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08.03.2018

Gründerinnen in Deutschland

Der Anteil der Frauen an Unternehmensgründungen ging zuletzt zurück, was vor allem an der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt lag. Derweil setzt sich der Verband der deutschen Unternehmerinnen dafür ein, unternehmerisch tätige Frauen als Rollenbilder hervorzuheben und zu fördern.

Frauen gründen seltener als Männer

Ein Unternehmen zu gründen ist in jedem Fall ein großer Schritt. Frauen gehen diesen Schritt seltener als Männer und ihr Anteil an Unternehmensgründungen ging zuletzt sogar zurück, wie der KfW-Gründungsmonitor 2017 zeigt. Machten Existenzgründungen von Frauen zwischen 2013 und 2015 jeweils einen Anteil von 43% aus, sank ihr Anteil 2016 auf 40 %. Vor allem bei den Vollerwerbsgründungen hielten sich die Frauen deutlicher zurück: Hier sank ihr Anteil von 39 % auf 33 %. Das liegt laut der Studie daran, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt 2016 besonders für Frauen günstig war. Bei den Nebenerwerbsgründungen liegen Frauen unverändert beinahe gleichauf mit den Männern, ihr Anteil dort betrug 44%.

Als Unternehmerin erfolgreich - nicht nur im Nebenerwerb

Dass aus einer Nebenerwerbsgründung nicht selten ein Vollerwerb wird, zeigt das Beispiel von Anne Weiß in unserer Unternehmerstory. Sie sagt über ihre Praxis für Traumatherapie: „Anfangs habe ich noch halbtags in meinem alten Beruf als Architektin als Assistentin der Geschäftsleitung in einem Garten-, und Landschaftsbaubetrieb gearbeitet und nachmittags dann daheim die Praxis geführt. Irgendwann merkte ich aber, dass ich für mich eine klare Entscheidung treffen musste, was ich denn jetzt eigentlich beruflich bin und ich entschied mich Vollzeit als Therapeutin zu arbeiten. Ich denke dass es bei jeder Gründungsgeschichte irgendwann zu dem Punkt kommt, wo man sich ganz klar vor allem innerlich ausrichten muss, damit man auch zu 100 Prozent dahinter steht und das nach Außen ausstrahlt.“

VdU: Politik engagiert sich zu wenig für Gründerinnen und Unternehmerinnen

Seit 1954 existiert der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) und setzt sich dafür ein, Unternehmerinnen als Rollenvorbilder zu fördern und ihre ökonomische Leistung anzuerkennen. So fordert der Verband von der Politik unter anderem bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Abschaffung von Negativanreizen für weibliche Erwerbstätigkeit und die Förderung von Frauen in MINT-Berufen. Nachdem der Entwurf zum Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vorlag, zeigte sich der Verband im Februar 2018 überwiegend enttäuscht, da ein großer Teil seiner Forderungen sich im Koalitionsvertrag nicht wiederfindet. Das allgemeine Bekenntnis, unterstützende Maßnahmen für Gründerinnen und Unternehmerinnen auszubauen sei zwar begrüßenswert, die dazu genannten Ansätze seien aber zu unkonkret und kämen über Absichtserklärungen nicht hinaus, so der Verband.

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Über den Autor
Ulrike Schult

Ulrike Schult

Die Autorin ist als Redakteurin im Team von unternehmenswelt.de tätig. Zuvor beriet Ulrike Schult in Leipzig Studierende zum Einstieg ins Berufsleben und organisiert momentan unter anderem an der Fachhochschule ein überfachliches Qualifizierungsprogramm für Doktoranden aus den Ingenieurswissenschaften und anderen Bereichen.