DIHK veröffentlicht Erhebung zum Fachkräftemangel
70% der Unternehmen finden kein passendes Personal
News vom 30. August 2010
Von der Wirtschaftskrise wird kaum noch gesprochen. Jede Branche versucht nun, die Folgen der einst schlechten Auftragslage wieder auszubügeln. Soweit so gut - doch das Ganze wird leider von einem ganz anderen Problem erschwert: dem Fachkräftemangel in Deutschland. Einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge, können nur 30% der Betriebe offene Stellen besetzen.
Rund 1.600 Unternehmen wurden bundesweit zur Krisenbewältigung, Selbstständigkeit und zur aktuellen Personalproblematik befragt. Die Ergebnisse sind erschreckend: 70% der Unternehmen haben generell oder zumindest teilweise Probleme, die passenden Fachkräfte für ihre Unternehmen zu finden, berichtete DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann auf einer Pressekonferenz. Doch Engpässe gibt es nicht nur bei Akademikern, auch Arbeitskräfte, die einen Fachwirt, einen Meister oder andere Weiterbildungsabschlüsse vorweisen können, werden gesucht, so Driftmann. Eine hohe Nachfrage besteht auch nach dual ausgebildeten Bewerbern, wie zum Beispiel im Handel, in der Gastronomie oder auch in der IT.
Die Befragung zeigt leider auch, dass eine Trendwende nicht in Sicht zu sein scheint. 49% der Befragten erwarten sogar für die kommenden fünf Jahre in ihrem Unternehmen einen Mangel an hochqualifizierten Fachkräften. 43% rechnen mit Engpässen über alle Berufsgruppen hinweg. Driftmann rief vor diesem Hintergrund auf, die Arbeitskräftesicherung voranzutreiben. Aus- und Weiterbildung, die Nutzung der Potenziale älterer Arbeitnehmer sowie der Zuwanderung und auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssten in diesem Zusammenhang stärker beachtet werden, so Driftmann.