17.06.2013

Gefährlich: Viele Unternehmen unterschätzen SEPA

Mehr als ein Drittel der KMUs bisher völlig unvorbereitet auf die Umstellung

Eine Umfrage ergab, dass sich 35 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen noch gar nicht mit SEPA beschäftigt haben, weil sie den Aufwand erheblich unterschätzen. Dabei sind die Auswirkungen vielschichtig: Stammdaten, AGBs und Geschäftspapiere müssen überarbeitet und oft auch ganze Prozesse im Rahmen einer Umstellung des Zahlungsverfahrens angepasst werden.

Eine Umfrage des Forschungsinstituts der Universität Regensburg ergab, dass sich 35 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) noch gar nicht mit SEPA beschäftigt haben, weil sie den Aufwand erheblich unterschätzen. Dabei sind die Auswirkungen vielschichtig: Stammdaten, AGBs und Geschäftspapiere müssen überarbeitet und oft auch ganze Prozesse im Rahmen einer Umstellung des Zahlungsverfahrens angepasst werden. Die IT ist ebenfalls betroffen, denn die Umstellung auf die neuen Zahlungsverfahren beinhaltet die Umstellung auf ein neues Format (XML) für die Datenübertragung.

SEPA ist die Abkürzung für Single Euro Payments Area und bedeutet „einheitlicher Euro-Zahlungsraum“. Dieser umfasst 32 Staaten und wurde geschaffen, um Unternehmen und Verbrauchern den grenzüberschreitenden Geldtransfer im Euroraum zu erleichtern und somit internationale Geschäftsbeziehungen zu fördern. Ab dem 1. Februar 2014 ist es nicht mehr möglich, die bisherigen Zahlungsverfahren bei Überweisungen und Lastschriften zu nutzen, betroffen sind also grundsätzlich alle Unternehmen, Behörden, Bankinstitute und Vereine innerhalb der EU, die Lastschriften und Überweisungen nutzen. Der Umfang der notwendigen Maßnahmen hängt dabei stark von den verwendeten Möglichkeiten des Zahlungsverkehrs im Unternehmen.

Die wichtigsten Änderungen bei Überweisungen
Bisher waren Kontonummer und Bankleitzahl erforderlich, wenn man per Überweisung oder Lastschrift Geld von einem Konto auf ein anderes transferieren wollte. Künftig treten IBAN und BIC an diese Stelle. Der BIC (Business Identifizier Code) bildet zusammen mit der IBAN (International Bank Account Number) die neuen Kontoinformationen, die unter SEPA zur eindeutigen Identifizierung eines Kontos nötig sind. Die Überweisungen an ausländische Geschäftskunden im SEPA-Raum werden dadurch deutlich schneller und günstiger.

Die wichtigsten Änderungen bei Lastschriften
Das vor allem in Deutschland verbreitete Lastschriftverfahren kann mit SEPA erstmals auch grenzüberschreitend genutzt werden. SEPA kennt die Einzugsermächtigung und das Abbuchungsverfahren als SEPA-Basis-Lastschrift und SEPA-Firmen (B2B)-Lastschrift. Die SEPA-Basis-Lastschrift entspricht zukünftig in etwa der bisher verwendeten Einzugsermächtigung. Dabei gibt der Schuldner dem Gläubiger eine Erlaubnis, den fälligen Betrag von seinem Bankkonto einziehen zu lassen. Neu sind einige Vorbedingungen und Fristen. Die SEPA-Firmen-Lastschrift ist in etwa vergleichbar mit dem deutschen Abbuchungsverfahren. Hier kann der Zahlungspflichtige nach der Abbuchung der Beträge keine Rückbuchung verlangen. Er kann nur vor der Abbuchung Einspruch erheben. Auch hier gibt es einige Neuerungen.

Die Vorteile von SEPA
Vor für Kleinunternehmer und Verbraucher soll der grenzüberschreitende Geldtransfer einfacher werden - und das hat diverse positive Auswirkungen auf alle Unternehmen. Im SEPA-Raum können Euro-Rechnungen schnell, unkompliziert und preiswert bezahlt werden. Damit entfällt eine Hürde für den Einkauf im Ausland. Das können deutsche Unternehmen nutzen, um selbst Auslandsmärkte zu erschließen - sowohl für den Verkauf ihrer Produkte, wie auch als mögliche Einkaufsquelle

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Verena Freese

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