert sie sich auf die Themen Nachhaltigkeit, innovative Entwicklungskonzepte und responsible tourism. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen.

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