18.05.2019

Der Jungfernflug des Münchner Flugtaxis von Lilium, juristische Fallhöhen für Startups & Existenzgründer, GetYourGuide, das neue Einhorn aus Berlin u.v.m.

Wir fassen für Sie die wichtigsten News aus E-Commerce, Online Marketing, Digitaler Wirtschaft & Startup-Szene zusammen.

Über einen problemlosen Start und Schwebemanöver freute sich in dieser Woche das StartUp Lilium aus München anlässlich des erfolgreichen Jungfernflugs seines fünfsitzigen Flugtaxi-Prototyps. Ebenfalls steil senkrecht geht es aktuell für die Berliner von GetYourGuide, die fast eine halbe Milliarde USD Investorengelder einsammeln konnten. Die steigende Beliebtheit von Voicesearch unter Verbrauchern stellt unterdessen Online-Händler und -Marketer vor neue Aufgaben der Produktpräsentation. Dass Podcasting ein erfolgreiches wie lukratives Mittel des Online Marketing ist, beweist in dieser Woche Matt Lieber von Gimlet. Tipps und Tricks vom King of Podcasting darüber, wie man die entspannten Momente seiner Kunden für zielgerichtete Information und Unterhaltung nutzt. Dies und mehr in den Online News der Woche.

Startups & Co.

Mit 2000 PS über den Englischen Garten – Markus Söder gibt Starterlaubnis für Lilium

Die Münchner Politprominenz staunte nicht schlecht, als das mit 36 Elektromotoren angetriebene Flugtaxi des Unternehmens Lilium aus Weßling bei München ohne Komplikationen startete. Nach Angabe von Lilium-Gründer Daniel Wiegand schafft der Prototyp eine Reichweite von 300 Kilometern innerhalb von 60 Minuten ohne CO2-Emissionen. Lilium plant keine elitäre Nutzung seiner Technologie und der geplanten eigenen Buchungsplattform. Der erst 2015 gegründete Flugzeughersteller verfolgt breitere Marktziele. „Ziel ist, dass viele Bürger Flüge bei uns buchen, für Preise wie mit einem Taxi“ bekräftigt Wiegand. Lilium tritt damit als weiterer Anbieter im Personenverkehr der Zukunft auf. Damit die geplante Marktreife ab 2025 gelingen kann, haben der chinesische IT-Konzern Tencent und weitere Investoren bereits mehr als 100 Millionen USD in Lilium investiert. Zunächst noch via Piloten gesteuert soll in 10 Jahren außerdem eine autonome Variante zur Verfügung stehen. Dafür hat man bereits die entsprechende Manpower aus dem Hause Audi rekrutiert. Technische Einzelheiten zum Lilium Jet und seinem Jungfernflug auf faz.de

Delivery Hero investiert 8,3 Mio. EUR in Bio-Lutions aus Hamburg - Kompostierbares Geschirr für Ghost Restaurants & Co.

Mit insgesamt 8,3 Mrd. EUR haben sich der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero und die KfW-Tochter Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft an dem Hamburger Startup Bio-lutions beteiligt. Bio-lutions stellt ökologische Verpackungen aus Pflanzenresten regionaler Landwirtschaft her. Mit dem Kapital will das Startup neue Fabriken in Thailand und Deutschland bauen, um seine Expansion voranzutreiben. Das Investment ist besonders unter dem voranschreitenden Trend von Ghost-Restaurants in der Food-Branche relevant. Alle Details hierzu auf Gründerszene

Rechtliche Fallstricke für Existenzgründer – Was Startups in der Gründung beachten sollten

Eine Geschäftsgründung in schutzrechtlich bedeutsamen Branchen oder unter mehreren Beteiligten kann Existenzgründer vor vielfältige juristische Probleme stellen. Unkenntnis in Methoden der Absicherung führt dabei oft zu kostenintensiven Auseinandersetzungen. Basic Thinking listet in dieser Woche eine Bandbreite an Kernthemen, über die sich Gründer im Klaren sein sollten. Die Wahl der richtigen Gesellschaftsform ist z.B. bei risikobehafteten Geschäftsmodellen entscheidend. Besteht das Risiko der Haftung, sollten die Gründer haftungsbeschränkte Gesellschaften wie die GmbH, aber auch die AG oder die GmbH & Co. KG in Betracht ziehen. Bevor die eigene Idee am Markt platziert wird, sollten unbedingt eine markenrechtliche Prüfung des Unternehmens- und/oder Produktnamens erfolgen. Mit finanziellen und Image-Verlusten muss sonst bei einem Verbot der Nutzung durch legitimierte Erstanbieter gerechnet werden. Die gut zu überlegende Verteilung der Anteile Ihres Unternehmens auf viele Gesellschafter, prinzipielle Vereinbarungen zur Schutzrechtsübertragung mit Ihren Mitarbeitern und Zulieferern, sowie die genaue Regelung von Streitfällen bis hin zur Hinfälligkeit eines Gesellschaftervertrages sind weitere Themen, die Gründer bedenken müssen.

E-Commerce

Ebay erfolgreicher als Amazon – 1. Runde Niederlage nach Punkten für Jeff Bezos

In einer Studie des Händlerbunds wurden kürzlich mehr als 1000 Online-Händler bezüglich Ihrer Plattform-Präferenzen befragt. Unangefochten auf Platz 1 landet hier der Anbieter Ebay (84 Prozent) vor dem Zweitplatzierten Amazon (63 Prozent). Für den Vergleich wurden die Online-Marktplätze in fünf verschiedenen Kategorien auf einer Skala von 1,0 „sehr gut“ bis 5,0 „ungenügend“ bewertet. Das Ranking in den Bereichen Usability (2,2), Support (2,5) und Kosten (2,3) konnte Ebay klar für sich entscheiden. Mit einer Note von 2,7 konnte Online-Gigant Amazon lediglich die Kategorie Umsatz für sich gewinnen, landet beim Support, den Kosten und der Fairness allerdings auf dem fünften und damit letzten Platz. Diese Präferenz gilt gleichsam für Privatkunden. Interessante Fußnote ist die Tatsache, dass für Private Käufe sich keiner der Online-Händler als Plattform-affin erweist. Hier zieht es die „Pros“ direkt zu den Online-Shops der jeweiligen Brand.

Amazon Delivery Service Programm und neues Investment in Deliveroo - Die geheime Streitkraft von Jeff Bezos bringt sich in Position

Eine eigene Flugzeugflotte, die Mondlandefähre Blue Moon und nun noch das Delivery Service Partner Programm. Amazon verfolgt eine kleinteilige Strategie auf dem Weg zu mehr Autarkie. Aktuell bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern die „bezahlte Kündigung“ an. Sollten Amazon-Angestellte kündigen, um anschließend ein eigenes Zustellunternehmen zu gründen, dann versilbert Jeff Bezos dies mit 10.000 USD – so die Offerte. Das Programm umfasst unter anderem Amazons Zustelltechnik, Jobtrainings, Fahrzeuganmietung und Versicherungen. Mit dem Fördergeld baut Amazon sich eine Lieferflotte auf, ohne alles selbst organisieren zu müssen.

Nach einem Bericht von Manager Magazin beteiligt sich Amazon nach vergeblichen eigenen Bemühungen nun auch im Food-Delivery-Sektor. Im Rahmen einer aktuellen Finanzierungsrunde zeichnet der Konzern als größter Investor von insgesamt 575 Mio. USD Kapital für den britischen Lieferdienst Deliveroo verantwortlich. Die Konkurrenz um Delivery Hero und Just Eat reagierte bereits empfindlich.

Mindestens 1xpro Woche Voicesearch – Deutsche Verbraucher googeln verstärkt interaktiv

Nach einer Studie von Uberall sind fast 60 Prozent der Befragten Deutschen und US-Amerikaner von Voice Search als einem relevanten Zukunftsthema überzeugt. Der Anbieter für Location Marketing Uberall hatte jüngst 4000 Verbraucher in den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich zu diesem Thema befragt. Das große Interesse wird besonders anhand gesteigerter Verkaufszahlen im Bereich von Smart Speakern gemessen und enormen Fortschritten von In-Car-Technologien. In der vollständigen Erschließung der technologischen Möglichkeiten sieht die Studie allerdings noch viel Handlungsbedarf. 17 Prozent der Befragten stehen der Genauigkeit der Ergebnisse skeptisch gegenüber. Weitere 11 Prozent der deutschen Studienteilnehmer sehen in der Voice Search noch kein effizientes Mittel, um nach Informationen zu suchen. Die insgesamt 45 Prozent der deutschen Verbraucher, die bereits jetzt mithilfe von Voice Search gezielt nach lokalen Geschäftsinformationen suchen, sollten daher Anreiz sein, um die Menge und Qualität der vorgefunden Informationen seitens der Anbieter weiter zu verbessern. Dies wünschen sich immerhin 16 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer. 17 Prozent der Befragten führten außerdem an, dass sie Sprachsuche häufiger nutzen würden, wenn es einen natürlicheren Dialog mit dem Smart Assistant geben würde.

Online Marketing

Mehr visuelle Anreize für Kunden – Google stellt neue Werbeformate vor

Auf seiner jährlichen Marketing-Präsentation Google Marketing Live hat Google noch in diesem Jahr die Live-Schaltung neuer Online-Werbeformate bekannt gegeben. Dazu zählen Google Bildergalerien, die Entdecken-Funktion und ein verbessertes Shopping-Erlebnis. Die sogenante Gallery Ad soll als Bildergalerie oberhalb der organischen Suchergebnisse erscheinen. Bis zu 25 Prozent mehr Interaktionen verspricht der Konzern mit diesem Modul. Der Discovery-Feed, der in Gmail, auf Youtube und in der Google-App verfügbar ist, soll künftig personalisierte Ergebnisse auf der Basis von Maschine Learning liefern und direkt unter den gerade gesuchten Inhalten erscheinen. Neue Shopping-Möglichkeiten sind laut t3n ebenfalls in der Umsetzung, werden für den deutschen Markt allerdings erst nach 2019 ausgerollt.

Der Flüsterer - Matt Lieber, King of Podcasting, über ein milliardenschweres Marketing-Format

Im Februar haben Matt Lieber und Alex Blumberg ihr Podcast-Unternehmen Gimlet Media für kolportierte 230 Millionen US-Dollar an Spotify verkauft. Davon verspricht sich Lieber u.a. eine inhaltliche Weiterentwicklung seiner Plattform durch genaueres Customer-Targeting und Ausdehnung der Marktanteile: „Netflix und andere Plattformen haben die großen Produktionen und Stars. Youtube dann den Longtail-Content von unzähligen Creatorn. Spotify wird beides abdecken mit wertvollen Franchises und Hunderttausenden Shows, die jeder machen kann.“ Ob beim Kochen, Joggen oder Autofahren – Podcasting erreicht den Nutzer in vielen Lebenssituationen und bietet einen Sweet Spot für Marken- und Produktinformationen: „Ich denke, es wird hoch bepreiste nativ eingesprochene Werbung weiter geben. Darunter wird aber zusätzlich ein programmatischer Part existieren, der Brands skalierbare Ergebnisse ermöglicht.“ - Matt Lieber zur Zukunft des Podcasting im Original-Ton auf omr.com

Digitale Wirtschaft

Online Plattform scout24 bleibt eigenständig - US-Beteiligungsgesellschaften Hellman & Friedman und Blackstone scheitern mit Übernahmeangebot

Nach einem Bericht von Manager Magazin sind in dieser Woche die US-Beteiligungsgesellschaften Hellman & Friedman und Blackstone mit einer gemeinsamen 5,7 Milliarden Euro schweren Kaufofferte für scout 24, den Betreiber der Portale ImmobilienScout24 und AutoScout24,  gescheitert. Mit 42,8 Prozent verfehlten sie die angestrebte Mehrheit von mehr als 50 Prozent dabei deutlich. Scout24 Finanzvorstand Christian Gisy widmet sich lieber der autonomen Expansion, indem er bereits im Vorfeld der Übernahme erneut sein Interesse an Teilen von Ebay Classifieds, der Kleinanzeigen-Sparte von Ebay inklusive dem hier zugehörigen größten AutoScout-Rivalen Mobile.de bekräftigte: "Brauchen wir dazu dringend einen strategischen Partner? Definitiv nicht. Wir sind auch aus eigener Kraft in der Lage, das zu liefern." Scout24 vermeldete zuletzt besonders im Auto-Anzeigengeschäft glänzende Geschäftszahlen. Der Umsatz des Unternehmens stieg in Q1 2019 dank der Übernahme des Kreditvermittlers Finanzcheck.de um 21 Prozent auf 148,8 Millionen Euro.

Berliner Buchungsplattform GetYourGuide erhält halbe Mrd. USD Investorenkapital - Deutsche StartUp Branche hofft auf Mitnahme-Effekte

Wie das Handelsblatt in dieser Woche berichtet, investierten u.a. der japanische Konzern Softbank und Singapurs Staatsfonds Temasek 484 Millionen US-Dollar in GetYour Guide. Das Start-up aus Berlin vermittelt geführte Touren oder Tickets für Museen und andere Sehenswürdigkeiten an Touristen. CEO Johannes Reck hatte bereits vor rund zehn Jahren in Zürich gemeinsam mit Kommilitonen eine Plattform entwickelt, auf der Leute zueinander finden sollten, um einander ihre Stadt zu zeigen. Ein mißglückter Urlaub in China mit Sprachbarrieren und ohne lokale Kenntnisse war die auslösende Motivation für Reck. Mittlerweile operiert das Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern am Standort Berlin. Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Start-ups, sieht in dem Investitionscoup positive Signale für die gesamte deutsche Startup-Branche: „Das Investment wird international Beachtung finden. (..) es zeigt: Deutsche Gründer stehen denen in den USA und China in nichts nach. Wir können hier genauso erfolgreiche Unternehmen bauen.“ GetYourGuide haben laut ihrer Investoren die richtige Idee zur richtigen Zeit professionalisiert. Bereits 2017 wurden mit der Onlinebuchung von Reisen weltweit 630 Milliarden Dollar umgesetzt. Den außerdem zu beobachtenden Trend hin zu Individualisierung bei gleichzeitig zersplitterter Anbieterstruktur greift GetYourGuide mit einem weiterentwickelten Geschäftsmodell als konzentrierte digitale Plattform konsequent auf.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Als freie Texterin fokussiert sie sich auf die Themen Nachhaltigkeit, innovative Entwicklungskonzepte und responsible tourism. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen.

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