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14.10.2015

Franchsing: Marke und Fachwissen zur Miete

Potenzielle Gründer, die sich erfolglos den Kopf auf der Suche nach einer zündenden Geschäftsidee zermartern, sollten einen Blick in die Datenbanken von Franchisingportalen werfen. Franchisenehmer übernehmen das Unternehmenskonzept eines Franchisegebers und nutzen für einen vertraglich vereinbarten Zeitraum - und meist auch für eine bestimmte Region - dessen Geschäftssystem.

Potenzielle Gründer, die sich erfolglos den Kopf auf der Suche nach einer zündenden Geschäftsidee zermartern, sollten einen Blick in die Datenbanken von Franchisingportalen werfen. Franchisenehmer übernehmen das Unternehmenskonzept eines Franchisegebers und nutzen für einen vertraglich vereinbarten Zeitraum - und meist auch für eine bestimmte Region - dessen Geschäftssystem. In Deutschland sind rund 1000 Franchisesysteme am Markt. Existenzgründer, die sich einem Franchisemodell anschließen, haben tendenziell bessere Erfolgsaussichten als unabhängige Gründer.

Erscheint eine Geschäftsidee auf den ersten Blick sympathisch und passt das Konzept zur eigenen Persönlichkeit, sollte das System auf Herz und Nieren geprüft werden. Wie ist das System am Markt positioniert, hat sich das Konzept bereits bewährt und wie zukunftsträchtig ist die Branche? Auch hier helfen die Verbände mit Checklisten weiter. Nach einer Umfrage des Deutschen Franchise Verbandes (DFV) legen viele Franchisegründer Wert auf Entscheidungsfreiheit und wollen sich aktiv an der Weiterentwicklung des Systems beteiligen. Allein auf Lippenbekenntnisse des Franchisegebers sollte sich in diesem Punkt kein Gründer verlassen, sondern das Gespräch mit erfahrenen Franchisenehmern suchen. Gute Franchisegeber haben keine Scheu, Kontakte herzustellen. Wer beginnt, zahlt in den meisten Systemen eine Einstiegsgebühr zwischen 5000 und 25.000 Euro für Vorleistungen wie die Entwicklung des Geschäftstyps, Standortanalysen, Erstschulungen oder die Unterstützung bei der Markteinführung. Zur Einstiegsgebühr kommen die Investitionen für den Aufbau des Betriebs, die Ausstattung von Laden oder Büro und den Wareneinkauf.

Für die Nutzung von Name, Know-how, Beratung und die Weiterentwicklung des Systems zahlt der Franchisenehmer zudem laufende Gebühren. Nach Empfehlung des DFV sollten diese nicht mehr als ein bis 15 Prozent des Nettoumsatzes betragen und unbedingt im Einklang mit den Serviceleistungen des Franchisegebers stehen. Für höhere Gebühren kann der Franchisenehmer auch mehr erwarten - zum Beispiel Unterstützung bei Buchführung und EDV oder besonders umfangreiche Marketingmaßnahmen. Alle Leistungen sollten in einem Handbuch detailliert beschrieben sein. Vor Vertragsabschluss sollte der Franchisegeber die Investitionen beziffern und den Arbeitseinsatz des Franchisenehmers umreißen. Der angehende Miniunternehmer kann auch erwarten, dass ihm der durchschnittliche Jahresumsatz der aktuellen Franchisenehmer genannt und eine realistische Rentabilitätsvorschau erstellt wird.

Für die Seriosität von Franchisegebern bürgen auch Gütesiegel und Auszeichnungen. So überprüft der DFV seine Mitglieder regelmäßig mit einem System-Check auf Qualitätsstandards. Und das Magazin Impulse kürt jährlich den besten Franchisegeber und veröffentlicht ein Top-100-Ranking der besten Systeme.

Über den Autor

Verena Freese