27.10.2010

Bei ALG II-Bezug nicht gesetzlich krankenversichert: (Ehemalige) Selbstständige

Der Wechsel von privater zur gesetzlichen Krankenversicherung ist nicht einfach

Der Abschluss einer Krankenversicherung ist unerlässlich – ob für Arbeitnehmer oder Selbständige. Selbständige versichern sich oft privat. Wer als privat versicherter Selbständiger nach der Existenzgründung noch geringe Einnahmen hat oder die Selbständigkeit aufgibt, kann beim Jobcenter Hartz IV beantragen. Allerdings bleibt man auch dann privat versichert.

Wenn man nach der Existenzgründung vorerst sehr geringe Einnahmen erwirtschaftet, kann man eine Aufstockung beim Jobcenter bis zur Höhe der Grundsicherung beantragen. Wer als Selbständiger in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist, muss es auch während des Bezugs von Arbeitslosengeld II (ALG II) bleiben. Außerdem hat man als jemand, der die Selbständigkeit aufgegeben hat, privat versichert ist und Hartz IV bezieht, erst die Chance, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren, wenn man wieder eine abhängige Beschäftigung aufnimmt.

Jobcenter zahlt bei ALG II-Bezug Zuschüsse zur privaten Krankenversicherung

Dennoch greift das Jobcenter Selbständigen, die Aufstockung beziehen, unter die Arme. Private Krankenversicherungen sind dazu verpflichtet Basistarife anzubieten, die niedriger als die sonstigen Tarife sind. Im Basistarif der privaten sind ähnliche Leistungen wie in der gesetzlichen Versicherung enthalten. Kommt es dazu, dass man als Selbständiger Aufstocker oder nach der Geschäftsaufgabe Hartz IV bezieht, dann muss einem die PKV ermöglichen, in den Basistarif zu wechseln.

Der private Versicherer muss zudem diesen Tarif halbieren und dieser wird dann vom Jobcenter per Zuschuss übernommen. 2018 lag dieser Zuschuss bei maximal 345,15 Euro. Entscheidet man sich jedoch dafür, weiterhin in einem teureren Tarif der PKV zu bleiben, so ist auch das möglich. Bis zum halben Satz des Basistarifs übernimmt das Jobcenter auch hier die Kosten. Die Differenz müssen die Versicherten allerdings selbst tragen.

Nur wer ALG I bezieht, kann in die gesetzliche Krankenkasse zurück

Häufig verzichten Selbständige darauf, in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. Falls man das aber trotz der hohen Kosten getan hat und die Selbständigkeit aufgibt, hat man je nach Dauer der Einzahlung Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Nur dann oder bei Aufnahme einer abhängigen Beschäftigung ist es möglich, bei Geschäftsaufgabe von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.

Das Jobcenter informiert in einem Merkblatt zum Zuschuss zur privaten Krankenversicherung während des Bezugs von ALG II. 

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Kristin Lux

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