31.12.2015

Praxis „Leben in Fülle“ Gründerin Gabriele Berding im Interview

„Ein Rat an angehende Unternehmer: Ihr solltet einen langen Atem haben.“

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Praxis „Leben in Fülle“ Gründerin Gabriele Berding erzählt in ihrer Gründerstory von ihrem Weg als Verlagslektorin zur CoreDynamik-Therapeutin. Sie berichtet davon, wie sie mit einem langen Atem und einer gründlichen Vorbereitung, heute eine erfolgreiche Existenz als Therapeutin und Referentin aufgebaut hat.

Praxis „Leben in Fülle“ Gründerin Gabriele Berding im Interview

Hallo Frau Berding, stellen Sie sich und Ihre Praxis „Leben in Fülle“ doch kurz vor!

Ja, gern. In meiner Tutzinger Praxis biete ich Einzelsitzungen, Paararbeit und kleine Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung und auch zum Thema Stress und Ressourcen stärken. Außerdem gebe ich auch Wochenendseminare bei großen Seminaranbietern und bin mittlerweile auch in Österreich und der Schweiz als Seminarleiterin „im Angebot“. Das sind z.B. Seminare für Singles und Paare, also zu Beziehungsthemen. Dahin war es ein ganz schön langer Weg. Viele Jahre war ich Verlagslektorin im Gesundheitsbereich, und ich habe gemerkt, dass mich Psychologie besonders interessiert. Bei der Ausbildung zur CoreDynamik-Therapeutin stand für mich zunächst die Selbsterfahrung im Vordergrund. Ich war völlig begeistert! Dann habe ich gemerkt, dass ich damit auch andere gut unterstützen kann. Danach habe ich dann den Heilpraktiker für Psychotherapie angehängt um wirklich Therapie anbieten zu können und mein Wissen zu vertiefen. Meine Praxis heißt übrigens „Leben in Fülle“, weil mich das selber sehr anspricht und ich andere Menschen auf dem Weg dahin gern unterstützen möchte. Außerdem passt es auch sehr gut zur coredynamischen Arbeit, denn sie geht weit über Gesprächstherapie heraus. Mit ihr kann ich meinen Klienten eine kreative „Fülle“ von therapeutischen Angeboten machen. Als Tanzpädagogin setze ich – wenn es passt - auch Bewegung, Musik und manchmal auch therapeutischen Tanz ein.

Wie haben Freunde und Familie auf das Projekt Selbstständigkeit reagiert?

Meist positiv, aber es wurden auch Bedenken geäußert, ob ich damit überhaupt so viel verdienen könne wie früher als angestellte Lektorin. Außerdem wurde ich auf die große Konkurrenz hingewiesen. Ich habe mich aber davon nicht entmutigen lassen, denn ich wusste, dass es genau das war, was ich machen wollte – und das ist bis heute noch so!

Welche Ihrer persönlichen Eigenschaften helfen Ihnen am meisten bei Ihrer Existenzgründung?

Selbständiges Arbeiten, Freude am Konzipieren (von Seminaren, Vorträgen, Texten), immer neue Ideen und Freude am Netzwerken und Kontakte knüpfen. Und dass ich an Dingen "dranbleiben" kann und nicht sofortige Erfolge brauche. Auf meine Tätigkeit bezogen, dass ich gern mit Menschen zusammenarbeite und beeindruckt bin, wie mutig viele ihren Weg gehen und Öffnung und Neues zulassen.

Würden Sie Gründern allgemein empfehlen einen Businessplan zu erstellen?

Sein Geschäftsvorhaben schriftlich zu erläutern finde ich gut und das dient sicherlich auch der Klärung. Das genaue (fiktive) Auflisten von Einnahmen und Ausgaben fand ich für mich nicht nötig und lästig.

Wie haben Sie sich auf die Existenzgründung vorbereitet?

Ich hatte schon vorher Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung gegeben, Vorträge und Tanzworkshops gehalten. In etwa stand also fest, was ich auch in Zukunft - und zwar jetzt mit ganzem Einsatz! - tun wollte. Meine langjährige Lektorenerfahrung sollte sich noch im „Autoren-Coaching" niederschlagen, reines Lektorat wollte ich nicht mehr machen. Ich habe ansonsten Bücher gelesen, viele Gespräche geführt, Kontakte gesucht und bei der IHK ein Existenzgründerseminar besucht.

Waren Sie bei der Finanzierung Ihrer Geschäftsidee auf Kredite oder Darlehen angewiesen?

Ich brauchte nicht so viel Geld zur Existenzgründung (ein Therapieraum musste neu eingerichtet werden, ich brauchte einen neuen PC, eine neue Website, Buchhaltungsprogramm, Flyer, Visitenkarten … einiges kam/kommt doch zusammen...). Ich bekam einen Gründungszuschuss und ein Coaching durch das Programm "Gründercoaching Deutschland" zum Großteil finanziert. Ansonsten reichte zum Glück Erspartes.

Haben Sie ein Existenzgründerseminar besucht? Was sind Ihre Erfahrungen?

Ja, dafür habe ich schon Zeit investiert und das fand ich auch wichtig. Außer einzelne Seminartage, die vom Arbeitsamt gefordert und finanziert wurden (von unterschiedlicher Qualität), habe ich ein 9-tägiges Existenzgründungsseminar bei der IHK am Münchner Ostbahnhof besucht - das war wirklich gut.

Wie gestalten Sie Ihr Marketing?

Ich finde, ich mache eine ganze Menge. Ich verteile Flyer in meinen verschiedenen Netzwerken, in Arztpraxen etc. und hänge Plakate in Tutzing und benachbarten Orten auf, habe einige Anzeigen geschaltet (aktuell nicht mehr) und einige Artikel geschrieben. Ich melde meine Seminare u.a. auf der Website der Gemeinde Tutzing, bei „Frauentermine“, stelle sie manchmal als Events bei XING ein oder poste sie auf Facebook. Ich habe eine Website mit aktuellen Seminarterminen, dort auch einen Blog und versende ca. 4 x jährlich einen Newsletter. Ich besuche viele Netzwerkveranstaltungen und bin Mitglied bei der Unternehmerorganisation BNI in Starnberg. Dort versuchen wir uns gegenseitig zu empfehlen, es ist also so eine Art Vertriebsorganisation. Außerdem versuche ich in meinen Netzwerken Vorträge und Seminare anzubieten. Immer wieder schreibe ich auch Seminaranbieter an, die mir empfohlen worden sind. Da ich Seminare bei verschiedenen Seminaranbietern gebe, bin ich auch über diese im Internet ganz gut präsent.

Ihr Unternehmen basiert auf einer Onlinepräsenz? Wie machen Sie Marketing im Internet?

Wie ich oben schon gesagt habe, mache ich einiges übers Internet. So habe ich eine Website mit aktuellen Seminarterminen, schreibe einen Blog und versende einen Newsletter, suche Austausch mit Kollegen oder potenziellen Interessenten und schreibe ab und zu Kommentare. Sehr wichtig für mich ist aber der persönliche Eindruck, den Menschen von mir bekommen - und natürlich Empfehlungen von Menschen, die in meinen Seminaren oder zur Einzelarbeit bei mir waren.

Welchen Rat möchten Sie angehenden Unternehmern aufgrund Ihrer eigenen Gründungserfahrung mitgeben?

Ihr solltet einen langen Atem haben! Auch wichtig: Sich viel und gut informieren, ganz viel in Austausch mit anderen Menschen gehen und schauen, welche Netzwerke für einen besonders geeignet sind.

Vielen Dank für das Interview, Frau Berding!

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So erreichen Sie die Praxis Leben in Fülle

www.gabriele-berding.de

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Über den Autor

Janine Friebel

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