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Existensgründung durch Unternehmensnachfolge

Existenzgründung durch Franchise oder mit der eigenen Geschäftsidee? Jährlich stehen tausende zukünftiger Unternehmer vor dieser Frage. Es gilt: Chancen und Risiken abzuwägen, Eigenkapital aufzubringen, Gründungszuschuss zu beantragen, Fördermittel zu akquirieren und Fremdkapital zu erschließen. Gibt es einen dritten Weg? Ja. Die Unternehmensnachfolge!

Geeigneter Nachfolger? Fehlanzeige!

Für Existenzgründer könnte das ein pasender Weg sein: die Unternehmensnachfolge

Die Übernahme eines bestehenden Unternehmens kann viele Vorteile mit sich bringen. Über 70.000 Unternehmer suchen jährlich nach einem passenden Nachfolger für den eigenen Betrieb – nur wenige finden ihn. Und es besteht regelrecht Handlungsbedarf! Denn: Ca. 25% der Selbstständigen im Mittelstand sind aktuell älter als 55 Jahre. Dies besagt eine Studie des in Bonn beheimateten Instituts für Mittelstandsforschung, in welcher die familienexterne Nachfolge durch das "Zusammenfinden von Übergebern und Übernehmern" untersucht wurde. Konsequenz der scheiternden Unternehmensnachfolge: fast 10% der Betriebe werden abgewickelt - das sind fast 6.000 Firmen jährlich die aufgegeben werden müssen. Und das, obwohl eine Unternehmensnachfolge als Geschäftsidee durchaus attraktiv sein kann.

Viele Vorteile – und auch Nachteile

Die Vorteile der Unternehmensnachfolge als Existenzgründung:

  • die Übername eines bestehenden Betriebes hat eine der schwierigsten Hürden schon genommen: das Unternehmen ist bereits am Markt eingeführt und im besten Falle etabliert (bezüglich Firmenname, Marke, Produkte)
  • Einarbeitungsphase in ein bestehendes Unternehmen ist meist kürzer als die generelle Aufbauphase eines neuen
  • Hospitationen in der Übergangszeit gestatten tiefe Einblicke ins Unternehmen
  • die Neukundengewinnung in der Startphase der Übernahme entfällt
  • es gibt bereits aufgebaute Vertriebskanäle
  • der Kundenstamm ist bereits aufgebaut
  • Nutzung von bestehenden Strukturen
  • Übernahme von erfahrenem Personal

Die Nachteile der Unternehmensnachfolge als Existenzgründung:

  • Risiken früherer Zeiten müssen abgewogen werden, das es zum Schadenersatz aus den unternehmerischen Tätigkeiten vor der Unternehmensnachfolge kommen kann (z.B. Altlasten bei Gebäuden, Schadenersatz, Gewährleistung usw.)
  • ambitionierte Gründer mit Ideen müssen bei funktionierenden Unternehmen Veränderungen mit Vorsicht angehen
  • im Vergleich zur Neugründung ist der Kapitalbedarf beim Unternehmenskauf meist höher
  • Wertrisiko bei Betriebsmittel wird vom Unternehmensnachfolger getragen
  • Übernahme-Poker verunsichert das Personal

Zum Schluss noch ein Tipp: Auf der Unternehmerbörse des BMWi namens nexxt-change können Sie kostenfrei Firmen suchen und Unternehmen erwerben, gefiltert nach bevorzugten Branchen und/oder oder Unternehmensgrößen.

Unternehmenswelt wünscht viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

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Über den Autor
Marcos Lòpez 2017

Marcos López

Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Redakteur und freier Autor. Er ist in Zürich geboren, wächst in Madrid und in der Nähe von Frankfurt am Main auf, bevor er vor der Wende nach Berlin kommt. Hier moderiert er im Hörfunk, schreibt für diverse Stadtmagazine und wird auch als DJ und Produzent bekannt. Von den Neuen Medien und Sozialen Netzwerken fasziniert, gestaltet er Beiträge für Print, Web und TV.