16.07.2018

Die Pomodoro-Technik: In 25-Minuten-Schritten zu einer abgehakten To-Do-Liste

Wie eine tickende Uhr und Pausen à 5 Minuten helfen, fokussierter und produktiver zu arbeiten

In Teil II unseres Zeitmanagement-Doppels erklären wir, wie sie Ihre Aufgaben konzentriert erledigen. Die Pomodoro-Technik verhindert, dass Sie sich verzetteln, motiviert Sie, da Sie Erledigtes abhaken können und verhindert, dass Sie schnell ermüden. Zettel & Stift oder passende Apps helfen Ihnen, die Pomodoro-Technik umzusetzen.

pomodoro-technik

Im ersten Teil unseres Zeitmanagement-Doppels haben wir das Eisenhower-Prinzip vorgestellt, mit dem Sie Ihre Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit sortieren können. Die Pomodoro-Technik hilft Ihnen dabei, die so sortierten Aufgaben auch zu erledigen.

Aber was hat eine Tomate mit effizientem und effektivem Arbeiten zu tun? In den 1980er Jahren benannte Francesco Cirillo die von ihm entwickelte Selbstmanagement-Methode nach einer Küchenuhr in Form einer Tomate, auf Italienisch – pomodoro.

Mit dem Aufziehen der Uhr auf 25 Minuten verbindet Cirillo die Entschiedenheit, sich einer Aufgabe zu widmen. Das Ticken und Klingeln soll die vergehende Zeit erlebbar machen und anspornen.

Mit diesen sechs Schritten der Pomodoro-Technik starten Sie ins fokussierte Arbeiten

1. Aufgabe notieren

Legen Sie eine Aufgabe fest, die Sie in 25 Minuten erledigen wollen, am besten halten Sie sie auch schriftlich fest. Francesco Cirillo meint, dass Bleistift und Papier am Besten dazu geeignet sind. Diese Aufgabe soll dann Ihre volle Konzentration erhalten.

2. Timer auf 25 Minuten stellen

Entscheiden Sie sich bewusst, in den nächsten 25 Minuten nur das zu tun, was Sie notiert haben. Ziehen Sie den Küchenwecker auf oder starten Sie Ihre Pomodoro-App.

3. Arbeiten Sie bis zum Klingeln an der Aufgabe

Schalten Sie jede Störung aus und arbeiten Sie mit Ihrer ganzen Konzentration an der Aufgabe. Keine E-Mails, keine Sozialen Netzwerke in dieser Zeit! Wenn Ihnen etwas einfällt, das Sie nicht vergessen dürfen, notieren Sie es für später auf einen Zettel. Lassen Sie sich von den Ideen nicht ablenken.

4. Erledigtes abhaken

Wenn Ihr Timer klingelt, haken Sie die Aufgabe auf dem Zettel ab. Aufgaben, für die Sie vermutlich länger brauchen, können Sie auch von vornherein in kleinere Aufgaben zerlegen und auf zwei Pomodori verteilen.

5. 5 Minuten Pause machen

Nehmen Sie sich die kleine Pause und tun Sie ganz bewusst etwas anderes als zu arbeiten. Bewegen Sie sich kurz. Kochen Sie sich einen Kaffee oder tun Sie etwas, das Sie entspannt. Ihr Gehirn freut sich über die Auszeit.

6. Nach 4 Einheiten eine längere Pause einlegen

Wenn Sie vier Einheiten zu 25 Minuten abgearbeitet haben, legen Sie eine längere Pause ein. 20 oder 30 Minuten sind laut Cirillo ideal, damit Sie sich für neue Aufgaben regenerieren.

Warum funktioniert die Pomodoro-Technik?

Die Technik zwingt dazu, Aufgaben zu planen, einzuteilen und den Zeitaufwand dafür abzuschätzen. So kommt man besser voran, als wenn man einfach drauf losarbeitet und dabei vielleicht Aufgaben unnötig aufschiebt. Gleichzeitig kann man nachverfolgen, wie lange es dauert, Aufgaben zu erledigen.

Mit einer bewussten Zeitbegrenzung kann man zudem unnötigem Perfektionismus entgegenwirken. Wenn die Liste der abgehakten Tätigkeiten wächst, motiviert das. In jedem Fall stärkt der Wechsel zwischen konzentriertem Arbeiten und bewussten Pausen den Fokus auf die jeweilige Aufgabe.

Abwandlungen erlaubt!

25-Minuten-Zeitfenster sind unrealistisch für Ihre Art von Aufgaben? Die 25 Minuten sind keineswegs in Stein gemeißelt. Verkürzen oder verlängern Sie sie auf 15 oder 40 Minuten. Aber versäumen Sie in keinem Fall, den Zeitrahmen bewusst zu begrenzen.

Nicht für alle Tätigkeiten ist die Technik geeignet, sondern am meisten für komplexe Tätigkeiten, die viel Konzentration brauchen. Reservieren Sie sich doch einen Teil des Tages dafür, einen Vierer-Block Pomodori zu bearbeiten.

Zettel & Stift oder App?

Francesco Cirillo rät dazu, die Aufgaben per Hand zu notieren und abzuhaken. Auch das Aufziehen der Eieruhr hält er für wichtig. Dennoch gibt es jede Menge digitale Hilfsmittel, die Sie alternativ beim Bearbeiten Ihrer Pomodori unterstützen.

Einige webbasierte Apps können Sie direkt auf dem Desktop im Browser aufrufen: Mit dem Marinara Timer und Tomato Timer können Sie die Pomodori auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden. Der webbasierte E.ggtimer ist dagegen sehr minimalistisch.

Für Smartphone und Tablet gibt es die Apps Clockwork Tomato (Android), ClearFocus (Android/ iOS), Flat Tomato (iOS) und Pomodoro Keeper (iOS).

Über den Autor

Ulrike Schult

Ulrike Schult

Die Autorin ist als Redakteurin im Team von unternehmenswelt.de tätig. Zuvor beriet Ulrike Schult in Leipzig Studierende zum Einstieg ins Berufsleben und organisiert momentan unter anderem an der Fachhochschule ein überfachliches Qualifizierungsprogramm für Doktoranden aus den Ingenieurswissenschaften und anderen Bereichen.

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