11.04.2018

Trüberes Geschäftsklima im März 2018

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: US-Strafzölle sorgen für schlechte Stimmung

Obwohl viele Mittelständler, die in die USA exportieren, trotz Trumps protektionistischer Politik nicht viel zu befürchten haben, trübt sich das Geschäftsklima im Mittelstand im März. Beim verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel kühlt sich die Stimmung ab, während mittelständische Bauunternehmen wegen des Aufschwungs in der Branche positiv gestimmt sind.

Für den Monat März 2018 verzeichnet das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer eine sich verschlechternde Stimmung im Mittelstand, die sich aber dennoch auf relativ hohem Niveau befindet. Das mittelständische Geschäftsklima sank insgesamt um zwei Saldenpunkte auf 26,9 Punkte. Vor allem in der protektionistischen Politik der USA sehen die Studienautoren die Gründe dafür. Dass sich die Abkühlung nun gerade im März bemerkbar macht, liegt wohl daran, dass US-Präsident Trump seinen Ankündigungen von Strafzöllen nun konkrete Maßnahmen folgen lässt.

Produzierendes Gewerbe trotz Strafzöllen gut aufgestellt

Obwohl die Entwicklung des Geschäftsklimas in Deutschland insgesamt negativ ausfiel, argumentierten die Deutschen Mittelstands Nachrichten Ende März gegen die Angst des Mittelstandes vor US-Strafzöllen: Insbesondere Mittelständler mit mehr als 50 Mitarbeitern aus dem produzierenden Gewerbe brauchen sich wenig Sorgen zu machen. Da diese Unternehmen passgenaue Produkte und Dienstleistungen auf hohem qualitativen Niveau in die USA exportieren, sei hier nichts zu befürchten. Die Innovationsstärke dieser Unternehmen sei so gut und ihre Eigenkapitalquote überdurchschnittlich hoch, so dass sie trotz Zöllen kaum Nachteile erwarten müssten.

Stimmung im Baugewerbe gut, im verarbeitenden Gewerbe und Großhandel schlecht

Unterschiede gibt es im Geschäftsklima der verschiedenen Branchen. Da Mittelständler im verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel international stark verflochten sind, herrscht hier schlechtere Stimmung. Warum das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel um 7,2 Saldenpunkte auf 18,3 Punkte gesunken ist, lässt sich laut Mittelstandsbarometer schwer erklären. Anders das Plus um 4,9 Punkte auf sehr hohe 38,5 Saldenpunkte im Klima der mittelständischen Bauwirtschaft, das eindeutig mit der anhaltenden Konjunktur in der Branche zusammenhängt. Insgesamt prognostiziert die KfW-Studie für Deutschland zwar ein verlangsamtes, aber dennoch ein Wachstum.

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf dem ifo Geschäftsklimaindex. Unter den monatlich 7.000 befragten Unternehmen sind etwa 5.600 Mittelständler. „Berichtet werden der Saldo der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage (Prozentanteil der Gutmeldungen abzüglich des Prozentanteils der Schlechtmeldungen), der analog ermittelte Saldo der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate sowie das hieraus als Mittelwert errechnete Geschäftsklima“. Lesen Sie hier das ganze KfW-ifo-Mittelstandsbarometer März 2018.

Über den Autor

Ulrike Schult

Ulrike Schult

Die Autorin ist als Redakteurin im Team von unternehmenswelt.de tätig. Zuvor beriet Ulrike Schult in Leipzig Studierende zum Einstieg ins Berufsleben und organisiert momentan unter anderem an der Fachhochschule ein überfachliches Qualifizierungsprogramm für Doktoranden aus den Ingenieurswissenschaften und anderen Bereichen.

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