01.11.2017

KfW vergibt Digitalisierungs- und Innovationskredite

Angesprochen werden etablierte Mittelständler der gewerblichen Wirtschaft und Freiberufler

Die weltweit größte nationale Förderbank, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), vergibt seit Juli in zwei Förderprogrammen Kredite für innovative Digitalisierungsprojekte. Ziel: Förderung der digitalen Transformation und Innovationstätigkeit. Wie Sie die Finanzierungspakete nutzen, erfahren Sie hier!

KfW-Förderung zur digitalen Transformation und Innovationstätigkeit

KfW vergibt Kredite Förderung zur digitalen Transformation und Innovationstätigkeit im Mittelstand

Die KfW-Fördergelder zur Digitalisierung und Innovation werden an mittelständische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Freiberufler in Deutschland vergeben. Der jährliche Gruppenumsatz darf dabei 500 Millionen Euro nicht überschreiten. Die zwei Förderprogramme tragen den Titel ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit und ERP-Mezzanine für Innovation. Das Kürzel ERP steht für European Recovery Program.

Das Förderprogramm ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit ist zur Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben in ihrer ganzen Breite gedacht. Gefördert wird: Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren, zum Beispiel die Vernetzung der Produktionssysteme unter dem Stichwort Industrie 4.0. Auch können die strategischen Maßnahmen zur Ausrichtung des Unternehmens oder der Unternehmensorganisation auf die Digitalisierung begleitet werden. Außerdem werden Innovationspläne finanziert, bei denen Unternehmen ihre Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entscheidend verbessern oder erneuern.

Im Förderprogramm ERP-Mezzanine für Innovation (Mezzanine bezeichnet Finanzierungsmischformen aus Eigen- und Fremdkapital) bietet die KfW Finanzierungspakete "speziell zur langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren, Prozesse oder Dienstleistungen sowie ihrer wesentlichen Weiterentwicklung an" (in: www.handwerk-magazin.de). Zum einen werden hier für das Unternehmen gänzlich neue Vorhaben unterstützt und zum anderen solche, die sich in der Europäischen Union vom Stand der Technik abheben.

Selbst Internetauftritt unterdurchschnittlich verbreitet

Es gibt im deutschen Mittelstand einen großen Digitalisierungsbedarf

Unternehmen sehen sich praktisch immer mehr einem technologischen Wettlauf mit nationalen und internationalen Wettbewerbern ausgesetzt. Der seit Jahren fortschreitende digitale Wandel in Industrie und Handwerk beschleunigt diesen Wettbewerb: Produkte und Dienstleistungen werden digital optimiert und erneuert, Geschäftsprozesse werden effizienter und ressourcenschonender – und im besten Falle werden die Produktivitätsraten erhöht.

Während knapp die Hälfte der großen Mittelständler (150 und mehr Beschäftigte) über 100.000 Euro im Jahr für digitale Maßnahmen ausgeben, zählen besonders häufig die kleineren Mittelständler mit weniger als 50 Mitarbeitern zu den so genannten Digitalisierungsnachzüglern. Insgesamt befindet sich rund ein Drittel der Mittelständler aktuell noch in einem Grundstadium der Digitalisierung, das heißt: selbst grundlegende Anwendungen wie ein eigener Internetauftritt sind unterdurchschnittlich verbreitet (siehe: www.fw.de).

Es gibt in vielen Bereichen einiges zu tun, um auf lange Sicht nicht ins Hintertreffen zu geraten: Hardware, Software, IT-Sicherheit, IT-Bezugsformen, IT-Weiterbildung, IT-Beratung, Verknüpfung von Prozessen, Reorganisation des Workflows, Konzepte für Internetmarketing und Internetvertrieb, um die wesentlichen Gebiete zu nennen. Diese Investitionen dürften sich aber lohnen, denn: Digitale Vorreiter im Mittelstand, die auf digitale Produkte, Dienstleistungen, Apps oder Industrie 4.0 setzen, machen mit einem Fünftel zwar die Minderheit aus. Aber diese Vorreiterunternehmen verwirklichen fast doppelt so häufig Kompetenzprojekte wie Nachzügler!

Kapitalbeschaffung für Digitalisierung das eigentliche Problem

Ein Grund für die Zurückhaltung der Unternehmen, wenn es um die konkrete Umsetzung digitaler Projekte geht, ist sicher das Problem der Kapitalbeschaffung. Usus: Banken finanzieren Digitalisierungsprojekte aufgrund der geringen Sicherheiten mit größter Vorsicht. In Zahlen: Nur 4 % der Digitalisierungsprojekte werden über Bankenkredite realisiert. Bei Sachinvestitionen sind es aber über 5 Mal soviel, nämlich 21 %.

Dabei gebe es neben dem oben genannten Finanzierungsbedarf in den wesentlichen Segmenten (Hardware, Software, Informationstechnologie usw.) auch die Notwendigkeit langfristig gesehen zu investieren: in Fachkräfte für Innovationen, in die entsprechende Qualifizierung von Mitarbeitern und in Schulungen zur IT-Sicherheit und Cyber-Kriminalität, genauso wie in Aufklärung zu den Chancen und Risiken der stattfindenden Vernetzung.

Mit den KfW-Innovationsdarlehen bis zu einer Höhe von 25 Mio. Euro für Investitionen und Betrieb­smittel und einer Laufzeit von 2 – 10 Jahren soll nun die Digitalisierung des Mittelstandes in Deutschland entscheidend voran gebracht werden.

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Über den Autor

Marcos López

Marcos López

Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Redakteur und freier Autor. Er ist in Zürich geboren, wächst in Madrid und in der Nähe von Frankfurt am Main auf, bevor er vor der Wende nach Berlin kommt. Hier moderiert er im Hörfunk, schreibt für diverse Stadtmagazine und wird auch als DJ und Produzent bekannt. Von den Neuen Medien und Sozialen Netzwerken fasziniert, gestaltet er Beiträge für Print, Web und TV.

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