18.12.2018

Unternehmerstory mit Marcel Dehn - Digitaldruck und Werbetechnik

„Ich sage das, obwohl ich ihn gehasst habe: Der Businessplan ist unerlässlich.“

Mit viel Mut im Gepäck gründete Marcel Dehn sein eigenes Unternehmen. Großformatige Digitaldrucke und Folienplots sind sein Spezialgebiet. Sein Plus gegenüber den Wettbewerbern: Er setzt die Projekte nicht nur um, sondern konzipiert und erstellt sie auch. Lesen Sie im Interview, wie ihm der Start in die Selbständigkeit gelang.

Hallo Herr Dehn, stellen Sie sich und Ihr Unternehmen doch bitte kurz vor!

marcel Dehn

Hallo mein Name ist Marcel Dehn und ich habe mir kürzlich meinen Traum von der Selbständigkeit verwirklicht. Ich habe eine Firma mit den Schwerpunkten großformatiger Digitaldruck und der Herstellung von Folienschriften und Folienplots gegründet. Darüber hinaus bieten wir auch noch grafische Dienstleistungen wie Logoerstellung oder allgemein die Umsetzung von Layouts für die Digitaldruckproduktion oder auch den klassischen Offsetdruck an.

Ich bin seit der Gründung in Hamburg Schnelsen in der Frohmestraße 39 ansässig. Die Infrastruktur ist hier optimal: Die Post ist gleich nebenan und die A7 vor der Tür. So komme ich schnell überall hin.

Wie kamen Sie zu der Idee, wie fing alles an?

Die Idee dazu hatte ich schon viele Jahre zuvor immer mal wieder im Kopf, an der Umsetzung und teilweise auch am Mut mangelte es, vor allem in der Zeit der Finanzkrise ab 2008. Da ich aus dem klassischen Druckgewerbe und der Mediengestaltung komme und viele Jahre in verschiedenen Agenturen gearbeitet habe, kam dann doch der Tag an dem ich dachte: Hey, das packst du auch!

Also habe ich mich vor allem an die buchhalterischen Sachen gewagt und mich Stück für Stück durch Bücher, Internetseiten und Treffen mit meiner Steuerberaterin weiter und weiter in den „bösen Finanz-Dschungel“ vorgewagt. So habe ich die für einen Einzelunternehmer wichtigsten Sachen gelernt und verinnerlicht.

Wer sind Ihre Zielgruppen und wie ist das bisherige Kundenfeedback?

marcel dehn - referenz

Tatsächlich kommen die meisten Kunden aus dem B2B-Bereich. Das liegt an den Produkten und Dienstleistungen, welche überwiegend für Firmen interessant sind.

Die bisherigen privaten Kunden haben großformatige Bilder für große Bilderrahmen bestellt oder Drucke auf Leinwandstoff.

Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Kundenfeedback und den Bewertungen im Netz. Das war mir auch sehr wichtig, meine Kunden rundum zufrieden zu stellen. Das scheint bis jetzt ganz gut geglückt.

Wer sind Ihre Wettbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?

Digitaldruck

Davon gibt es einige: ziemlich gute, aber auch einige weniger gute.

Dazu zählen im eigentlichen Sinne nur Firmen, die den gleichen Umfang an Leistungen anbieten wie ich. Die größte Abgrenzung zu den Wettbewerbern besteht darin, das ich dank meiner Ausbildungen auch die Konzeption und Erstellung von Projekten übernehmen kann. Die meisten Mitbewerber produzieren vor allem aufwendigere Projekte nach bereits von Werbeagenturen erstellten und vorbereiteten Daten.

Solche Abgrenzungen finde ich allerdings nur bedingt erstrebenswert. Ich halte mehr von kooperativer Zusammenarbeit solange die Verhältnisse geklärt sind. Zum Beispiel arbeite ich mit zwei Kollegen, die ebenfalls selbständig sind, zusammen. Und das bisher ganz erfolgreich!

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse konnten Sie in die Gründung einbringen? Und in welchen Bereichen gab es noch Nachholbedarf?

Vor allem im Bereich des Druckes/ Digitaldruckes konnte ich aus meinen vorherigen Ausbildungen und der Berufserfahrung schöpfen. Zusätzlich habe ich an Verklebeseminaren teilgenommen und an Materialschulungen für die verschiedenen Einsatzzwecke. Am meisten gab es ehrlich gesagt im Buchhalterischem zu lernen. Hier ist der „Lernprozess“ noch immer nicht abgeschlossen. Zum Glück hilft die Steuerberaterin immer gut und geduldig weiter.

Haben Sie Beratungen bei der Gründung in Anspruch genommen? Wenn ja, welche?

Ja das habe ich. Die Lawaetz-Stiftung in Hamburg hat mich sehr gut und umfangreich bei meiner Existenzgründung unterstützt. Hier können allerdings nur Hamburger Gründer Hilfe in Anspruch nehmen. Es gibt aber soweit ich weiß in anderen Bundesländern ähnliche Angebote. Ich empfehle es sehr, solche Einrichtungen aufzusuchen! Denn es gibt so viele „lauernde Gefahren“ während der Gründung, die sich laufend wiederholen. Da bietet es sich an, aus der Erfahrung der Gründerberatungen zu schöpfen und die Gefahren so zu umgehen.

Welche unternehmerischen Aufgaben lassen Sie extern betreuen?

Ich habe die Möglichkeit, die großformatigen Digitaldrucke und Folienplots „inhouse“ selbst herzustellen. 3D-Drucke, Offsetdrucke und Werbeartikel werden von extern geliefert.

Würden Sie Gründern empfehlen einen Businessplan zu erstellen?

Ich sage das, obwohl ich ihn gehasst habe: Der Businessplan ist unerlässlich. Zumal er zwingender Bestandteil bei der Gründung aus der Arbeitslosigkeit ist, will man einen Gründungszuschuss erhalten. Aber auch für die eigene Ausrichtung und Perspektive ist er wichtig. Damit man sich nicht „verläuft“. Klare Antwort: Ja, unbedingt einen Businessplan schreiben, er zeigt einem zudem auch noch Lücken und Fragen auf, die z.B. bei einer Gründerberatung angegangen werden können.

Wie haben Freunde und Familie auf das Projekt Selbständigkeit reagiert?

marcel dehn digitaldruck

Durchweg positiv. Hilfe wurde mir von vielen Seiten angeboten. Das war gut, denn gerade in den ersten Tagen und Wochen der Selbständigkeit kommt so einiges auf einen zu. Klar gab es auch den einen oder anderen, der Bedenken hatte. Aber so platt es klingt: „Den Mutigen gehört die Welt.“ Nur durch den Antrieb des Mutes entsteht nach meiner Erfahrung auch genug Vertrauen in sich selbst. Damit dann aber auch die Kraft, die Dinge auch nachhaltig anzupacken und eben nicht bei kleinen Hindernissen bereits alles hinzuschmeißen.

Auf welche Tools, Programme oder Apps möchten Sie im Arbeitsalltag nicht mehr verzichten?

Für die grafischen Tätigkeiten greife ich auf die Adobe Creative Cloud zurück. Am meisten kommt dabei Illustrator zum Einsatz, da hier die meisten wichtigen Funktionen für die Produktion enthalten sind. Photoshop nutze ich bei der Bildoptimierung.

Für meine Buchhaltung, zum Angebote und Rechnungen schreiben habe ich mich für die Lösung von LexOffice entschieden. Hier gibt es auch einige andere Anbieter mit vergleichbaren Anwendungen, die einem den Alltag deutlich vereinfachen und einen guten Überblick über die aktuelle Finanzlage bieten. Zudem können die Programme gleich die Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt übermitteln. Das ist sehr praktisch.

Mit der zugehörigen App lässt sich das Smartphone in einen Dokumentenscanner verwandeln. Ein Klick und z.B. eine Rechnung ist hochgeladen, da die Anwendung cloudbasiert ist.

Bei welchem Startup/Unternehmen würden Sie gern mal einen Tag hinter die Kulissen schauen?

Ich würde gern mal einen Tag in einem Unternehmen das sich intensiv mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt, verbringen. Das Thema finde ich faszinierend und zugleich auch etwas beängstigend, aber eben auch sehr spannend.

Wie sind Ihre Pläne und Ziele für die nächsten Monate?

Meine Kunden, mich und mein Unternehmen über die kommenden Monate genau zu analysieren, um die richtigen Entscheidungen für die zukünftigen Investitionen und Bedürfnisse zu treffen. Ich versuche, die Perspektive so gut wie möglich zu wechseln damit mir klar wird, wo noch optimiert werden muss und was der Markt wirklich verlangt.

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg dabei. Vielen Dank für das nette Interview.

Vielen Dank!

Über den Autor

Ulrike Schult

Ulrike Schult

Die Autorin ist als Redakteurin im Team von unternehmenswelt.de tätig. Zuvor beriet Ulrike Schult in Leipzig Studierende zum Einstieg ins Berufsleben und organisiert momentan unter anderem an der Fachhochschule ein überfachliches Qualifizierungsprogramm für Doktoranden aus den Ingenieurswissenschaften und anderen Bereichen.

Ähnliche News für Gründer und Unternehmer
15.05.2019

Unternehmerstory mit Viola Baumgärtner von omaMa-Shop

„Wir haben zwei sehr sehr harte Zeiten durchgemacht, von beiden haben wir uns noch nicht erholt.“

Unternehmerstory mit Viola Baumgärtner von omaMa-Shop

Viola Baumgärtner und ihr Team verkaufen über den omaMa-Shop personalisierte Geschenkideen und Erinnerungen zur Taufe, Geburt und Hochzeit. Im Interview erzählt Sie uns von den harten Rückschlägen, die Sie und Ihr Team im letzten Jahr einstecken mussten. Die Einzelheiten und wie Sie für Ihr Unternehmen kämpft, erzählt Sie uns in Ihrer Unternehmerstory.

08.05.2019

Unternehmerstory mit Timo Siegmann von Timo-Kochtlive

Die Catering & Kochschule aus München

Unternehmerstory mit Timo Siegmann von Timo-Kochtlive

Diese Woche haben wir uns mit Timo Siegmann zum Interview getroffen. Der junge Koch aus München bietet mit seinem Catering & Kochschule regionale Küche aus Produkten höchster Qualität. Wie sein Alltag als Show- und Eventkoch aussieht, mit welchen Herausforderungen er als Einzelunternehmer zu kämpfen hat und wie seine Pläne für das kommende Jahr aussehen, lesen Sie in seiner Unternehmerstory.

01.05.2019

Unternehmerstory mit Knut Hebstreit von HEBSTREIT designstudio

„Versuche Ideen aus Deinem Umfeld aufzunehmen - formuliere aber im Kern immer Deinen eigenen Plan.“

Unternehmerstory mit Knut Hebstreit von HEBSTREIT designstudio

Wir haben uns mit Knut Hebstreit von HEBSTREIT designstudio getroffen. Mit seiner Agentur mit Onlineshop für digital erstellte und handgezeichnete Stock-Medien beliefert er Privatpersonen, Designer und Unternehmen mit Stock-Grafiken. Im Interview werfen wir gemeinsam mit ihm einen Blick hinter die Kulissen der jungen Berliner Agentur.

unternehmenswelt