16.08.2018

Die Angst vor dem Scheitern – und 8 Tipps, wie man sie überwindet

Wie man Angst als Sensor für Risiken bei der Gründung konstruktiv begegnet, zeigen wir in unserer Artikelserie zum Thema Scheitern.

Die Angst, mit dem Projekt Selbständigkeit zu scheitern – wer kennt sie nicht. Sie ist ein häufiger Grund, warum Existenzgründungen nicht zustande kommen. In Teil I unserer zweiteiligen Serie zeigen wir, wozu Angst gut ist und wie man ihr mit einer Kombination aus Begeisterung für die eigene Idee und Planung, Beratung und Austausch begegnen kann.

angst vorm scheitern

Die Angst vor dem Scheitern geschickt für sich einsetzen

Eines der größten Hemmnisse, sich selbständig zu machen, ist die Angst, mit dem eigenen Vorhaben zu scheitern. Viele gute Geschäftsideen warten deshalb lange darauf, umgesetzt zu werden. Die Angst vor finanziellen Risiken, zu großer Konkurrenz oder zu hoher Arbeitsbelastung bremst. Oder potentielle Gründer fürchten sich davor, dass das Scheitern einer Selbständigkeit, in die man vorher viel Herzblut, Zeit und Geld investiert hat, automatisch ein persönliches Scheitern bedeutet. Muss es aber nicht!

Wer Angst vor dem Scheitern hat, bei dem wirkt eine natürliche Schutzfunktion: Angst macht uns auf Risiken aufmerksam, warnt uns vor Gefahren. Dieses Sensorium kann man für sich nutzen indem man die Risiken, die eine Gründung bereit hält, genauer erforscht. Dann wird man bald einschätzen können, welches Risiko groß und welches eher nebensächlich ist.

Übertriebene Angst, die dauerhaft hemmt, ist jedoch nicht mehr produktiv. Sie kann sogar krank machen. Damit Ängste gar nicht erst übergroß werden, ist es klug, sie genauer unter die Lupe zu nehmen, um Entscheidungen voran zu treiben.

8 Tipps, bei einer Existenzgründung mit Angst umzugehen

Wer seine Ängste kennt, kann sie besser beherrschen. Es lohnt sich also, sich mit ihnen zu beschäftigen und geeignete Strategien zu entwickeln, die der Angst entgegenwirken und Ihre Existenzgründung auf solide Beine stellen.

Tipp 1: Gute Planung

Mit einer guten Planung können Sie vielen Risiken entgegenwirken. Werden sie sich klar, welche Kosten wirklich auf Sie zukommen, wenn Sie gründen und ihr Unternehmen dann im Alltag laufen soll. Sie sind unsicher, wie wie stark die Konkurrenz in ihrem Feld ist? Erforschen Sie Ihre Wettbewerber genau, dann können Sie beurteilen, ob mit Ihrer Strategie auf dem Markt für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung ein guter Fleck frei ist. Ein sorgfältig und realistisch ausgearbeiteter Businessplan sorgt für einen guten Überblick.

Tipp 2: Ideen erproben

Wenn Sie erst einmal im Nebenerwerb gründen, können Sie ihre Geschäftsidee mit weniger Risiko erproben. Ein Scheitern hat hier nicht so gravierende Auswirkungen auf Ihre Existenz. Bei einer Teilzeitgründung können Sie Ihre Ideen so weit testen, bis sie sich für eine vollständige Selbständigkeit eignet.

Tipp 3: Rat suchen

Als Selbständige müssen Sie sich in vielen Bereichen auskennen, auch in solchen, die nicht zu Ihren großen Interessengebieten gehören. Suchen Sie sich Rat von Fachleuten in Ihrem Umfeld, wenn nötig auch kostenpflichtig. In einigen Bereichen kann es auch sinnvoll sein, selbst Expertise aufzubauen, etwa über Weiterbildungen.

Tipp 4: Austausch und Kommunikation

Tauschen Sie sich mit anderen Selbständigen und Kollegen in Ihrem Feld aus. Bei Stammtischen und Branchenverbänden finden Sie Gleichgesinnte. Viele Herausforderungen teilen Sie mit denen und vielleicht lohnt es sich, dass Sie sich an der einen oder anderen Stelle zusammen tun. Oder Sie bekommen bewährte Tipps zum Umgang mit typischen Problemen oder schwierigen Situationen.

Tipp 5: Vorsorgen

Wenn Sie die Angst umtreibt, Sie könnten mit der Selbständigkeit Ihre Existenz aufs Spiel setzen, können Sie frühzeitig Vorsorge treffen. Informieren Sie sich über die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige. Und auch wenn es vielleicht oft schwer fällt: Rücklagen zu bilden kann nie schaden.

Tipp 6: Zeitaufwand realistisch einschätzen

Sehr wahrscheinlich werden Sie als Selbständige mehr Zeit mit Ihrer Arbeit zubringen als in einem Angestelltenverhältnis. Ob und wie Sie und Ihr Umfeld damit zurecht kommen, darüber sollten Sie sich Gedanken machen und auch mit Freunden und Familie darüber sprechen. Viel Zeit in die Arbeit zu stecken wird bei der Gründung in jedem Fall dazu gehören und es wird Ihnen leichter fallen, je mehr Sie lieben, was Sie tun.

Tipp 7: Worst-Case-Szenario

Was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn Ihr Vorhaben scheitert? Wer eine Vorstellung davon hat, kann sich besser darauf vorbereiten, was in schwierigsten Situationen zu tun ist. Und – ist wirklich alles vorbei, wenn es mit der Selbständigkeit und dieser Geschäftsidee zu diesem Zeitpunkt nicht klappt? Scheitert man dann wirklich als Mensch oder scheitert dann ein Projekt? Das Worst-Case-Szenario hilft, sich klar zu werden, welches Risiko man bereit ist zu tragen und auf welche Vorsorge man nicht verzichten will.

Tipp 8: Bei Gründungsstrategie Ängste berücksichtigen

Wenn es Ängste gibt, die sich hartnäckig halten und sich vor der Gründung nicht ausräumen lassen, dann nehmen Sie sie doch in Ihre Gründungsstrategie auf. Wenn Sie sich dauerhaft davor fürchten, Entscheidungen allein zu treffen, gründen Sie im Team. Oder wählen Sie ein Geschäftsmodell, das wenig Investitionen verlangt, wenn Sie zu große Bedenken wegen einer Verschuldung haben.

Fazit – Die Angst als nützlicher Sensor

Angst ist dem Menschen angeboren, damit er Gefahren wahrnimmt und Risiken bemerkt. Sie lässt uns wachsam sein. Sich mit der Angst vor dem Scheitern auseinanderzusetzen hilft, sie zu überwinden. Wer sich damit beschäftigt, welche Risiken es bei einem Start in die Selbständigkeit gibt, kann wirksame Gegenmittel finden, damit die Angst nicht die Oberhand behält. Die Begeisterung für die eigene Idee gepaart mit einem guten Maß an Planung, Beratung und Austausch können so die Angst vor dem Scheitern überwinden.

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