07.01.2016

Andreas Dittrich von "Cash für den Mittelstand" im Interview

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Andreas Dittrich stellt in seiner Gründerstory seinen Blog „Cash für den Mittelstand“ vor. Mit ihm gibt er Mittelständlern hilfreiche Hinweise und Best-Practice-Beispiele für deren Unternehmensfinanzierung. Außerdem berichtet er davon, wie er es in seiner Laufbahn geschafft hat Rückschläge zu meistern und was Deutschland hinsichtlich des Umgangs mit jungen Unternehmen von der Gründerkultur in den USA lernen kann.

Gründerstory -

Hallo Herr Dittrich, stellen Sie sich und Ihr Projekt „Cash für den Mittelstand“ doch kurz vor!

„Cash für den Mittelstand“ ist mein Blog, der Gründern wie auch Mittelständlern hilfreiche Hinweise und Best-Practice-Beispiele für ihre Unternehmensfinanzierung geben soll. Aus diesem Grunde werden praktische Vorgehensweisen sowie deren Resultate besonders herausgestellt.

Es geht zum einen um die Versorgung von vornehmlich originellen Geschäftsideen und Startups mit dem notwendigen Geld. Im Fokus stehen hier Fördermittel sowie Bankkredite und Beteiligungsfinanzierungen durch Investoren. Zum anderen, besonders für produzierende Mittelständler und Handelsunternehmen, habe ich Beiträge zum Thema „Interne Kapitalfreisetzung“ geschrieben. Dadurch wird in bestimmten Bereichen (z.B. Lagerbestände, Außenstände) die Kapitalbindung reduziert und zusätzliche Liquidität aus eigenen Mitteln generiert. Das wiederum dient der Absicherung der Zahlungsfähigkeit, der Eigenfinanzierung von neuen Projekten und Investitionen wie auch der Rückzahlung von Krediten.

Die Inhalte der Artikel gründen unter anderem in meinen persönlichen Erfahrungen – aus der Praxis für die Praxis - als kaufmännischer Geschäftsführer und Controller von ausländischen Beteiligungsgesellschaften. Sie sollen Antworten auf immer wiederkehrende Fragestellungen geben sowie zum Optimieren der eigenen Unternehmensfinanzen anregen.

Wie ist die Idee zu „Cash für den Mittelstand“ entstanden und wie sieht das Geschäftsmodell aus? Wie verdienen Sie Ihr Geld?

Mein Geld verdiene ich als Berater für Unternehmensfinanzen und –controlling. Im Wesentlichen helfe ich Gründern und generell originellen Geschäftsideen sowie Projekten bei der Planung und Finanzierung des Geschäftes. In diesem Zusammenhang erstelle ich Business- und Finanzpläne, um durch eine gute Präsentation das Projekt in eine optimale Position zum Erhalt einer Finanzierung zu bringen. Ich unterstütze danach beim Suchen von Finanzierungspartnern, wie auch bei der Auswahl einer Finanzierung: Fördermittel, Bankdarlehen, Beteiligungskapital. Darüber hinaus helfe ich auch insbesondere produzierenden Mittelständlern bei der Mobilisierung von Liquiditätsreserven durch eine Reduzierung der Kapitalbindung in Lagerbeständen und Außenständen.

Der Blog „Cash für den Mittelstand“ soll einerseits meinen Status als Experte im Thema unterstreichen, indem er hilfreiche Inhalte für zentrale oder häufige Fragestellungen anbietet. Zum anderen haben Menschen, die ich zum Beispiel gestern getroffen habe, heute die Möglichkeit, meinen Arbeitsschwerpunkt und Kompetenz besser kennenzulernen.

Neben Ihrem Blog „Cash für den Mittelstand“ - welche anderen Marketing-Kanäle nutzen Sie? Und wie erreichen Sie Ihre Kunden am besten?

Ich nutze ein bewährtes Unternehmernetzwerk für gezieltes Empfehlungsmarketing sowie Veranstaltungen und Workshops in unterschiedlichen Bereichen zum Netzwerken. Hier erreiche ich auch meine Klienten, sei es durch direkte Kontaktaufnahme oder durch Empfehlungen. Der Blog ist eher ein „Nebenkanal“, der meine Arbeitsschwerpunkte beleuchtet und praktische Orientierung geben soll. Sollten darüber Anfragen kommen, umso besser. Social Media wie XING und Twitter runden das Ganze ab.

Wollen Sie uns verraten, welches Unternehmernetzwerk das ist?

Ich bin Mitglied im Business Network International - BNI. Zweck des Ganzen ist es, mehr Umsatz durch neue Kontakte und Geschäftsempfehlungen zu generieren. In unserer Gruppe treffen sich jeden Mittwoch an die 30 Unternehmer zu einem Frühstück. Wir schulen uns gegenseitig bezüglich unserer beruflichen Kernkompetenzen und aktuellen Aktivitäten sowie den damit zusammenhängenden Besonderheiten. Bei der Gelegenheit tauschen wir uns auch darüber aus, was für Kontakte bzw. Projekte jeder von uns sucht und geben einander Geschäftsempfehlungen, von denen dann recht viele in zusätzlichen Umsatz für Mitglieder münden.

Ein interessanter Ansatz. Gibt es neben dem wöchentlichen Unternehmerfrühstück weitere Events, die Sie regelmäßig als Unternehmer besuchen? Welche können Sie unseren Lesern empfehlen und warum?

Ich besuche regelmäßig Events im Wirtschaftsrat und im Diplomatic Council - darüber hinaus auch andere Veranstaltungen, sofern diese ein interessantes Thema und Publikum versprechen. Eine generelle Empfehlung für ein Netzwerk ist deshalb schwer auszusprechen, da dies immer in Verbindung mit der Aktivität und der Zielrichtung der jeweiligen Person zu sehen ist. Jeder sollte für sich mehrere Netzwerke „testen“ und dann entscheiden, was zu den eigenen Bedürfnissen und Interessen am besten paßt.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister, Sigmar Gabriel. Was würden Sie sich für Deutschland als Unternehmensstandort wünschen?

Der Mittelstand muss besser gefördert werden als heute. Zeitfressende Bürokratie wäre - nicht zuletzt aus Richtung EU/Brüssel - deutlich abzubauen, ein transparentes und simples Steuersystem zu implementieren, sowie Eingriffe von Seiten des Staates zu minimieren - noch dazu, wenn damit viel Kontrollaufwand verbunden ist (Beispiel Mindestlohn). Das Umfeld für Gründer sollte ermutigender sein: wer das erste Mal gescheitert ist, sollte eine zweite Chance und auch Unterstützung bzw. Mittel dafür erhalten, sofern er ein tragfähiges Geschäftskonzept vorlegt. Die Stigmatisierung von gescheiterten oder erfolglosen (Jung)-Unternehmern lässt deren gute Geschäftsideen keine Chance und entmutigt darüber hinaus potenzielle Gründer, die es erst gar nicht versuchen. Hinsichtlich des Umgangs mit jungen Unternehmen und originellen Geschäftsideen könnten wir uns eine Scheibe von der Gründerkultur in den USA abschneiden.

Wie haben Sie Stolpersteine und Rückschläge auf Ihrem Weg als Unternehmer gemeistert?

Zunächst einmal ist es wichtig, einen Mentor oder Coach an der Seite zu haben, der einen „in der Richtung hält“. Aus diesen Gesprächen resultieren viele wertvolle Erkenntnisse und auch hilfreiche Kontakte – besonders in der Anfangsphase des eigenen Geschäftes. Ein Coach kostet zwar Geld, aber kein Coach kostet viel mehr, als Verlust/Verhinderung von Einnahmen. You can not go it alone!

Rückschläge gehören dazu und bieten Potenzial zum Lernen. „Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient“ (Udo Jürgens). Beispiele: Optimierung bezüglich der Positionierung am Markt, Änderung in Herangehensweisen an den Kunden, wie auch persönliche Arbeitstechniken, Beispiel Schwerpunkte da setzen, wo ich meinem Ziel näher kommen kann. Ganz wichtig: der Glaube an sich selbst sowie in das eigene Können nie verlieren und „never give up!“ (Winston Churchill) bzw. mit Thomas Muster: „Aufgeben? – tu ich nur einen Brief.“

Weise Worte und Zitate, Herr Dittrich. In diesem Sinne, wenn Sie einen Tag lang mit einer bekannten Persönlichkeit zusammenarbeiten könnten, wer wäre das und warum?

Ich würde sehr gerne mal mit Richard Branson, dem Gründer der Virgin Group, zusammenarbeiten. Kreativ, Querdenker, tut es, probiert aus, motiviert, „Beats his Drum“, überraschende und flexible Moves im Markt, strikt kunden- und bedarfsorientiert, gibt nicht auf. Sir Branson ist ein Vollblutunternehmer und dabei Mensch geblieben, der seine Erfolge und Wissen gerne teilt, seine Mitarbeiter und Partner zu Höchstleistungen motiviert und auch die Erhaltung und Verbesserung der Umwelt im Auge hat. Muss man einfach mal kennengelernt haben!

Was sind die 3 wichtigsten Tipps, die Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben möchten? Wie bringt man ein Unternehmen erfolgreich an den Start?

  1. Eine gute Positionierung ist entscheidend: was mache ich bzw. biete ich an, welchen Nutzen zieht der Kunde daraus, für wen/welche Kunden mache ich das und warum sollten die Kunden „ausgerechnet“ bei mir kaufen (Alleinstellungsmerkmal). Dabei ist genau zu prüfen, inwiefern es hinreichend wahrscheinlich einen Bedarf, einen „Markt“ für die angebotenen Produkte und Leistungen gibt. Je mehr bedarfsgetrieben das Angebot ist, desto besser sind die Erfolgsaussichten des Geschäfts.
  2. Ein durchdachter und gut strukturierter Businessplan ist eine wertvolle Orientierung beim Generieren des Geschäftsvolumens und öffnet die Türen zur notwendigen Finanzierung. Er wird ergänzt durch eine überzeugende Darstellung des Projektes durch seinen Eigentümer. So manche brillante Geschäftsidee oder Startup wären zum Fliegen gekommen, wenn sie Punkt 1 und 2 besser beachtet hätten.
  3. Ein erfahrener Coach, Mentor oder auch Berater, der kompetent jedoch etwas aus der Distanz das Ganze sieht und begleitet, kann Gold wert sein. Ihnen fallen Dinge auf, die dem jungen Unternehmer schlicht entgehen. Dadurch werden nicht nur zeitraubende Fehlschläge minimiert, sondern vor allem auch das Umsatzpotenzial voll genutzt und somit der angestrebte Geschäftserfolg wahrscheinlich. Das Geld für etwaige Beratungshonorare – oft gescheut durch junge Unternehmern - sollte kein Hindernis darstellen. In den meisten Fällen erhält nämlich der beratene Unternehmer einen Zuschuss vom Staat von ungefähr 50%. Nochmal: You can not go it alone!

Vielen Dank für das Interview, Herr Dittrich.

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So erreichen Sie "Cash für den Mittelstand"

finanzerdittrich.com

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Über den Autor

Janine Friebel

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